Als unser erstes Kind vor 14 Monaten starb, brach für uns eine Welt zusammen. Die Schwangerschaft verlief sorglos und wir freuten uns sehr über unseren kleinen Sohn. In der 25.Schwangerschaftswoche fuhren wir "vorsichtshalber" zur Untersuchung,weil es plötzlich stiller in meinem Bauch wurde. Wir wollten uns beruhigen,dass alles in Ordnung war. Stattdessen erfuhren wir,dass unser Baby gestorben war.Es war furchtbar,diese Worte zu hören.Unsere Träume,unser Glück waren von einer Sekunde zur nächsten zerstört. Eltern,die ihr Kind verloren haben,sind verloren. Sie verstehen überhaupt nichts mehr. Oft hängt es vom Zufall ab,wie sie betreut werden und wie ihr Kind zur Welt kommen kann. Das ist nicht richtig. Wir sind auf eine verständnisvolle,menschliche Begleitung angewiesen. Es geht nicht darum,den Tod,die Geburt möglichst schnell "hinter uns zu bringen",als handle es sich um eine Panne im Klinikalltag. Ein kleiner Mensch,der gelebt hat und der gestorben ist,soll zur Welt kommen. Er verdient Respekt und Behutsamkeit wie alle anderen Kinder auch.. Es geht um unwiederbringliche Momente,um die einzigen, die wir Eltern "hier draussen" mit unserem Baby haben. Diese Momente werden einen entscheidenden Einfluss auf unser späteres Leben haben . Unser Sohn Patrick wurde in einer Atmosphäre der Stille und des Friedens geboren. Die Zeit,ihn kennenzulernen,zu bestaunen,zu fühlen,zu halten,war viel zu kurz. Wir mussten uns trennen.Unendlich ist unser Bedauern.Doch es waren sehr kostbare Momente,die wir niemals vergessen werden. Patrick wurde liebevoll behandelt.Er war so schön,so lieb,wir sind stolz auf ihn. Eine liebe Freundin schenkte uns nach Patricks Geburt das Buch "Gute Hoffnung-jähes Ende". Hannah Lothrop hat mir in ihrer persönlichen Art sehr geholfen. Es ist so schwer,von Aussenstehenden verstanden zu werden,von Freunden,von Verwandten. Wir sind auch Eltern. Wir möchten auch von unseren Kindern reden. Sie verdienen dieselbe Wertschätzung, wie andere Menschen auch. Hannah Lothrop versteht trauernde Eltern,denn sie musste dieselbe schmerzvolle Erfahrung,wie wir machen,als sie ihre Tochter Cara verlor. Sie schreibt mit sehr viel Sorgfalt.Sie hat grosse Sympathie für Menschen,die es wagen,ihre Gefühle zu leben.Aus ihren Worten sprechen Kraft und Uberzeugung.Ich fühlte mich dadurch gehalten.Immer wieder habe ich das Buch zur Hand genommen.Im Laufe der Reise durch die Trauerlandschaften habe ich manche Sätze,die Hannah Lothrop wirklich durchlebt hat,immer anders,immer neu verstanden.Die Ergfahrungsberichte von anderen Eltern,die H.Lothrop in ihrem Buch verarbeitet hat,gaben mir das Gefühl,nicht allein und nicht verrückt zu sein.Für die Aussenwelt ist es doch so einfach,die Trauer zu übergehen,unsere Kinder zu ignorieren,ihr Leben und Sterben zu bagatellisieren. Das Buch "Gute Hoffnung-jähes Ende" hat mich immer wieder in dem Gedanken gestärkt, eine richtige Mutter zu sein,ein Recht auf Glück und Trauer zu haben. Hannah Lothrop ermutigt Eltern,daran zu glauben,dass in der Trauer der Trost liegt; wir sollen unsern instinktiven Gefühlen,unserer inneren Stimme vertrauen. Wir können dabei viel über unser Kind und uns selbst erfahren. Im Buch finden Eltern eine Fülle von Anregungen,um gut zu sich selbst zu sein: zum Körper,zum Geist,zur Seele. Die Literaturliste im Anhang ist sehr ausführlich. Ich habe viele der Bücher regelrecht verschlungen. Wir fanden auch Anregungen und Informationen durch H.Lothrops Internet-adressen. Ich kann betroffenen Familien dieses Buch nur wärmstens empfehlen.Es ist das ausführlichste, sorgfältigste,sensibelste Buch,das ich zum Verlust in der frühen Lebenszeit gelesen habe. Hannah Lothrop nimmt wirklich zu allen denkbaren,wichtigen Problemen Stellung. Freunde haben uns gesagt,dass auch ihnen das Buch geholfen hat,uns besser zu verstehen. Es ist also auch ein überaus wichtiges und wertvolles Buch,für Menschen,die trauernde Familien begleiten:Arzte,Hebammen,Seelsorger, Psychologen,Beamte bei Verwaltungen, Verwandte,Freunde... Liebe Hannah Lothrop sie hatten den Mut und die Kraft,dieses Buch zu schreiben. Eltern müssen nach dem Tod ihres Kindes weiterleben und das ist unsagbar schwer. Sie haben uns dabei nicht allein gelassen. Und deshalb danke ich ihnen von ganzem Herzen. Chantal Kieffer-Hennico,Patricks Mama.