Adichies Werk fordert dazu auf, sich mit der schwierigen Lage im gespaltenen Nigeria der 1960er Jahre auseinanderzusetzen. Fiktonale Figuren und Ereignisse werden mit realen, wirklich stattgefundenen vermischt, was das Bürgerkriegsgeschehen für den Leser real macht. Es liefert sowohl eine Erzählung über normale Menschen, deren Ängste und Hoffnungen im Krieg, als auch das geschichtlichte Hintergrundwissen, die Zusammenhänge und Mechanismen, die zum Krieg führten.
Im Roman wird vor allem ein Anliegen der Autorin deutlich: Afrikanische Geschichten sollten von AfrikanerInnen geschrieben werden, nicht von Außenstehenden. "I wanted to make a strongly-felt political point about who should be writing the stories of Africa." (Adichie)
Begeistert hat mich auch Adichies Ausdruck und die sprachliche Treffsicherheit.
Adichies Roman "Purple Hibiskus" ist ebenfalls sehr zu empfehlen.