Vier Produzenten ist es offensichtlich nicht aufgefallen, dass Carlos Santana hier jeden, aber wirklich - jeden Song mit seinem aufdringlichen Solo-Geschrammel totgespielt hat. "Spiele Deinen Part so, dass er am Besten dem Song dient!" ist die ungeschriebene Regel, mit der jeder Musiker ins Studio geht. Und genau darauf hat ein Produzent zu achten. Hier scheint über allem gestanden zu haben: "Carlos - spiele in jede Sekunde hinein, in denen der Sänger mal nicht singt, und wenn es ein bisschen mehr ist, dann ist es auch gut." So sehr ich Santana und sein bermerkenswertes Lebenswerk schätze, hier nudelt er jeden Song tot. Schon nach drei, vier Titeln dreht man genervt leiser, und irgendwann kann man es nicht mehr ertragen, dass Santana keinem Song auch nur etwas Luft läßt, sondern immer und immer und immer wieder zeigen muss, wie seine Paul-Reed-Smith-Gitarre klingt. Dabei stößt er merklich an seine virtuosen Grenzen. Seine Licks, Fills und Soli klingen alle sehr ähnlich, wiederholen sich ständig und wurden von ihm in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder so oder ähnlich verwendet. Selbst bei einem Song wie "Smoke on the water", der ja von seinem markanten Riff lebt, wird darübergespielt, als wenn er es nötig hat, aller Welt noch zeigen muss, was und wie er spielen kann. Es ist bedauerlich, dass die gute Idee, Gitarrenklassiker aufzufrischen, durch diese übertriebene Selbstdarstellung so daneben gegangen ist.