Aus der Amazon.de-Redaktion
Wer glaubt, unser heutiger Stand des Wissens und der Technik sei das Resultat einer geradlinigen und zwangsläufigen Fortentwicklung, wird sich von James Burke gerne eines Besseren belehren lassen: In zwanzig kurzweiligen Reisen durch das "Netzwerk menschlichen Wissens" offenbart sich die unplanbare, chaotische und überraschende Seite des Fortschritts. Die Dynamik des Wandels wird nicht gerade selten vom Zufall getrieben.
Was haben beispielsweise Kaschmirschals zur Entstehung des Computers beigetragen? Antwort: In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts kamen Kaschmirschals in Mode. Um die aufwendigen Muster maschinell herzustellen, benutzte man gelochte Pappkartons als Steuerungsmechanismus. Zur selben Zeit wollte der Ingenieur Herman Hollerith ein automatisiertes Zählverfahren für die amerikanische Volkszählung entwickeln. Von den Lochkarten erfuhr er aber nur, weil zufälligerweise sein Schwager in der Textilbranche arbeitete. Hollerith hatte mit seinem Verfahren großen Erfolg und gründete wenig später ein Unternehmen namens IBM.
Weil in einem Netzwerk des Wissens irgendwie alles mit allem zusammenhängt, geht Burke auch in der Art der Darstellung neue Wege. Er erzählt nicht chronologisch oder getrennt nach Wissensgebieten, sondern läßt sich von den vielen ungewöhnlichen Verknüpfungen und Zusammenhängen durch die Jahrhunderte treiben. Damit nicht genug: Mittels "links" an den Seitenrändern kann der Leser von Knotenpunkt zu Knotenpunkt des Netzes springen und damit die Lesarten dieser originellen Technologiegeschichte schier unendlich steigern. --Christian Stahl -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.