Von den vielen Oratorien, die Händel geschrieben hat, ist der Belsazar (Belshazzar) mit Sicherheit eines der dramatischsten.
In der Tat sind bei Händel die Gattungsgrenzen zwischen Oper und Oratorium eher fließend, so daß man sich das Oratorium auch auf der Opernbühne vorstellen kann - wie dies auch schon mehrmals der Fall war.
Über die Charakterisierungskunst Händels braucht man nicht viele Worte zu verlieren - er versteht es meisterhaft, der Hybris und Arroganz Belsazars Ausdruck zu verleihen oder die Trauer des Gobrias um seinen getöteten Sohn auf schlichte, ergreifende Weise darzustellen.
Eine ganz besonders wichtige Funktion übernimmt der Chor, der drei unterschiedliche Personengruppen darstellt: Zum einen die selbstsicheren Babylonier, zum zweiten die zum Angriff bereiten Perser und schließlich die auf Befreiung hoffenden Juden. Die Chöre sind mehr als nur ein schmückendes Beiwerk; sie sind direkt in die Handlung einbezogen bzw. treiben sie mit voran.
All dies wird abgerundet durch eine hervorragende Ensembleleistung unter der souveränen Leitung von Trevor Pinnock.