Jack Black's Filme sind zumeist definitiv nur eines: Geschmackssache. Davon zeugt auch sein neuestes Werk, wenngleich man sich diesmal der hochkarätigen und gleichnamigen Literaturvorlage des irischen Schriftstellers Jonathan Swift bediente und diese, seinerzeit bereits als Satire geschriebene Romanserie, dem heutigen Publikum auf eine neue Art schmackhaft machen wollte. Im Zentrum der Geschichte steht der trottelige Hauspostangestellte Gulliver, der unglücklich in die verantwortliche Reiseredakteurin einer Zeitung verliebt ist und sich im Zuge der Ereignisse als Reporter für einen Urlaub im Bermuda-Dreieck versucht. Wie zu erwarten erleidet er Schiffbruch und landet schließlich im Lande Liliput, wo er zunächst als Monster gefürchtet, später aber als Held gefeiert wird.
Swift dürfte mittlerweile seit einer ganzen Zeit im Grabe rotieren, wenn er mitbekommen hat, was Hollywood aus seiner Geschichte gemacht hat. Die üblichen Kürzungen (es werden ja gleich mehrere Bände in einem Film verramscht) sind dabei noch nichtmal das Problem, viel mehr wiegt da die absolute Unlustigkeit des Werkes, wenn es tatsächlich von Erwachsenen geschaut wird. Man könnte nun argumentieren, dass "Gullivers Reisen" für Kinder gemacht ist, aber auch die haben maximal dank der Trotteligkeit etwas zu grinsen, da kann man auch den Kleinen durchaus geistig Wertvolleres zutrauen. Gemessen am aktuellen Komödienstandard, der immer noch maßgeblich von Adam Sandler, Ben Stiller und Kevin James definiert wird, überzeugt Blacks Neuling handlungs- und gagtechnisch einfach von vorne bis hinten nicht. Positiv hingegen sind die Effekte zu nennen, auch wenn der massive Einsatz die offensichtlichen Schwächen nicht kaschieren kann. Technisch geht die Scheibe in Ordnung, Bild und Ton sind, dem Medium entsprechend, guter Standard, die Extras hingegen sind kaum eine Erwähnung wert.
In Summe ergibt das eine eher unterdurchschnittliche Komödie, die durch die fast gänzliche Abwesenheit guter Lacher und den lieblosen Umgang mit der an sich originellen Geschichte schnell ins Reich der Vergessenheit marschieren wird. Einzig und allein der Umstand, dass man es dem Film zu Gute halten kann, das er vermutlich ein Grundschulpublikum halbwegs passabel unterhalten könnte, rettet den zweiten Stern in der Gesamtwertung.