"Die Hochzeit ist so etwas wie ein Begräbnis....die Frau begräbt ihre Illusionen, der Mann seine Freiheit!"
Paul Dahlke, als Butler zu Curd Jürgens im Film. Na ja, da ist ja was dran, auch heute noch!
Ansonsten finde ich den Film nicht gelungen, bzw. das Thema sehr antiquiert.
Die junge Ehefrau, die alles sieht und hört, und trotzdem brav die Augen verschließt. Das alles spielt in einem spießigen 50er Jahre Interieur.
Thema: Die noch Ehefrau, Susanne von Almassy, vom frisch gebackenen Ehemann, Curd Jürgens, erscheint ausgerechnet in seiner der 1. Hochzeitsnacht mit, Ilse Werner, der neuen Ehefrau, und behauptet, die Scheidung von ihm wäre gar nicht rechtskräftig, und somit Jürgens ein Bigamist. Sie will Geld, damit sie geht, oder sie bleibt. Sie bleibt, denn Sonntags haben alle Banken zu! Der Butler Paul Dahlke, und der Freund Hubert von Meyerink sollens nun retten.
Susanne von Almassy spielt Ilse Werner glatt an die Wand, und dem vor Testosteron nur so sprühenden starken Mannsbild, Curd Jürgens, nehme ich die Paraderolle von Rühmann, den nun damit völlig überforderten Stotterer, nicht wirklich ab.
Hubert von Meyerink ist ja immer ein Genuss, der bräuchte nicht mal spielen, den bräuchte man nur einfach irgendwo im Film rumstehen lassen, das wäre schon ein Genuß!
Paul Dahlke spielt den Frauenverächter sehr ernst, aber dadurch ist der Film längst nicht so komisch wie er sein könnte. Und das ist das Problem, was will der Film?
Ilse Werner verzichtet ohne zu Murren auf ihre erste Hochzeitsnacht?, Curd Jürgens läuft irgendwie hilflos schwankend zwischen stark und schwach spielen in den Szenen hin und her, Paul Dahlke hängt die ganze Zeit am Mithörgerät, und der homosexuell wirkende Hubert von Meyerink ist plötzlich verliebt in die Almassy, und was wollte die eigentlich die ganze Zeit? Das ist alles nicht glaubwürdig. Für komisch ist der Film nicht albern genug, und ernst nehmen kann man das Ganze auch nicht. Aus dem Stoff hätte man doch was machen können. Man schaue sich mal "den Florentinerhut" mit Rühmann an, eine verpatzte Hochzeitsnacht, wirklich urkomisch.
Sehr spannend finde ich allerdings, wir haben das Jahr 1950, wie lasziv Susanne von Almassy im Film agiert. Sie bietet Curd Jürgens und Hubert von Meyerink ganz unverhohlen Sex an. Nacheinander versteht sich!
Das beigefügte Bonusmaterial ist fast besser als der Hauptfilm.
Eine Kopie in klein der "Illustrierten Filmbühne" Nr 906.
Aus Rendezvous unterm Nierentisch gibt es 3 Werbetrailer aus den 50ern: 1. Signal, 2. Erdal, 3. Wagner Polstermöbel, letzteres auch sehr schlüpfrig.
Des weiteren eine Musicbox mit 8 Titeln:
1.Wir beide sind ein Ehepaar: Ilse Werner/Curd Jürgens
2.Diese Nacht ist die Nacht meiner Träume: Ilse Werner/Curd Jürgens
3.Tausend und eine Nacht: Lieselotte Machowski
4.Davon träumen alle Mädchen: Harald Juhnke/Cornels
5.Lass kein Mädel lange warten: Peter Kraus
6.Junge Leute brauchen Liebe: M. Dahlberg/H.Friedauer
7.Ende gut alles gut: Ursula Oberst
8.Filmmedley: Vivi Bach/Peter Fröhlich
Abgerundet werden die Bonusfilme mit Radiointerviews von Curd Jürgens 1970, und Ilse Werner 1972.