Der Autor befasst sich vor allem mit Triebstärke und Motivation und wie stark diese vorhanden sein müssen bzw. gefördert werden können. Auch wenn der Untertitel „Die Eignung und Motivation von Arbeitshunden" lautet, so bezieht sich dieses Buch doch meist auf die Sucharbeit, das sollten interessierte Leser sicher beachten.
Spannend waren die Erläuterungen wie sich Belohnung durch Spiel oder Futter auf den Hund auswirkt -endlich mal nicht nur eine Meinung von einem Hundetrainer sondern fundierte Beweise warum und in welchen Situationen so oder so gelobt werden sollte!
Hochinteressant war auch der kurze Einblick über die Studie über Rückenprobleme bei Hunden und wie sich (weitgehend unsichtbare) Schmerzen auf das Verhalten und natürlich die Arbeitsmotivation des Hundes auswirken können.
Überhaupt beachtenswert finde ich die vielen Verweise auf weiterführende Literatur und Studien -der Autor erzählt nicht nur von seiner eigenen Erfahrung, sondern weiß ganz offensichtlich auch über anderer Leute Experimente bescheid. Dies wird allerdings auch zum Kritikpunkt: An manchen Stellen hätte ich mir mehr Informationen gewünscht, so spricht der Autor über Jagdverhalten oder zu starker Erregung im Training und das dies in Einzelschritten minimierbar ist, verweist jedoch lediglich auf weiterführende Literatur ohne ein Wort über das WIE zu verlieren. Der Autor erwähnt z.B. auch die Nützlichkeit von Massagen für Arbeitshunde, erklärt aber mit keinem Wort wie oder wo der Hund massiert werden sollte.
Auch hätte ich mir mehr zum Thema Denksport oder (Anlagen)Förderung durch geistige Aktivitäten gewünscht, die leider kaum Erwähnung fanden.
Insgesamt jedoch ein fundiertes Buch, wenn auch manchmal von etwas vielen Wiederholungen gespickt. Bei einem so hochspezialisierten Thema muss man wohl erwarten auch andere Themen (Ethologie der Kaniden, Verhalten der Mutterhündin gegenüber Welpen) serviert zu bekommen um das Buch auf seine 200 Seiten zu bringen.