In sieben Kapiteln (den sieben Todsünden nachempfunden) führt uns Kuzmanys Reisebericht des Shoppings durch die Welt: Kolumbien, China, aber auch Brandenburg.
Dabei deckt er Arbeits- und Herstellungssünden auf, wie man sie zum Teil nicht kennt.
Firmen schrecken selbst davor nicht zurück, die Verbraucher bewusst zu verwirren, wie etwa der Brandenburger-Biohof und seinem "Hühnerbarometer" (das Hühnerbarometer zeigt angeblich an, wie "glücklich" die Hühner gerade sind, wie viele schlafen, wie viele fressen oder herumlaufen). Das Barometer stellt sich als Lüge und die Hühner als Wesen heraus, die noch nie das Tageslicht erblickt haben und in engen Legebatterien leben.
Oder etwa die Geschichte über Apples iPOD und die hundsmisserablen Zustände in der chinesischen Produktion.
Oder die Kinderarbeit für unsere geliebten, günstigen T-Shirts und Pullovers.
Kuzmanys Fazit: "Einkaufen ohne schlechtes Gewissen - das kann nur, wer kein Gewissen hat, nicht den Arbeitern und der Umwelt gegenüber und auch nicht den Kindern, von denen wir doch, wie jeder weiß, diese Welt nur geliehen haben".
Ein zum Teil sehr lustig zu lesender, hochbrisanter und unterhaltsamer "Shoppingratgeber", der nicht den Zeigefinger erhebt, sondern die Zustände einfach schildert. Zu einer wirklichen Lösung kommt er nicht, die muss jeder für sich selbst finden... Wer den Werbebotschaften schon misstraute, wird sich bestätigt fühlen, alle anderen etwas kritischer durch die Supermarktregale gehen...
Für mich ein sehr empfehlenswertes Buch.