- Wenn man dem Kraut Rock um diese Zeit einen Vorwurf machen konnte: er nahm sich selbst zu ernst und intellektuell ... Auf einen traf das mit Sicherheit nicht zu: Mani Neumayer, ein versierter Trommler mit Jazz-Hintergrund. Auf Festivals brachten seine Einlagen das Publikum stets zum Lachen.
- Die vorherigen Gutu-Gutru LPs waren recht interessant, doch manchmal überwogen lange Improvisationen. Der Vorgänger "Känguru" war bereits ein Schritt in Richtung mehr Melodie/härterer Sound.
Diese schlicht "Guru Guru" betitelte LP ist ein Highlight der (kurzen) Kraut-Rockphase. Die Songs kommen mit Groove, sind tanzbar, haben interessante Tempowechsel, Manis exotische Drums, facettenartige Gitarrenlicks und ohrwurmige Riffs, z.B. dürfte fast jedermann das fetzige Rock and Roll Medley gefallen. Der Humor kommt auch nicht zu kurz, z.B. bei ihrem bekanntesten Stück "Der Elektrolurch". "Story of life" hat ein langes, tolles Girarrenfade-out. Die Platte sprach ob ihrer rockigen Härte damals auch Fans von Status Quo und Deep Purple an.
- Mitte/Ende der Siebziger gab es "Guru Guru" plus den Tracks von "Känguru" auch als DoLP (verschwommenes grünes Urwald-Cover). Mit "Tango Fango" meine Lieblingsplatte der Gruppe. Die Gruppe tourt heute noch fleißig (z.T. in dieser Besetzung), einmal jährlich macht Mani Neumaier/Guru Guru ein traditionelles Festival in Finkenbach.