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Gut aufgestellt: Kleiner Phrasenführer durch die Wirtschaftssprache (HERDER spektrum)
 
 
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Gut aufgestellt: Kleiner Phrasenführer durch die Wirtschaftssprache (HERDER spektrum) [Taschenbuch]

Burkhard Spinnen
2.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 160 Seiten
  • Verlag: Verlag Herder; Auflage: 2 (10. März 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3451059614
  • ISBN-13: 978-3451059612
  • Größe und/oder Gewicht: 18,8 x 12 x 1,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 2.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 330.458 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Burkhard Spinnen
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Sind Sie eigentlich gut aufgestellt? Oder verläuft Ihr Leben eher suboptimal? Dann wäre es unter Umständen anzuraten, einen Brückentag zu nehmen, um nachhaltig am Beschwerdemanagement zu arbeiten. Scharfsinnige Glossen eines brillanten Autors, der uns die alltäglichen Absurditäten der Wirtschaftssprache punktgenau und unterhaltsam vor Augen führt - ein Lesegenuss mit großer Gewinnerwartung!

Über den Autor

Burkhard Spinnen, 1956 in Mönchengladbach geboren, studierte Germanistik, Publizistik und Soziologie in Münster und wurde 1989 promoviert. Seit 1996 lebt er als freier Autor in Münster. Träger zahlreicher Literaturpreise.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von dingdong
Format:Taschenbuch
Eigentlich mag ich "Kolumnenbücher" ganz gern. Damit meine ich Bücher, in denen Zeitungskolumnen zusammengefasst veröffentlicht werden. Sie setzen sich mit einem bestimmten Thema meist in kurzen Anekdoten auseinander - man kann sie quasi in "Häppchen" lesen. Das passt mir sicher nicht immer, oft genug will ich kein Häppchen, sondern ein ganzes Menü oder auch mal einen schönen Braten - will heißen "richtige" Literatur oder ein interessantes Fachbuch oder auch einfach nur einen dicken unterhaltenden Roman. Aber so zwischendurch passen eben auch mal die Häppchen aus diesem Genre.

Prominente Beispiele sind die Bücher von Bastian Sick (Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod: Ein Wegweiser durch den Irrgarten der deutschen Sprache. Die Zwiebelfisch-Kolumnen Folge 1-3 in einem Band), Rainer Erlinger (Wenn Sie mich fragen: Antworten zu Fragen der Alltagsmoral) oder Axel Hacke (Der kleine Erziehungsberater: Mit Bildern von Michael Sowa). Diese drei haben gemeinsam, dass sie mich gut unterhalten haben. Wenn mich ein Buch amüsiert, hat es schon mal EINEN Zweck erfüllt.

Irgendwie hatte ich - auch durch den Untertitel "Kleiner Phrasenführer durch die deutsche Wirtschaftssprache" - erwartet, dass Burkhard Spinnen (den ich durch Der schwarze Grat: Die Geschichte des Unternehmens Walter Lindenmaier aus Laupheim schätzen gelernt habe) in "Gut aufgestellt" mit spitzer Feder die leeren Worthülsen der Wirtschaftsprache entlarvt. Er tut das auch - auf eine sehr nachdenkliche, philosophische Art. Er macht sich - ganz anders als Bastian Sick - über niemand lustig. Von dieser Art der (Zitat) "Mischung aus Comedy und Besserwisserei" distanziert er sich im Vorwort sogar ganz ausdrücklich (wobei die mir persönlich ganz gut gefällt...).

Er versucht dem Geist nachzuspüren, der in den Wörtern steckt. Ein Beispiel? Nun, er erkennt in dem Wort "Brückentag" eine Grundhaltung, die Arbeit als Strafe versteht, als "gefährliche oder gefährlich langweilige oder hässliche" Tätigkeit, "...denn was überbrückt man? In der Regel unbegehbares, vielleicht sogar feindliches Terrain".

Dieses Beispiel spiegelt recht gut wider, was man von diesem Buch erwarten darf und was nicht: Philosphische Überlegungen: ja - witzige, spitzige Formulierungen, die man auch mal der eigenen Marketingabteilung unter die Nase halten kann: nein.

Vor diesem Hintergrund hätte ich immerhin noch vier Sterne vergeben, wenn mich die philosophischen Überlegungen mehr angesprochen hätten. Aber sie bleiben mir oft zu platt und oberflächlich. Da wird mancher Zehntklässler, der über das eine oder andere Wort in einem Aufsatz sinniert, auf mindestens genauso tiefschürfende Ergebnisse kommen...
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4 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Sprachkritik will "sich nicht über Sprecher lustig machen, die aus welchen Gründen auch immer, mit der Schulgrammatik hadern oder Jargonwörter benutzen" schreibt der Autor in seiner Einleitung. Der Autor will das "Unbedachte hinter dem Alltäglich-Selbstverständlichen zum Vorschein kommen" lassen. Es geht ihm nicht "um das Anlegen von Messlatten, sondern ums Selbstdenken".

Mit dieser Zielsetzung will der Autor diverse bekannte und unbekannte Wörter und Wendungen aus der Wirtschaft, darunter Jobkrise, Humankapital, Gewinnwarnung, Elite, Praxisgebühr, Tafelsilber, Bierdeckel, Reform, Rabattschlacht usw. kritisieren.

Bereits im Vorwort begeht der Autor dann allerdings den ersten Denkfehler, wenn er schreibt: "Nach dem Fall der Ideologien befinden wir uns einer im wesentlichen vom Denken der Ökonomie bestimmten Welt" und damit so tut, als ob die "Ökonomie" und die derzeitige Wirtschaftspolitik frei von Ideologie bzw. Werturteilen wäre und nur aus Sachurteilen oder unveränderlichen Naturgesetzen bestehen würde.

Denn das Wichtigste übersieht der Autor dabei oder will er es übersehen? Auch wer Floskeln und Phrasen verwendet, will damit etwas mitteilen und eine Botschaft übermitteln. Das gilt auch in der Wirtschaft und dann, wenn jemand im Grunde nichts sagt.

Welche Qualität und Intention die "Sprachkritik" des Autors aufweist, zeigt sich z. B. an seiner Analyse den Begriff "Elite" betreffend.

Hier weist der Autor zunächst darauf hin, dass die Verwendung des Begriffes im Sport "absolut unverdächtig" wäre, da es im Sport allgemein hingenommen werde, dass es "Bessere und Beste" gibt. (Als Beispiel führt er an: "Im Münchner Olympiastadion traf sich die Elite der Leichtathletik.")

Auf der anderen Seite wäre der Begriff "Elite" in anderen Lebensbereichen - so der Autor - übel verleumdet und "schon fast verpönt", nämlich dann, wenn es um die Themen Eliteschule, Eliteuniversität, Elitedenken usw. gehen würde.

Nach Ansicht des Autors würde dies an dem Missverständnis liegen, dass in unserer Gesellschaft Eliten mit Privilegierten "verwechselt" würden. Eliten wären das Ergebnis "erzdemokratischer Verfahren", Privilegien könne man "heimlich erschleichen und sogar vererben", sie waren und sind "das Erkennungszeichen undemokratischer Gesellschaften". Kritiker dieser Eliten wären dem Autor zufolge daher von einem "geradezu selbstzerstörerischen Neid" gekennzeichnet.

Zweifelsohne gab und gibt es immer junge Menschen, die auf irgendeinem Gebiet überdurchschnittlich, ja geradezu phänomenal begabt sind, sei es in der Mathematik, in der Musik, in der Malerei oder im Sport. Nichts spricht dagegen, diese Talente zu fördern, auch nichts, sie mehr und anders zu fördern als andere.

Was der Autor bei seinem Vergleich der Eliten im Sport mit den Eliten anderer Lebensbereiche, insbesondere der Wirtschaft, aber übersieht oder wahrscheinlich übersehen will, ist die banale Tatsache, dass jedermann den Ausleseprozess beim 5000-Meter-Lauf (live) verfolgen kann. Wer beim Rennen schummelt, der wird disqualifiziert. Wer beim Doping erwischt wird, wird sehr wahrscheinlich für Jahre gesperrt und aus ist es mit den Werbemillionen.

Der Ausleseprozess der Eliten in der Wirtschaft ist jedoch dagegen häufig vollkommen intransparent und vollzieht sich meist hinter verschlossenen Türen. Warum entscheidet in Deutschland - bei gleichem Wissensstand und Lernvermögen - die soziale Herkunft so viel stärker als in anderen Ländern über den Schulerfolg eines Kindes und die Chancen im Leben? Warum gibt es zum Beispiel in den obersten Führungsetagen der deutschen Wirtschaft fast nur Männer? Weil Frauen dümmer und fauler sind, nichts von Führung und Ökonomie verstehen oder ein Leben lang Kinder bekommen bzw. erziehen und deshalb keine Zeit haben? Und die Tatsache, dass der Bewerber mit der schlechteren Qualifikation die Stelle bekommen hat, weil der Papa, Herr Dr. Sowieso, im Aufsichtsrat oder Vorstand des Unternehmens sitzt, ist natürlich ein Gerücht. Das gibt es nämlich nur in Bananenrepubliken der Dritten Welt mit einer (richtig!) privilegierten Oberschicht?

Die anschließende Behauptung des Autors, dass "die Ausgewählten [also die Elite] später im Gegenzug ihre großen Möglichkeiten für alle und insbesondere für die Schwächeren einsetzen" ist entweder äußerst naiv und realitätsfremd oder will sich der Autor jetzt über den Leser lustig machen?

Was haben die Allgemeinheit und die Schwächeren davon, dass Topmanager und sog. Spitzenbanker vom Typ Ackermann von der Deutschen Bank AG Eigenkapitalrenditen von 25 Prozent für ihre Bank bzw. die Kapitaleigentümer des Unternehmens erzielen und dafür Millionengehälter kassieren, wenn sie, um dieses Ziel zu erreichen, Tausende Mitarbeiter auf die Straße setzen?

Wie sich die Eliten der FDP für die Schwächeren und die Allgemeinheit einsetzen, zeigt sich deutlich, wenn Herr Westerwelle etwa Arbeitslose pauschal als Sozialschmarotzer diffamiert und gleichzeitig die Steuern für milliardenschwere Eigentümer von Hotelketten senkt. Wenn Herr Sarrazin von der SPD Hartz IV-Empfängern und Geringverdienern den Tipp gibt, sich - wie in den frühen Nachkriegsjahren des Zweiten Weltkrieges - zwei oder drei dicke Pullover überzuziehen, wenn das Geld für die Heizkosten nicht ausreicht, ist das der Einsatz der "Elite" für die Schwächeren? Oder gehören Herr Sarrazin und Herr Westerwelle etwa nicht zur Elite? Das mit dem "Wohlstandsmüll" (Unwort des Jahres 1997) als Bezeichnung für die Schwächeren, ist Herrn Maucher, dem damaligen Verwaltungsratspräsidenten von Nestlé, selbstverständlich auch nur so herausgerutscht.

Wer wissen will, was "Sprachkritik" qualitativ leisten kann, dem empfehle ich das Buch "Der Politik aufs Maul geschaut: Kleines Wörterbuch zum öffentlichen Sprachgebrauch" von Erhard Eppler.
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2 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Witzig spritzig aufgespiesst 12. Dezember 2009
Format:Taschenbuch
Diverse Wortneuschöpfungen, Phrasen und Neusprech aus dem Wirtschaftsleben werden unter die Lupe genommen, von dem titelgebenden "Gut aufgestellt" über "angedacht" bis hin zu "Gender Mainstreaming". Burkhard Spinnen zeigt, dass hinter vielen unbedacht verwendeten Worthülsen Sinn und Herkunft stecken, die etwas ganz anderes, oft das genaue Gegenteil des Gewollten bedeuten; der Sprecher entlarvt sich mit seinem Gefasel freundlicherweise gleich selbst. Der Autor kann mit Sprache umgehen - in heutiger Zeit ein seltenes Talent - und präsentiert seine Analysen schwungvoll und mit einem nett-bissigen Unterton ("die Zierschleifen auf den Überraschungsgeschenken der Unternehmensberater").

Das Werk ist eine Sammlung von Kolumnen, die in einer Wirtschaftszeitung veröffentlicht wurden. Man kann es häppchenweise geniessen. Ein wunderbares kleines Büchlein zum Lachen und Nachdenken, nicht mehr, aber auch nicht weniger.
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