Wer wirklich große Probleme mit seiner Sexualität und/oder seinem Partner hat, sollte vielleicht eine Therapie machen. Wer aber nur so ein leises Unbehagen verspürt, sich irgendwie mit einer unbefriedigenden Situation arrangiert hat, vielleicht ab und zu telepathische Kommunikationsversuche startet oder noch nicht einmal genau weiß, wie eine befriedigende Sexualität für ihn aussehen könnte, dem sei dieses Buch wärmstens empfohlen.
Es warten weder Bilder noch Beschreibungen komplizierter Bettgymnastik, sondern Arbeit, sehr gut in kleinen Schritten angeleitet. Das kann ein schmerzhafter, beänstigender und auch langwieriger Prozess sein, eine Erfolgsgarantie gibt es nicht, (da hilft der Autor aber auch beim Abwägen von Nutzen und Risiko). Es kann aber auch ungeheuer viel Spaß machen, ganz neue Seiten an sich und dem Partner zu entdecken. Gelingt es, diesen Weg zu gehen, wartet nicht nur das erotische Wunderland, sondern das Paar geht mit gestärktem Vertrauen und frischer Liebe aus diesem Prozeß hervor.
Der Autor hilft dem Leser auch sprachlich auf die Sprünge, da er ein sehr angenehmes Vokabular verwendet, das gut zum Mitteilen von Wünschen und Vorstellungen übernommen werden kann.
Persönlich möchte ich allerdings noch eine kleine Warnung an Menschen mit sehr negativen/traumatischen Erfahrungen in der Vergangenheit anschließen: einige Übungen mit Blickrichtung Vergangenheit können heftig triggern. Wer da nicht sicher ist, ob er das alleine auffangen kann, sollte extrem vorsichtig an diese Übungen herangehen oder sie überspringen und im Zweifelsfall wirklich professionelle Hilfe in Anspruch nehmen. Da hätte der Autor evtl. noch etwas mehr warnen können.