Ein gescheiterter Pianist tut seiner Freundin den Gefallen, einen jungen Hund, für den sie keinen Abnehmer findet, zu töten. Die Sache nimmt aber eine Eigendynamik an: Die Mundpropaganda bewirkt, dass immer mehr Leute bei unserem Pianisten anrufen und ihre Haustiere - aus den verschiedensten Gründen - töten lassen wollen. Alles wird promptest erledigt.
Zur gleichen Zeit gibt es innerhalb der Baufirma "Construcciones Paraiso" heftige Diskussionen über ein neues Bauvorhaben in Breda (wo der Roman spielt). Da ist die hübsche Bauleiterin Alicia, die ein heimliches Verhältnis mit Martin Ordiales, einem der 3 Gesellschafter der Firma hat(te). Ein weiterer Gesellschafter ist der nichtssagende Muriel, der 20% der Firmenaktien besitzt; die wichtigste Person ist aber Miranda Paraiso, die Tochter des verstorbenen Frimengründers und - wie Martin Ordiales - im Besitz von 40% der Firmenaktien. Sie will die Firma modernisieren und ganz anders bauen, stößt dabei aber auf den erbitterten Widerstand von Ordiales. Wenig später ist dieser tot - irgendjemand hat ihn vom Dach eines Hauses, das seine Firma gerade errichtet, gestoßen...
Hier treffen sich nun die beiden Handlungsstränge des Romans; und nun hat Ricardo CUPIDO, ein Privatdetektiv, viel Arbeit - Arbeit, dir er sich mit einem Teniente der Guardia Civil teilt (wobei Cupido allerdings immer einen Schritt voraus ist und letztlich auch den Fall löst).
Mit Eugenio Fuentes gibt es einen neuen Stern am spanischen Krimihimmel. An diesem Krimi, der in der Heimat des Autors, der Extremadura, angesiedelt ist, besticht vor allem - neben dem Plot an sich - die psychologisch ausgezeichnete Zeichnung der handelnden Personen und die gute Einbindung der Geschichte in einen regionalen Rahmen. Wir lernen Bauern kennen, die nun als Bauhilfsarbeiter tätig sind, ihr Bauerntum aber noch nicht abgelegt haben - und ähnlich ergeht es so manchem Unternehmer, der ebenfalls aus dem Bauernstand kommt. Ebenso ist es mit dem Schauplatz: Breda ist zwar eine Stadt, mentalitätsmäßig aber noch ein Dorf.
Und natürlich fehlt auch die Gesellschaftskritik nicht - hier am spanischen Bauboom, der die Unternehmer die primitivsten Sicherheitsvorkehrungen "vergessen" lässt (ein Unternehmer hat von den Behörden auch höchstens Geldstrafen zu befürchten!)
Man freut sich bereits auf den nächsten Fuentes-Krimi!