Der positiven Bewertung des Vorrezensenten kann ich mich leider überhaupt nicht anschließen, denn meines Erachtens handelt es sich bei der vorliegenden Aufnahme um eine der schwächsten Händel-Aufnahmen überhaupt - zumal in Bezug auf die Minkowski-Diskographie. Dies hängt allerdings weniger mit dem Dirigat zusammen, das insgesamt durchaus überzeugend ausfällt, als vielmehr mit der wirklich inakzeptablen Gesangsleistung von einigen der Protagonistinnen. Lediglich Nathalie Stutzmann kann hier mit ihrem androgynen Alt wirklich überzeugen. Erschreckend schwach ist hier vor allem der "Gesang" von Eiddwen Harrhy in der Rolle der Melissa - einer sehr virtuosen und verzierten Partie. Ihre Interpretation der Bravour-Arie "Destero dall'empia Dite" ist derart amateurhaft (unsaubere Koloratur, unsichere Intonation, dünne Stimme), dass es einem im wahrsten Sinne des Wortes die Sprache verschlägt. Was für ein Unterschied im Vergleich zur Interpretation dieser Arie von Simone Kermes ("Maga abbadonata") und sogar zu der von Kiri Te Kanawa ("Sorceress"), die ja nicht gerade mit einer "geläufigen Gurgel" gesegnet ist. Ähnlich die Leistung von Jennifer Smith: blass, blutleer und mit dünner Stimme singend.
Schade, denn sie Oper ist an sich wirklich toll, aber nicht mit diesen sängerischen Schwachstellen. Es bleibt zu hoffen, dass sich jemand anderes dieses Werkes nochmals annimmt.
Nachtrag, 3. Januar 2008:
Ich empfehle jedem die Einspielung unter Edoardo Lopez Banzo, die deutlich besser als die vorliegende ist. Ggf. unter amzon.fr bestellen, es lohnt sich...