Eins vorweg. Ich war - und bin - Beltz-Fan.
Matthias Beltz war einer der seltenen deutschen Kabarettisten, denen man so etwas wie Charisma nachsagen konnte, eine persönliche Ausstrahlung, die über den reinen Witz hinausging.
Seine Pointen waren mit seiner Person untrennbar verbunden - das macht ein Stück weit die Schwäche des Buches aus (ich habe nur den "Böse"-Teil gelesen): Zwar finden sich auch hier Pointen zuhauf, aber die altlinke Vergangenheit und deutsche Befindlichkeitsrhetorik nimmt einen allzu starken Teil des Buches ein. Zu wirklichen Lachern reicht es ganz selten.
Am stärksten ist Beltz noch, wenn er seinen juristischen Berufsstand beschreibt oder den FAZ-Fragebogen ausfüllt, also da, wo es eher kurz und knackig zur Sache geht.
Leider stehen im Schwerpunkt des Bandes eher weit schweifende Ausführungen über die Lage des Landes und die Auseinadersetzung mit der 68er Vergangenheit. Das mag intellektuell redlich sein, aber wer will das heute noch lesen?
Obgleich der Themenkreis des 2. Bandes weit gesteckt ist - vom Kabarett über Männerproblematik, Deutschland, Hausmeister, Selbstbespiegelungen, Letzte Dinge), verbraucht sich irgendwann der zynisch-intellektuelle Grundton.
Es ist für den Käufer - das ganze ist ja nicht grade billig - nur zu hoffen, dass der erste Band, wie der Name verspricht, "Gut" oder zumindest besser konzentriert ist oder die beigelegte MP3-CD es rausreißt.