Udo Lindenberg's Gesamtwerk ist schon beachtlich. Von Hoch im Norden bis zu den Astronauten hat er ein sensationelles Werk vorgelegt. Die Musikstile und -richtungen haben nahezu alles gestreift, was Rang und Namen hat - es gibt weniges, was der Udo nicht ausprobiert hat. Hier haben wir vom Mann mit Hut die Hommage an seinen Vater "Gustav". Erschienen 3 Jahre nach dem Album für Mutter "Hermine" kam nun 1991 "Unterm Säufermond" in die Cd-Player. Dies war der erste Titel, der mir zu Ohren kam vom Album Gustav und ich war schwer beeindruckt von Udo#s Abrechnung mit dem Thema Alkohol. Die Stücke in sich sind nicht zwingend zusammenhängend, bei Hermine habe ich dies eher empfunden. Die Stile gehen von Balladen über Rap-Einladen und leichte Funky-Töne bis zum nicht sehr experimentierreichen Rock. Textlich Klasse, meiner Ansicht nach unverzichtbar, wenn man sich mit dem Thema Lindenberg beschäftigt. Für Einsteiger halte ich allerdings die Phase der späten 80iger bis Mitte 90iger nicht für sehr günstig (CasaNova bis Kosmos), die Alben enthalten alle absolute Highlights (Brief an den Jungen, Säufermond, Natalie aus Leningrad), aber auch Songs, deren Inhalt und musikalische Umsetzung ich nicht so bedingungslos hinnehme. Bis Radio Eriwahn war ich vollends Fan, mit horizont ließ dies nach und kam erst bei den neuen Scheiben wieder auf die Tagesordnung. Gustav bleibt neben Hermine ein besonderes Album, die Parties wird es nicht stürmen (das macht aber auch nix, dafür gibt es ja Reeperbahn und Co)