Dies ist eins der besten Bücher des hervorragenden italienischen Autors. Wie immer ist der Held ein Skeptiker, den unsere Welt gehörig anödet. Er bewahrt sich wie fast alle de-Carlo-Helden die Distanz zu seinen Mitmenschen, ist bedacht, die aufgebauten Mauern auf keinen Fall einzureißen. Dass hinter dieser pubertären Anti-Haltung eigentlich eine große Sehnsucht nach Gemeinschaft und Verstandenwerden steckt, hat man schon immer geahnt. Diesmal holt de Carlo seinen Ich-Erzähler aus dem korrupten, grellbunten und lauten Italien heraus in eine Friede-Freude-Eierkuchen-Welt, in der ein Guru seine Schäfchen um sich sammelt. Er karrikiert wunderbar die innere Gewalt, die sich die enthusiastischen Jünger auf ihrem Weg zurück zur Natur und der Suche nach dem anderen, einzig richtigen Leben ständig antun. Gleichwohl ist Uto (so hieß das Buch auch in der ersten deutschen Edition eigentlich) auch ein wenig fasziniert von der Genügsamkeit, die er durch gezielte Provokationen gehörig aufmischt. Das Buch hat eine unerwartete Schluss-Pointe, die hier aber nicht verraten werden soll. Sehr unterhaltsam und mit viel Stoff zum Nachdenken versehen!