Slam Zine, April 2007
Ganze drei Jahre sind vergangen, die BITUME uns auf Nachfolger von „Punkrock Motorcity“ warten haben lassen. Drei Jahre, die im Reifeprozess der Nordlichter von äußerster Relevanz waren. Textlich auf der Höhe wie eh und je, ist „Gut im Trend“ auch musikalisch enorm gewachsen. Natürlich, auch BITUME lassen ihre Inspirationsquellen durchschimmern und wollen diese auch zu keiner Zeit verleugnen (FEHLFARBEN, teils frühe TOTEN HOSEN), nur wird dies dermaßen geschickt verpackt, dass „Gut im Trend“ zwar immer angenehm vertraut, jedoch nie plakativ aufdringlich klingt. Die Stärke von BITUME war aber auch immer schon die dezente Zurückhaltung, mit plakativen Schlachtrufen hat das Quartett sich noch nie anfreunden können, und das ist auch gut so. Schön sind vor allem die Momente, wenn wie bei „1 Tag wie 100 fette Jahre“ auf die Tempotube gedrückt und so richtig nach vorne losgepresst wird. Und endlich ist mit dem Albumtitel wieder einmal nomen gleich omen. (Christian Kenyeri)
SweetJaneMusic.com, April 2007
Und auch wenn der Titel des neuesten Werkes der Punkrock-Motorcity-Emporkömmlinge aus Oldenburg zuerst etwas anderes vermuten lässt, im Hause Bitume hat man mit Trends gänzlich wenig zu tun. Bislang auf Vitaminepillen Records beheimatet, erscheint deren neues Album "Gut im Trend", dessen Single "Ein schöner Tag am Hafen" bereits als MP3 in aller Herren Winde gestreut wurde, nun auf Rookie Records. Bitume gehen anno 2007 einen Weg, der sich zwischen den beiden Genres Punkrock und Power-Pop hindurch schlängelt. Alle 14 Songs sind überaus melodisch und griffig gehalten und bestechen im Gegensatz zu den bisherigen Veröffentlichungen durch einen recht poppigen Einschlag. Ein Song wie "Ein schöner Tag am Hafen" wäre vorher kaum denkbar gewesen, denn der brät sich nicht einfach stumpf über die 3-Minuten-Grenze hinweg, sondern verbleibt in melodischen, ja, fast schon hymnischen Gewässern und zeichnet in lyrischer Hinsicht die Linie zwischen gedachtem und gelebtem Leben eindrucksvoll nach. Auch "Langsam tanzen" ist eine sehr reduzierte Pop-Nummer, die sich eher durch ihren Hit-Charakter denn durch Hochgeschwindigkeits-Überzeugungsarbeit angenehm vom Rest abhebt. Nebst aller Liebe zur Melodie haben Bitume jedoch nicht vergessen, woher sie stammen, denn im Fall von "Rennen" zieht man im Refrain das Tempo gefährlich an. Und auch "Wir werden sehen" kommt schlicht und ergreifend mit einer Handvoll Akkorden aus. Die Lyrik der neuen Songs kann man als reflektiert und bedacht bezeichnen, philosophisch sind diese dabei immer. Klar scheint, dass Bitume etwas zu sagen haben und sich durch ihren Stil (im Sinne von: Niveau) von etwaigen Konkurrenten abheben. Und auch der Sound von "Gut im Trend" weiß zu überzeugen, denn an den Reglern saß der ehemalige Terrorgrupp'ler Archi, der es verstand, den Songs sowohl die nötige Portion Melodie als auch Punkrock'sche Energien zu entlocken und diese dann wiederum gut und stimmig in Szene zu setzen. Und auch wenn "Gut im Trend" etwas leiser und melodischer ausfällt als etwa "Punkrock Motorcity" (2004), Bitume beweisen mit den neuen Songs Herz und Engagement und präsentieren sich als überaus gereifte Band, die es nicht mehr nötig hat, mit dem Kopf durch die Wand rennen zu wollen. Im übertragenen Sinne natürlich. (Dennis Grenzel)