Jamey Johnson hat nach seinem, in den USA sehr erfolgreichen Album, "That Lonesome Song" mit "The Guitar Song" ein neues Werk veröffentlicht. Wer Jamey Johnson kennt, wird nicht überrascht sein, dass auf "The Guitar Song" keine leichte Kost serviert wird sondern etwas anspruchsvollere Country bietet. "The Guitar Song" ist ein ambitioniertes Album. Es ist ein doppel CD. Ein "Schwarzes" und "Weisses" Album. Das Schwarzes Album ist recht launig geworden, während das Weisses Album etwas fröhlicher ausgefallen ist.
Um gleich zur Sache zu Kommen: Johnson ist der grosse Wurf gelungen. "The Guitar Song" hat mich beim ersten hören begeistert wie kein anderes Album seit längerem.
Johnson sieht aus wie ein Relikt aus den 70-er Jahren. Seine Musik, lupenreine traditionelle Country mit gelegentlichen rockigen Elementen hätte gut und gerne auch aus den 70-ern stammen können. Aber Johnson ist nicht auf dem Retro Trip, sondern ist ein Songwriter aus Überzeugung, der seine Vorbilder, die grosse, "unbekannte" Country Songwriter verehrt. Dies wird in dem Schlüsselsong des Alben, "That's Why I Write Songs Deutlich. In diesem autobiografischen Song erklärt Johnson, nur von akustischen Gitar begleitet warum er Songwriter geworden ist: "I remember how it blew my mind when I played a song and watched a grown man cry. It was the moment I knew what I was born to do". Das nenne ich Country!
Die Songs haben eine durchgehende hohe Qualität. Ich könnte höchstens bemängeln, dass einige ("Cant Cash My Checks","By The Seat Of Your Pants" und "Calornia Riots") etwas zu lang ausgefallen sind. Aber das ist nicht schwerwiegend. Es ist nicht leicht nach nur 2 Mal hören Lieblingssongs aus den 25 Tracks auszuwählen. Meine vorlaüfige Höhepunkte sind: "Lonely At The Top" (zeitloses Honky Tonk), "That's Why I Write Songs" (fantastisch),"That's How I Don't Love You" (New Country kann Johnson auch) und "Macon" (Ohrwurm)
Ich kann "The Guitar Song" Jedem Country Fan Empfehlen. Es ist zwar nicht immer bequem und leicht verdaulich. Aber wer sich dieser Herausforderung stellt entdeckt ein ein anspruchsvolles und zeitloses Album, dass zum vielfachen zuhören einlädt. Jamey Johnson hat das Potential ein ganz Grosser zu werden. Für mich ist er es schon! Country Album des Jahres? Mit an Sicherheit grenzender Warscheinlichkeit!