...oder auch ein Wechselbad der Gefühle
Ich habe das Hörbuch soeben beendet. Ich bin aufgewühlt, ja aufgepeitscht. Und es ist etwas mit mit geschehen, was noch nie bei einem Hörbucherlebnis mit mir geschehen ist.
Um mit Emmi Rother zu reden
1. Ich MUSS eine Rezension schreiben
2. Ich muss JETZT eine Rezension schreiben um
3. wieder zum Alltag zurückzufinden.
Warum das so ist....
1. weil dieses Hörbuch unter die Haut geht wie selten Eines
2. weil ich möchte, daß das Buch gelesen oder noch besser das
Hörbuch gehört wird
3. weil ich nach dem Lesen in einem Ausnahmezustand bin, der
sich morgen schon verflüchtigt haben könnte... und das ohne das
das Hörerlebnis ein Flüchtiges gewesen wäre. Nein, ganz im
Gegenteil
Ich kann mich nicht am genialen Emmi- Orginalton messen, und kehre deshalb zum Orginal Doris Ton zurück, ein wenig reumütig wie ich gestehen muss. Nein, das Buch ist kein Klassiker ala Madame Bovary, Effi Briest oder Anna Karenina. Es erhebt aber keineswegs den Anspruch darauf so zu sein, obwohl es thematisch nicht sehr weit davon entfernt ist. Es hat sich unserem E-Mail Zeitalter perfekt angepasst. Auch der Schnelligkeit der zunehmend intensiven Kontakte ist direkt auf mich übergeschwappt. Konnte ich noch am Anfang des Hörbuches stundenlang den CD Player ausschalten und geduldig und voller Vorfreude ganz ähnlich wie die beiden Protagonisten auf die Fortsetzung des Hörvergnügens warten, "hechelte" ich dem Ende regelrecht entgegen. Beim Spazierengehen, im Auto, in der Badewanne, jede freie Minuten sozusagen. (Welches Ende soll hier natürlich nicht verraten werde) und war mit dem letzen Wort sozusagen schachmatt gesetzt. Fataler Weise habe ich die letzten Kapitel im Auto gehört und ich muss eine dringende Warnung aussprechen dem nachzueifern. Ich musste mein Auto am Strassenrand absetzen, weil ich nicht mehr in der Lage war mich auf den Verkehr zu konzentrieren...
In der Buchhandlung stand ich vor der schweren Entscheidung, Hörbuch (einige Euro teurer) oder Buch?! Ich habe meine Entscheidung für das Hörbuch nicht bereut. Andrea Sawatzki und Christian Berkel haben das Hörbuch nicht nur mit Bravour und Enthusiasmus vorgetragen, sondern ich spürte regelrecht die knisternde und erotisierende Wirkung die von beiden ausging, wobei ich mich natürlich naturgemäss noch mehr in die Stimme von Leo Leike verliebt habe. Diese Kommunikation zwischen den beiden spiegelte beinahe alle Facetten des Lebens wieder, Vorfreude, Neugierde, Wut, Zärtlichkeit, Enttäuschung, Verrat, Liebe, Erotik auf höchstem Niveau, Entschlossenheit, Wankelmütigkeit, Angst, Traurigkeit, Verzweiflung....ein Wechselbad der Gefühle,
Genau eben so wie dieses Komm-Geh, das ich für meinen Titel gewählt habe. Selbst das gefühlsmässig eher enttäuschende Ende ist dabei absolut authentisch.
Gibt es noch eine Fortsetzung (irgendwie denke ich dabei an die beiden Filme Before sunrise und Before sunset)? Um mit Emmi Rother zu reden:
"Bitte, bitte, bitte!"