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5.0 von 5 Sternen
Der Schwachsinn dieser Welt, 19. Januar 2006
Rezension bezieht sich auf: Guten Tach. Auf Wiedersehn: Autobiographie, Teil 1 (Taschenbuch)
Mit dem guten Vorsatz, mal wieder herzhaft abzulachen, habe ich dieses Buch zu lesen begonnen. Allein schon dieser herrliche Schwachsinn auf dem Umschlag hinten drauf: "Dieses Buch ist ein gutes Buch. Der Verfasser hat es selbst geschrieben." Da muß man erst mal drauf kommen. Über so was kann ich tagelang lachen. Da wird unter dem Deckmäntelchen einer naiven Lobhudelei die Terrorherrschaft der Logik im Klo runtergespült, und eine Anarchie der Kreativität bricht durch, die einfach alles auf den Kopf stellt. Genial! So ging es dann ungefähr die ersten 50 Seiten. Und plötzlich wird das Buch ungeheuer traurig. Da liest man von einem musikalischen, hochtalentierten, sensiblen Pubertierenden, der mit einer Welt konfrontiert wird, die einfach nur dumm und bösartig ist. Natürlich flüchtet er in Drogen. Aber das Zeug löst auch keine Probleme. Das Problem bleibt: Eigentlich ist in diesem Weltsystem kein Platz für hochtalentierte, kreative, sensible Menschen. Seine Erinnerungen daran, wie er während eines Praktikums auf einer Baustelle behandelt wurde - das ist zutiefst deprimierend. Da hat einer nun Talent, aber in dieser Welt zählen nur Geld und Macht. Seine Enttäuschung sucht sich ein Ventil in Albernheit. Und damit hat er dann plötzlich Erfolg. Daß er ein guter Jazz-Pianist ist, scheint niemanden zu interessieren. Aber wenn er den Blödmann spielt, lachen sich die Leute krank, und die Kasse klingelt. Ich weiß nicht, wie er das verkraftet. Ich denke mal, sein anarchischer Humor ist zugleich eine Offensiv- und Defensiv-Waffe. Schneider läßt die Welt in den Spiegel ihrer eigenen Schwachsinnigkeit blicken und amüsiert sich darüber, daß die Welt sich darüber amüsiert. Anders kann man wohl nicht überleben.
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10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Kurz und knackig - wenn doch alle "Autobiographien" so wären, 19. Januar 2003
Rezension bezieht sich auf: Guten Tach. Auf Wiedersehn: Autobiographie, Teil 1 (Taschenbuch)
"Hier erfahren Sie, was Sie schon immer über Helge Schneider wissen wollten!" - stimmt nicht ganz, denn was ist wahr, was ist erlogen bzw. stark übertrieben? Je besser man Helge Schneider kennt, desto leichter fällt einem die Unterscheidung. Aber egal, das Buch ist in jedem Fall interessant, witzig, extrem. Ansatzlos und trocken reiht "der Meister" seine Erlebnisse und Erfahrungen aus Kindheit und Jugend in einer kleinbürgerlichen "Ruhrpotts-Familie" sowie seine Anfänge als Musiker und Entertainer aneinander - ohne Selbstmitleid, ironisch, provokant natürlich (politisch unkorrekt manchmal, aber darum schert er sich wie immer einen Dreck). Herrlich kurzweilig zu lesen! Man weiß manchmal nicht, ob man ihn bemitleiden soll wegen seiner ach-so-harten Lebensumstände oder ihn hassen soll wegen seiner gewissen Gleichgültigkeit seinen Mitmenschen gegenüber... Übrigens wird mit diesem Büchlein seinen Musikerkollegen von damals automatisch ein Denkmal gesetzt - sehr interessante Typen... Für die Fans seiner Filme sei gesagt, daß man ein bißchen was über die Dreharabeiten zu "Johnny Flash" erfährt - man staunt über den Aufwand, der dahintersteckt... Schneider macht in seiner "Autobiographie" einmal mehr klar, wie normal Verrücktsein eigentlich ist und daß man damit wunderbar durchs Leben kommt! Lesenswert. (Mit sonst nie veröffentlichten Fotos - köstlich, ihr werdet Euch wundern!)
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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Guten Tach Helge .Auf Wiedersehn Kunstfigur, 12. März 2003
Rezension bezieht sich auf: Guten Tach. Auf Wiedersehn: Autobiographie, Teil 1 (Taschenbuch)
Wenn man Helge Schneider für eine reine Kunstfigur hält, wird man bei der Lektüre dieses Buches sehr erstaunt sein.Helge Schneider versteht es den Leser zu verblüffen, weil Realität und Kunstfigur verschmelzen. Man weiss bald nicht mehr, ob es überhaupt jemals eine Kunstfigur gab. Offenbar ist Helge nicht viel anders als die Person auf der Bühne. Das Buch ist auf jeden Fall sehr empfehlenswert, es schildert Helge Schneiders Kindheit, Jugend und die ersten Gehversuche auf der Bühne. Vieles ist anders als man vermutet.Sehr fesselnd geschrieben, wie Herr Schneider selber findet: ein gutes Buch.Und er hat recht!
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