Rezension
"… Mehta bringt das oft widerstreitende motivische Geschehen zum Sprechen. In seiner umsichtigen Deutung (und der audiophilen Mehrkanaltechnik) wird die komplexe Vielstimmigkeit der Fünften aufs Schönste hörbar. … Es wäre nicht das Schlechteste, hörte man in Sachen Mahler, Mehta und München mehr. Und zwar bald." (Das Orchester, Jürgen Gräßer, 02-2010)
... Der gesamte erste Satz changiert gelungen zwischen nahezu ohrenbetäubender Dramatik und leicht anmutender Melancholie, eine im letzten Drittel eingebaute Choralpassage bleibt aufgrund seiner strahlenden Kraft nahezu unvergesslich im Gedächtnis erhalten. Das 'Adagietto' speist seine Kraft aus der Wahl des Tempos und der wohl gewählten Dynamik. Man gewinnt den Eindruck, die Zeit sei stehen geblieben und ein leiseres Pianissimo sei kaum noch möglich. So ist das Gastspiel Zubin Mehtas ... gelungen und die Interpretation vermag durch ihre Selbstverständlichkeit zu überzeugen. ... (klassik.com, Daniel Lindenblatt, 03.11.09)
"... Die Gunst des Konzertaugenblicks sensibilisiert die vorzüglichen Orchestermusiker, die sich zu einem ekstatischen und dennoch bedachten Spiel steigern. ... die Klangqualität dieses Mitschnittes ist eindrücklich und geradezu brillant." (Freiburger Universitätsblätter, Günter Schnitzler, 3-2009)
Kurzbeschreibung
Liveaufnahme aus der Bayerischen Staatsoper, 15. und 16. Dezember 2008 Booklet: (deutsch, englisch)
· Werktext
· Biografien
Vielen sind die Abende mit den Werken
Gustav Mahlers, die
Zubin Mehta in seiner Zeit als Generalmusikdirektor an der
Bayerischen Staatsoper dirigierte, noch in unvergesslicher Erinnerung.
Seither kehrt er regelmäßig ans Pult des
Bayerischen Staatsorchesters zurück, zu dessen Ehrendirigent er nach seinem Abschied ernannt wurde.
Am 15. und 16. Dezember 2008 erklang dabei eine weitere
Symphonie Mahlers: die "5. Symphonie". Die dabei entstandene Liveaufnahme dokumentiert ein bewegendes Wiedersehen des Maestro mit "seinem"
Staatsorchester und eine musikalische Sternstunde.
"... Mit wienerischer Ruhe spazierte Mehta mit dem bestens aufgelegten
Staatsorchester in den ersten beiden Sätzen am Weltuntergang vorbei, ohne die Musik jemals exzentrisch zu verzerren, zu übersteuern. Im
Scherzo wurde die Walzerseligkeit als Tanz auf dem Vulkan ausgekostet.
Mehta lässt Mahler ganz selbstverständlich klingen das ist wahrlich eine Kunst ..." schrieb die Abendzeitung.
Dieses Werk stellt Zuhörer wie Spieler vor besondere Herausforderungen. "Die einzelnen Stimmen", schreibt
Mahler an seine gute Freundin Natalie Bauer-Lechner, "sind so schwierig zu spielen, dass sie eigentlich lauter Solisten bedürfen.
Da sind mir aus meiner genauesten Orchester und Instrumentenkenntnis heraus die kühnsten Passagen und Bewegungen entschlüpft." Das gilt natürlich vor allem für die Soli, von denen die Eingangstakte für die Trompete nicht weniger gefürchtet sind als das Hornsolo im Scherzo-Satz, da sie beide ohne Netz und doppelten Boden eines Orchesterfundaments gespielt werden müssen.
Das
Bayerische Staatsorchester zeigt in diesem Mitschnitt seine ganze handwerkliche Klasse und die einzigartige klangliche Tradition des ältesten Orchester Deutschlands.
Technische Information: Eine
Hybrid Super Audio Compact Disc (SACD/CD) kann sowohl auf CD-Playern (in CD-Qualität), als auch auf SACD-Playern (hochauflösend in Stereo oder Mehrkanal) abgespielt werden.
Durch diese Kompatibilität macht der Kauf einer SACD auch dann Sinn, wenn die entsprechende Anlage erst in der Zukunft angeschafft werden soll.