Ein sehr sensibles Buch, das ich jedem Menschen nur empfehlen kann. Maxie Wander hat neunzehn Frauen, ihre Gedanken und Gefühle, ihre bisherige Lebensgeschichte in der DDR auf Tonband aufgenommen und unverändert wiedergegeben. Ihre Fragen sind ausgelassen, nur durch kurze Rückfragen spürbar, dadurch ist sie und ihre urteilslose Haltung spürbar. Irgendwie hat man aber doch den Eindruck, daß Maxie Wander mitfühlt, mitleidet, ich kann nicht erklären, wieso.
Diese neunzehn Geschichten sind vielleicht nicht unbedingt repräsentativ für die Mehrheit der Frauen in der DDR - aber sie bilden einen Ausriß von interessanten Lebensbildern, die man so leicht nicht vergessen kann. Auszug aus einem Tonbandprotokoll: „Was Glück ist? Ich weiß ja auch nicht, vielleicht, wenn man sich was wünscht, und das erfüllt sich dann. [...] Unter meinem künftigen Beruf, Wirtschaftskaufmann, stell ich mir nichts vor. Ich weiß ja nicht, wo sie mich hinstecken werden [...]"
Hier ist all das enthalten, was „wir" nie vergessen sollten, weil es einen Teil unseres Lebens darstellt. Westdeutschen wird dieses Buch vielleicht fremder vorkommen - nichtsdestotrotz wird es sie berühren, und spannende Geschichten sind diese 19 Protokolle allemal. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)