Nach der tiefgründigen, genialen Rezension des Vorgängers, möchte ich hier eine Alternative anbieten.
Der Ich-Erzähler Ferdinand schifft sich nach Kriegsverletzung (1. Weltkrieg) und Genesung nach London ein. Dort kommt er bei einem Zuhälter unter. Dieser hat enorme Koordinationsprobleme mit seinen "Angestellten". Nebenbei wird ihm auch noch die Bude in die Luft gesprengt. Ferdinand verbringt eine gesellige Runde mit dem Bombenleger und dem Dienstmädchen bei einem Pfandleiher. Bei diesem Zusammensein werden 'Kräuterzigaretten' geraucht und der Pfandleiher kommt im Partychaos leider zu Tode. Aus Angst vor den Fragen der Polizei taucht Ferdinand unter. Jedoch wird er von einem kleinwüchsigen Trickbetrüger aufgespürt, der Ferdinand wieder zum Zuhälter bringen soll, um dort alles zu klären. Auf dem Weg dorthin sieht Ferdinand auf dem gegenüberliegenden Bahnsteig den Polizeiinspektor stehen ... ihn packt die Angst und er tritt den Zwerg spontan vor die U-Bahn. Die Flucht setzt sich fort. Er will sich wieder freiwillig beim französischen Konsulat zum Fronteinsatz melden. Da er jedoch zu achtzig Prozent kriegsbeschädigt ist, wird er zurückgewiesen. Vor dem Konsulat trifft er einen irren "Erforscher okkulter Reiche", der Ferdinand zu einer Reise nach Tibet mitnehmen will ...
Die Romanhandlung setzt in den Wirren der Kämpfe des Ersten Weltkrieges ein, was den Anfang des Buches nicht gerade leicht leserlich macht. Das ändert sich aber mit Beginn der Handlung in London und den Geschehnissen im Freudenhaus. Wer die Startschwierigkeiten überwunden hat, wird mit Céline's Witz beschenkt (wenn man damit etwas anfangen kann). Der Held ist, wie in den beiden Vorgängerromanen ("Die Reise" und "Tod auf Kredit"), passiv und "unschuldig" (?) seinem Schicksal ergeben. Die Handlung endet offen mit den Reisevorbereitungen nach Tibet und wird in "Guignol's Band II" fortgesetzt. Wer den Stil des Autors nicht kennt, dem sei "Die Reise ans Ende der Nacht" empfohlen. Den "Kenner" kann ich das Buch mit seinem "Oh-Nein-Effekt" empfehlen.