Ich habe seinerzeit mit Guild Wars Nightfall angefangen, und mir dann auch Factions und das Bundle hier bestehend aus Prophecies und Eye of the North geholt - einfach weil das Spiel so gut ist. Guild Wars wird meiner Meinung nach immernoch unterschätzt.
In Prophecies startet man als eine der 6 Klassen, Krieger, Waldläufer, Mönch, Nekromant, Elementarmagier oder Mesmer (=ist ein Magier, der sich auf das Wirken von Illusionen etc. spezialisiert hat). Zusätzlich kann man eine 2. Klasse wählen (die man später sogar wechseln kann), so dass man einigen Kombinationsfreiraum hat.
In jeder Stadt kann man aus seinen Skills 8 zusammenstellen (einen sogenannten "Build"), mit denen man dann draußen Monster metzeln kann. Ein großer Teil des Reizes von Guild Wars liegt darin, einen möglichst effektiven Build zusammenzustellen und in neuen Regionen durch neue Skills zu erweitern. So kann man Elementarmagier zum Beispiel auf Feuer geskillt spielen, und falls einem dass langweilig wird auf Erde, Luft oder Wasser umsteigen oder einige Todesmagieskills seiner Sekundärklasse Nekromant mitbenutzen.
Die Prophecieskarte ist RIESIG, und bis man alles gesehen hat und den Titel "Tyrianischer Meisterkartograph" führen darf, werden wohl 70-100 Spielstunden ins Land ziehen. Das Spiel hat hohen Wiederspielwert, da zum Teil (in Prophecies) Klassenspezifische Quests auftauchen, die man vorher nicht gesehen hatte. So macht es Spaß, mit einer anderen Charakterklasse alles nocheinmal durchzugehen. Die Storyline ist interessant und voller Wendungen, man kann aber immer selber entscheiden ob man damit fortfährt oder lieber eine Seitenquest macht oder einfach rausgeht, Monster metzelt und Gold verdient.
Eye of the North wartet mit moderner Grafik auf, die aber wie bei allen Guild-Wars-Teilen sehr effizient programmiert ist und die Hardware nicht überstrapaziert. Auch Propehcies von 2005 kann man sich auch heute noch ansehen. In Eye of the North tauchen auch, wie bei Guild Wars Nightfall, Helden auf, die den eigenen Charakter begleiten und die man personalisieren kann (Kriegerin Nora bekommt dieses Schwert und diesen Schild etc.) . Dadurch hat man schon in Vorfeld Einfluß auf ein mögliches Gelingen im Kampf. Helden sind generell besser als die NPC-Gefolgsleute, die man in Außenposten ebenfalls anheuern kann, aber komplett von der AI gespielt werden.
Generell kann ich sagen, dass ich in meinen (zu) vielen Stunden Guild Wars noch nie auf etwas gestoßen bin, dass nicht perfekt gebalancet gewesen wäre. Bei vielen anderen Spielen fragt man sich manchmal, "Haben die Programmierer eigentlich über Ihr Spiel nachgedacht, als sie es programmiert haben?". Bei Guild Wars kann man diese Frage definitiv mit "Ja" beantworten.
So gibt es zum Beispiel ein Maximallevel 20, so dass, zum Beispiel bei PvP (Spieler-gegen-Spieler)-Begegungen, niemals ein Spieler einen Vorteil gegenüber einem anderen nur durch höheres Level (und damit mehr investierte Zeit) oder Item-Überlegenheit hat. Vielmehr kommt es auf das persönliche Geschick und Timing an, wann man welche Fähigkeit einsetzt.
Fazit:
+ Extrem gut durchdacht
+ Riesige Karte
+ Hoher Funfaktor
+ Nette Community
und ganz wichtig
++ Keine monatlichen Kosten, 1x Spiel kaufen und so lange online spielen wie man will.
Insgesamt finde ich dass diese Bundle aus Prophecies und Eye of the North ein super Preis-Leistungsverhältnis hat. Wenn man nicht gerade zu den alten Hasen gehört, die Prophecies seit Erscheinen haben, sondern Quereinsteiger ist, ist dieses Bundle sehr zu empfehlen.
Und nun entschuldigt mich, ich muß Steinelementare farmen. :-)