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Guttenberg: Biographie
 
 
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Guttenberg: Biographie [Gebundene Ausgabe]

Eckart Lohse , Markus Wehner
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (22 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

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  • Gebundene Ausgabe: 384 Seiten
  • Verlag: Droemer; Auflage: 2. (1. März 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3426275546
  • ISBN-13: 978-3426275542
  • Größe und/oder Gewicht: 21,8 x 15 x 3,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (22 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Man sollte den Leuten raten, einfach dieses Buch zu lesen. Das Buch erklärt den Menschen Guttenberg." Stern.de,

"Wenn man diese Biografie nicht aus der Hand legen will, dann liegt es daran, dass sie die eigentümliche Volksnähe dieses fränkischen Freiherrn besser zu verstehen hilft." Die Zeit,

"Alles in allem liest sich diese famos recherchierte, gut geschriebene Biographie wie die Vorlage für ein Filmdrehbuch." Süddeutsche Zeitung,

"Die Fähigkeiten des talentierten Herrn Guttenberg zu beschreiben, ohne dessen Verführungspotenzial zu erliegen: Das ist das Verdienst dieser Biografie." Frankfurter Rundschau,

"Man lernt viel über die Familie und den Menschen Guttenberg und versteht, wie er wurde, was er heute ist." Handelsblatt,

Kurzbeschreibung

"Eine Karriere scheinbar aus dem Nichts. Der erste deutsche Spitzenpolitiker der Twitter- und Facebook-Generation. Diese sehr gut geschriebene, lesenswerte Biographie macht einen klüger, was das Rätsel Guttenberg betrifft." Joschka Fischer

Der Shootingstar, der andere Politikertypus, der unglaubwürdige Plagiator. Aufstieg und Erfolg Karl-Theodor zu Guttenbergs sind beispiellos – und beispiellos ist auch die Empörung eines Teils der Öffentlichkeit über seinen erschwindelten Doktortitel. Dabei schien er alles zu haben, was ein Held braucht: Charisma, Stammbaum, Reichtum, eine schöne Frau und ein großes Amt. Seine Popularitätswerte übertrafen die der Kanzlerin bei weitem, viele sahen in ihm schon ihren Nachfolger. Aber ist Karl-Theodor zu Guttenberg ein guter Politiker? Als Wirtschaftsminister ließ er markigen Worten, etwa in der Opel-Krise, keine Taten folgen. Kaum war er Verteidigungsminister, vollzog er in der Kundus-Affäre einen atemberaubenden Meinungswechsel. Hat er auch nur den leisesten Verdacht, dass ein anderer hinter seinem Rücken Fäden spinnt, reagiert er hochempfindlich. Muss ein Politiker mit höchsten Ambitionen, einer, der als Hoffnungsträger gilt, nicht mehr leisten, mehr aushalten? Eckart Lohse und Markus Wehner erzählen das private und politische Leben dieses Instinktpolitikers. Viele bislang unbekannte Rechercheergebnisse ermöglichen, ein wesentlich genaueres Bild von Herkunft, Charakter und politischem Handeln Guttenbergs zu zeichnen. So schildern Eckart Lohse und Markus Wehner den Werdegang, erklären Stärken und Schwächen, das außergewöhnliche doppelte Talent Guttenbergs: Denn er ist nicht nur der schillerndste deutsche Politiker dieser Jahre, er ist der mit Abstand beste Selbstdarsteller und ein neuer Typ von Machtmensch.

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83 von 100 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Falk Müller TOP 100 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Die Diskussion um seine Doktorarbeit und den Rücktritt hat sich inzwischen so verselbstständigt, dass es schwer ist, den Menschen Guttenberg dahinter noch zu sehen, ihn kritisch, aber fair zu beurteilen. Genau das aber macht das Buch. Die Autoren schürfen tief in der Ahnengeschichte derer zu Guttenberg, sie recherchieren die Familienverhältnissse, zeichnen seine atemberaubende politische Karriere nach und vor allem beleuchten sie Guttenbergs Medienwirksamkeit.

Die Kunst des gewinnenden Auftritts erlernt er früh. Als 13-jähriger hält Guttenberg seine ersten öffentlichen Reden - auf Beerdigungen und Feuerwehrfesten. Bezeichnendes Zitat seines Vaters: "Ein Guttenberg schafft es, ein Bierzelt zum Schweigen zu bringen. Es geht nicht darum, was die Leute hören wollen, sondern wie". Karl-Theodor habe das gleich beherrscht.

Interessant auch seine Lebensstation Wehrdienst. Statt für den für Abiturienten üblichen Offizierslehrgang entscheidet er sich für den Unteroffizierslehrgang, der eigentlich für Haupt- und Realschüler gedacht ist. Guttenberg hat sich also schon früh mit denen zusammengetan, die eigentlich weit unter ihm stehen. Hier kündigt sich schon der spätere Verteidigungsminister an, der mit den einfachen Soldaten "auf Du und Du" steht, und gerade bei einfacheren Menschen so beliebt ist.

Sehr schön arbeiten die Autoren Guttenbergs zwiespältiges Verhältnis zu Bildung und Wissenschaft heraus. Hier spielt seine adlige Herkunft eine wichtige Rolle. Sie schreiben dazu: Für den Adel hat Bildung nie die Rolle gespielt, wie für das Bürgertum. Für den Adel sind eher andere Tugenden wichtiger: Charakter, Auftreten und Moral. Und das gilt auch für Guttenberg selbst. Obwohl er kein schlechter Schüler war, ist seine akademische Laufbahn eher zäh. Auf Seite 122 findet sich ein Hinweis auf seine inzwischen "berühmte" Doktorarbeit. Zitat: '''Doch auch später wird sich Guttenberg mit dem Abfassen seiner Doktorarbeit schwertun". Wie schwer, wissen wir ja jetzt...

Gibt es Hinweise im Buch, dass Guttenberg schon früher - na sagen wir die Wahrheit so ausgelegt hat, wie er sie gern hätte? Ja die gibt es. Ein Beispiel.Auf seiner Webseite steht der Eintrag "Freier Jornalist" bei der Zeitung "Die Welt" bis 2002. Das klingt nach jahrelanger freier Mitarbeit. Tatsächlich handelte es sich um ein Praktikum im Jahre 2001. 8 Artikel verteilt auf 6 Monate verzeichnet das dortige Archiv unter seiner Autorenschaft - 4 davon zusammen mit anderen Autoren geschrieben. Eine vergleichsweise magere Ausbeute für einen "Freien Journalisten".

Seine politische Karriere ist im Buch mit der Überschrift "Aufstieg" überschrieben. Das Wort sagt schon viel. Die Autoren zählen im Buch die Zutaten auf, die für eine politische Karriere notwendig sind und die Guttenberg in besonderen Maße verkörpert: einen bekannten Namen, die Fähigkeit zu begeistern und der Instinkt für die entscheidende, reifgewordene Situation. Ein Beispiel ist hier die Erlangung des Bundestagsmandats nach gerade 3 Jahren Mitgliedschaft in der CSU: Er merkt, dass der eigentlich vorgesehene CSU-Kanditat durch eine Steueraffäre angeschlagen ist und holt sich dessen Wahlkreis handstreichartig, indem er die Mehrzahl der Mitglieder auf seine Seite zieht.

Fazit: Lohse und Wehner ist eigentlich genau das passiert, war Autoren, die eine Biographie über eine noch lebende Person herausbringen am meisten fürchten: dass sie schon bei Erscheinen nicht mehr aktuell ist. Aber das ist vielleicht gerade die Stärke des Buches: den Menschen Karl-Theodor Guttenberg zu betrachten unabhängig von der derzeit laufenden hitzigen Diskussion - mit all seinen Schwächen aber auch Stärken. Und damit ist das Buch ein wichtiger Beitrag zur Versachlichung der aktuellen Debatte, auch wenn es die Autoren in dieser Form nicht unbedingt so beabsichtigt hatten.
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37 von 46 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Die Wellen der Emotionen in der deutschen Medienlandschaft und in den Internet-Foren über Karl-Theodor zu Guttenberg schlagen mit unverminderter Wucht hoch und man könnte angesichts des vorliegenden Informationsstandes eigentlich unterstellen, dass eine weitere Biographie über diesen ungewöhnlichen Politiker eher überflüssig ist. Doch weit gefehlt! Zwar erfolgte die Drucklegung der Biographie der beiden FAZ-Redakteure bereits im Januar 2011 und konnte somit die aktuelle Entwicklung um die Dissertationsarbeit von zu Guttenberg nicht berücksichtigen, für die Beurteilung und Einordnung der Person zu Guttenberg ist dieses jedoch nicht von Nachteil. Vielmehr stellt die seit einigen Tagen vorliegende Guttenberg-Biographie von Eckart Lohse und Markus Wehner eine sachliche und inhaltliche Bereicherung in der nach wie vor aufgeheizten Stimmung zur Plagiats-Affäre um den ehemaligen Verteidigungsminister dar.
Es mag sogar von Vorteil sein, dass die jüngsten Vorgänge in ihr keine Aufnahme finden konnten, denn dadurch konzentriert sich der Fokus auf die Person des Protagonisten und seiner bisherigen Leistungen in seiner späteren politischen Karriere. Im Gegensatz zur jüngst veröffentlichten Biographie von Anna von Bayern hebt sich die vorliegende Biographie durch ihre sachlich-kritische Bewertung von Karl-Theodor zu Guttenberg wohltuend von der üblichen Hofberichterstattung ab. Sie beleuchtet zunächst den familiären Hintergrund von Herrn zu Guttenberg und nimmt den Leser mit zu einer tour d'horizon der Verflechtungen des Hauses zu Guttenberg mit anderen Linien des süddeutschen Adels. Die Verfasser zeigen hierbei eine ganze Reihe von Zusammenhängen auf und geben dem Leser dabei einen Eindruck vom Werteverständnis des deutschen Adels. Man begreift, dass aus diesem Selbstverständnis heraus eine wesentliche Antriebskraft für den Widerstand katholisch geprägter, national-konservativer Offiziere gegen die national-sozialistische Herrschaft resultieren musste.
So erfährt man, dass die Familien Guttenberg und Stauffenberg nicht nur ideell durch den Widerstand gegen Hitler miteinander verbunden waren, sondern dass ihre Beziehung qua Heirat bereits weit vor der Zeit des National-Sozialismus zurückreichte, wurde, wie in anderen Teilen des bayerischen Adels Usus, schließlich 'standesgemäß' geheiratet. Daß solche 'Arrangements' nicht immer glücklich verlaufen, zeigt sich am Beispiel der Eltern von Karl-Theodor zu Guttenberg. Man erfährt Aufschlussreiches über die Jugend Karl-Theodors, seiner Einstellung zum Lernen per se, seiner Affinität zu Latein und Alt-Griechisch und seinen Qualitäten in Rethorik und gerade auch im 'persönlichen Marketing'. Der junge KT ist geprägt durch ein gesellschaftliches und familiäres Ambiente, in dem Standesbewusstsein und die moralische Handlungsverpflichtung gegenüber der Gesellschaft als tragende Säulen, als inhärente Verpflichtung 'des Standes' gelten. Die Autoren arbeiten dies im ersten Teil des Buches sehr gut heraus und geben über Quellennachweise, die als relativ umfassend bezeichnet werden können, dem Leser die Möglichkeit, sich hier näher zu vertiefen.
Wie glaubwürdig und berechenbar muß ein Karl-Theodor zu Guttenberg gelten? Anschaulich beschreiben die Autoren hierzu im zweiten Teil des Buches, daß sich bereits in der Opel-Krise die Grenzen der intellektuellen Leistungsfähigkeit einer sprunghaften und unkalkulierbaren Person abzeichneten. Ein Bild, das sich später im Fall 'Quelle', in der 'Kunduz-Affäre', der Vorgänge um die Gorch Fock und letztendlich in der Plagiatsaffäre bestätigte.
Den Autoren ist es gelungen, das Phänomen 'zu Guttenberg', die zuweilen penetrante Markenpflege von 'KT' durch Teile der Medien und die Rolle, die beide Ehepartner in der gezielten Hintergrundregie dabei wechselseitig spielen, ohne hämischen Unterton verständlich und plausibel aufzuzeigen. Lohse und Wehner haben dabei auf eine Vielzahl von Quellen und Beobachtungen zurückgegriffen. Dadurch bleibt das Buch nicht an der Oberfläche, sondern läßt Erklärungslinien hervortreten, die für den Leser das jüngste Verhalten von Herrn zu Guttenberg plausibel erscheinen lassen. Bei aller Jovialität im Umgang mit dem gesellschaftlichen Mainstream definiert zu Guttenberg aus seinem Standesverständnis heraus und in der faktischen wirtschaftlichen Unabhängigkeit die für ihn geltenden moralischen Maßstäbe durchaus aus einem anderen Paradigma, als dies für die bürgerliche Mehrheit in unserer Gesellschaft gilt.
Die Autoren konzidieren dabei, daß zu Guttenberg sich sowohl von der Haute-Volée der Neureichen-Schickeria als auch von der inzwischen stark angewachsenen Masse der Polit-Apparatschicks durch Charme, Eleganz und Weltläufigkeit abhebt. Treffend beschreiben sie dieses Phänomen, das sich als 'Volksadel mit Glamour-Faktor' auf einen kurzen Nenner bringen läßt und sich in mehreren, zuweilen grotesk-komischen, Bilddokumenten visualisieren läßt.

Leicht getrübt wird der durchweg positive Eindruck dieses keineswegs tendenziösen Buches lediglich an der einen und anderen Stelle, wo sich die Autoren von den tradierten Klischees zu der einen und anderen Persönlichkeit leiten ließen. So wird ein Seitenhieb auf die vermeintlich ambivalente Einstellung von Claus Schenk Graf von Stauffenberg gegenüber der Demokratie von Weimar unternommen, die er mit den Guttenberg-Brüdern Georg Enoch und Karl Ludwig teilte. An anderer Stelle ' man beleuchtet das verwandtschaftliche Verhältnis zwischen Karl-Theodors Mutter und ihrem zweiten Ehemann, Adolf von Ribbentrop, - wird man mit der gängigen Charakterisierung des durchaus zwiespältigen Außenministers des Dritten Reiches Joachim von Ribbentrop in keiner Weise gerecht. Doch mit Ausnahme dieser Arabesken folgt das Buch einer überaus sachlichen Betrachtungsweise der Person des Protagonisten und seines näheren Umfeldes.
Am Ende der Lektüre legt man das Buch mit der Einschätzung aus der Hand, daß es in fachlicher Hinsicht und angesichts des gesellschaftlichen Anspruchsniveaus an ministeriell Verantwortliche zu begrüßen ist, von einem Karl-Theodor zu Guttenberg nunmehr entlastet zu sein. Auch ohne Plagiats-Affäre wäre dieser politisch schillernden Persönlichkeit keine allzu lange Zukunft als Minister beschert gewesen, da er angesichts der gelebten Unabhängigkeit und der fehlenden fachlichen Bodenhaftung nicht die Grenzen seiner Handlungsmöglichkeiten abzuschätzen vermochte. Das Buch leistet einen Beitrag, einen Menschen verständlicher zu machen, für den Politik Spaß macht, der sich durchaus leidenschaftlich für die Vermittlung 'politischer Botschaften' engagiert, es jedoch nicht vermochte, den 'Elchtest' der harten und zuweilen detailreichen politischen Sacharbeit zu bestehen. Zu Guttenberg ist ein Markenträger seiner selbst, ein Meister der Selbstinszenierung, ein politischer Luftikus, werteorientiert und einem Moralkodex verhaftet, der sich zu dem einer wesentlich konziser und konsequenter definierenden bürgerlichen Gesellschaft in fast prosaischer Weise abhebt. Eckart Lohse und Markus Wehner haben mit ihrer sorgfältig recherchierten Arbeit auf 385 Seiten und einem dezidierten Quellennachweis die Biographie eines ungewöhnlichen deutschen Nachwuchspolitikers erstellt, bei der, angesichts der aktuellen Entwicklung, am Ende wesentliche Fragen unbeantwortet bleiben. Aber das schmälert ihren Wert in keiner Weise. Der fast irrationale Hype um die Figur zu Guttenberg ist nicht nur Ausdruck des gestörten Wahrnehmungsempfindens einer zunehmend manipulierbareren Gesellschaft gegenüber vermeintlichen Hoffnungsträgern, sondern verdeutlicht auch die Armut an Originalität und intellektuellem Reichtum, die Politik in der Vergangenheit immer wieder ausmachte.
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22 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Zwei FAZ-Redakteure beschreiben in diesem Werk Leben und Karriere des Polit-Shootingstars und Medien-Phänomens Karl-Theodor zu Guttenberg, teils kommentierend und analysierend. Dem Buch liegen intensive Recherchen zugrunde, es ist sehr gut lesbar und interessant aufbereitet. In der 2. Auflage ist ein Vorwort namens "Abgeschrieben" hinzugefügt, das die Affäre um die "Gorch Fock" wie auch die des "Plagiators" aufgreift. Die Plagiatsaffäre wurde dem Polit-Star zum Verhängnis, der immer wieder lauthals die Tugenden "Prinzipienfestigkeit", "Grundsatztreue" wie auch "Klarheit" und "Wahrheit" als Richtschnur seines Handelns betonte.
Durch dieses Vorwort ist die 2. Auflage nun ausgewogen und aktualisiert.

Beim ersten Durchblättern des Werkes fallen die Farbfotos auf, die in der Mitte zusammengewürfelt sind. Sie überbringen den Eindruck geschniegelten Glamours "der Guttenbergs" wie auch gekonnter Inszenierung der Medien.
Doch das Farbfoto, das ihn in "Top Gun-Manier" im Kampfjet-Piloten-Outfit zeigt, erinnert eben auch fatal an das "Mission Accomplished"-Foto des George W. Bush mit all seiner Wirkungsgeschichte.
In der zugehörigen Bildunterschrift wird "KT" wohl wegen seines kometenhaften Aufstiegs aber auch seiner Selbstinszenierung treffend und vielleicht auch etwas spöttisch als "Karl-Theodor zu Cruise" betitelt - nach dem Schauspieler Tom Cruise. Doch der führt seine "Mission impossible" jeweils als strahlender Superheld zu Ende und es wartet hierbei stets ein nächster glanzvoller Auftrag auf ihn...

Natürlich fehlen in dem Werk die Wurzeln des uralten Adelsgeschlechts nicht, das seit 1315 in Schloss Guttenberg des gleichnamigen Ortes in Oberfranken seinen Sitz hat. Schon der Großvater war CSU-Politiker gewesen, dessen Vornamen "unserem KT" - neben vielen und Vielem anderen - mit in die Wiege gelegt wurden. Auch die darauf folgende Generation, die Elterngeneration des Hauses, erfährt ihre würdigende Darstellung. Der "junge Guttenberg", der wie sein Bruder die Trennung der Eltern verkraften musste, der Frösche jagte, fischen ging, Klavier üben musste und ministrierte, sowie - ein Omen? - durch "Umtriebigkeit" auffiel und danach für ein Dreivierteljahr eine Eliteschule besuchte, er wird ebenso geschildert wie seine Zeit bei den Gebirgsjägern und seine Studienjahre. Es wird deutlich, dass "KT" den Weg zum Volljuristen nicht konsequent zu Ende beschritt und das zweite Staatsexamen nicht abolvierte. Das unkritisch übernommene Wort "Prädikatsexamen", das auch in Guttenbergs Homepage auftaucht, ist in der 2. Auflage allerdings noch nicht getilgt, während eine andere Legende, die biographische Lücken überdeckt, von den Autoren aufgedeckt wird - die scheinbar erwähnenswerte Tätigkeit als "freier Journalist", in diesem Genre kennen sich die Autoren gut aus.

Nach diesem Werdegang zeigen die Verfasser in allen Details auf, welche Sprungbretter von "KT" auf welche Weise genutzt wurden, mittels derer der Überflieger "sich" zum Medien-Star und in einer Blitz-Karriere zum Minister "empor schnellte", unter dem akklamierenden Jubel nicht nur von CSU und CDU als Booster. Selbstbewusst, reich, jung, gut aussehend, männlich, sportlich, energiegeladen, "der andere Politiker": Das sind die ihm zugeschriebenen Attribute, die in dem Buch herausgearbeitet und teils hinterfragt werden. Genüsslich analysieren die Autoren die inszenierten Bilder und das wohlüberlegt und fein ziseliert aufgebautes Image "eines Märchenprinzen, auf den die Deutschen gewartet haben", noch dazu garniert mit einer "attraktiven Prinzessin". Sie entdecken Eigenschaften, die zum tiefen Fall beitrugen. Auf der anderen Seite erkennen sie aber auch die Begabungen an, die zur Karriere des damals jüngsten Wirtschaftsministers Deutschlands und mehr noch als Verteidigungsminister mit der "Lieblingsbühne Afghanistan" beitrugen.

Insgesamt eine ausgewogene, lebendig geschriebene und nicht ermüdende Darstellung, die in erhellenden Streiflichtern die Schwächen und die Stärken Karl-Theodor zu Guttenbergs ausleuchtet!

Eckart Lohse & Markus Wehner: Guttenberg Biographie. München (Droemer Verlag) 2011. 432 Seiten, zahlreiche Farb- und SW-Fotos, gebunden, ISBN 3-426-27554-6
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