Melancholie ist die Hauptzutat. Die Mandolinenakkorde, die Schlagwerkrhythmik und die Bläsermelodien werden ihr immer wieder untergeordnet. Und wenn es mal forscher oder gar fast feurig wird, sagt uns der irgendwie klagende Gesang gleich wieder, wo es wirklich langgeht.
Zach Condon, der den Löwenanteil der ganzen Musik eigenhändig/-mündig eingespielt hat, ist es gelungen, ein echtes Genussmittel abzuliefern. Man kann sich diesen Stimmungen hingeben und in ihnen schwelgen, ohne tatsächlich von ihnen erfasst zu werden. Warum? Weil sich immer der Eindruck aufdrängt, dass Condon das ganze nicht so richtig ernst meint. Ironische Distanz ist angesagt - nicht zu verwechseln mit emotionaler Distanz. Gefühl ist zur Genüge im Spiel.
Mit Balkanmusik hat die Platte nur auf den ersten Blick bzw. Horch zu tun. Das ist Indiepop vom Feinsten, der seine Inspirationen aus diversen Quellen holt, von denen der Balkansound am deutlichsten hervorsticht. Das war's auch schon. Mehr muss erstmal nicht sein. Andere wollen ja auch noch was zu tun haben. P.S.: Trotzdem 5 Punkte? Ich kann einfach nicht anders, ich empfinde diese Platte als eine völlig runde Sache, an der wirklich nichts fehlt.