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Gute Absicht
 
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Gute Absicht [Gebundene Ausgabe]

Angelika Stucke
4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Ein grausamer Mord erschüttert die niedersächsische Kleinstadt Roßbach: die ambulant arbeitende Fußpflegerin Kornelia Lorenz findet ihre Patientin Melanie Rott tot in deren Haus auf. Offensichtlich wurde die alte Frau vor ihrem unfreiwilligen Ableben sadistisch gefoltert, die Dorfgemeinschaft ist in Aufruhr. Da Kornelia in ihrem Beruf viel herumkommt und zur Ermordeten ein freundschaftliches Verhältnis pflegte, beschließt sie, eigene Ermittlungen anzustellen. Damit bringt sie sich in höchste Gefahr, da der geisteskranke Mörder ihr bereits viel näher ist, als sie vermutet Angelika Stucke legt mit Gute Absicht" einen rasanten Krimi aus ihrer Heimatregion vor, der mit viel Lokalkolorit, skurrilen Landeiern und einer sympathischen Heldin punktet - spannendes Lesevergnügen mit schwarzem Humor und überraschenden Wendungen!

Über den Autor

Angelika Stucke, geb. 1960 im niedersächsischen Eddinghausen, arbeitete zunächst als Dipl.-Sozialpädagogin in Leverkusen. Da ihr Herz aber immer schon für das Schreiben schlug, gab sie die feste Stelle auf und arbeitete als freie Mitarbeiterin beim Bastei Verlag. 1986 Stipendium der Carl Duisberg Gesellschaft, um Erfahrung als Autorin im Ausland zu sammeln. Sie berichtete für die Fernsehwoche aus Hollywood. Ende 1987 ging sie nach Spanien, wo sie bis heute als freie Autorin für deutsche und spanische Medien tätig ist.

Auszug aus Gute Absicht von Angelika Stucke. Copyright © 2007. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Kapitel 10

Melanie Rott versuchte verzweifelt, in ihrer hilflosen Situation nicht die Hoffnung zu verlieren. Seit gestern Abend hatte der Mann sie nun schon in seiner Gewalt. Zunächst hatte sie befürchtet, er wolle sie mit ihrem Kopftuch erdrosseln. Doch anstatt das schöne Seidentuch um ihren Hals zu schlingen, hatte er es ihr als Knebel auf den Mund gebunden. So fest, dass ihr schnell das ganze Gesicht von dem ungewohnten Druck wehtat. Mittlerweile hatte sie dort schon gar kein Gefühl mehr, es war alles taub. Auch ihr restlicher Körper fühlte sich wie abgestorben an, vor allem die Beine, die der Mann fest gegen die kantigen Stuhlbeine gebunden hatte. Nur ihr Allerwertester tat höllisch weh. Kann man sich eigentlich wund sitzen?, fragte Melanie sich. Wie das alles aussieht!, dachte sie dann in die unheimliche Stille hinein, die nur von dem regelmäßigen Tropfen des undichten Wasserhahns unterbrochen wurde. Das Geschirr steht ja noch vom Mittag auf dem Tisch. Und dann gleich: Was ich mir für dumme Gedanken mache! Als ob das jetzt wichtig wäre.
Sie schwankte immer wieder zwischen Verzweiflung und Hoffnung. Wo er wohl stecken mag? Gleich nachdem er sie in der Küche fixiert hatte, war er gegangen. Voller Furcht hatte sie lange angestrengt gelauscht, um zu hören, was er wohl machte. Hatte sich die schlimmsten Bilder ausgemalt, dass er mit einer Motorsäge wiederkommen würde, oder mit einem Messer. Dann wieder hatte sie gehofft, er sei gegangen, habe sie einfach hier sitzen lassen und sei verschwunden. Aber die Haustür hatte sie nicht klappen gehört. Jedenfalls nicht bewusst. Es mochte sein, dass er in einem der wenigen Momente, in denen sie in der Nacht weggedöst war, das Haus verlassen hatte. Aber sie konnte es nicht wissen.
Wie spät es wohl sein mag? Noch hatte die Dämmerung nicht eingesetzt. Es mochte fünf Uhr früh sein, vielleicht auch schon sechs. Um zehn soll ich bei Amalie sein. Wann wird sie wohl merken, dass etwas nicht stimmt? Um halb elf? Sie weiß doch, dass ich immer pünktlich bin! Und wann wird sie jemanden alarmieren? Vielleicht um elf? Und dann, wie lange wird es dann wohl dauern, bis sie bei mir vorbeischauen werden? Im schlimmsten Fall gegen zwölf, versuchte die alte Frau sich Mut zu machen. Noch sieben, vielleicht auch nur noch sechs Stunden! Sie atmete tief durch. Komm schon, Melanie, das schaffst du, du hast doch schon ganz andere Dinge überstanden! Die Sonne geht sicher gleich auf!
Sie konnte nicht ahnen, dass es erst kurz vor drei Uhr nachts war, und dass sie an diesem Tag nicht und überhaupt nie wieder das Sonnenlicht sehen sollte.

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