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Gleich die ersten Takte von Guero zeigen wo es die restlichen 54 Minuten stilistisch langgeht: Der Song "E-Pro", bereits als Single-Auskopplung erschienen, hat mit seiner dreckigen Gitarre und scheppernden Drums das Zeugs zum rockigen Ohrwurm und macht Lust auf kommende Live-Auftritte. Eine Atmosphäre, die auch im darauf folgenden Stück "Que Onda Guero" aufgegriffen wird, in welchem ein imaginäres Publikum unter schleppenden Beats und Einsatz von Turntables kräftig chillt. Guero setzt sich aus einer stilistisch breit gefächerten Palette von Stimmungen und Eindrücken unterschiedlichster Orte und Situationen zusammen, die von Beck und seiner Band feinfühlig zu Musik umgewandelt und einfallsreich zu einem bunten Mosaik zusammengefügt werden. Wen mag es in Anbetracht des riesigen Aufgebots an ausgeklügelten Sounds wundern, dass sich die eigentlichen Schönheiten des Albums erst nach aufmerksamen Zuhören erschließt? Guero ist keine oberflächliche, eingängige Klangtapete, sondern ein kleine zu entdeckende Welt für sich. Beck hat das Album gemeinsam mit den bewährten Dust Brothers aufwändig und liebevoll produziert. Ebenfalls mit von der Partie sind Jack White, der Schlagzeuger Joey Waronker (R.E.M), Sängerin Petra Haden (ex-That Dog und Charlie Hadens Tochter), Money Mark an den Keyboard und Smokey Hormel, der u.a. bei Tom Waits für den Gitarrensound sorgte. Scratch-Meister King Gizmo und EZ Mike bedienen souverän die Turntables, während Beck u.a. Harmonica- und Vocoderklänge beisteuert, zum Beispiel auf "Hell Yes". Weiteres Highlight auf Guero ist der Song "Broken Drum", der die Stärken Becks als Komponist stimmungsvoller Balladen wieder einmal bestätigt. Wie es sich gehört, schließ Beck am Ende seines Albums den Kreis und kehrt von seinen Ausflügen in die Klangwelten von Elektro, modernem Pop und hartem Rock zurück zu seinen Anfängen im New Yorker East Village. Sein Bonus-Track "Send A Message To Her" klingt nach dem Aufbruch aus dem Übungsraum, als ein gewisser Herr Hansen seine ersten Schritte unternahm, um die Musikwelt mit seiner Mischung aus cooler Introvertiertheit und exzentrischer Ekstase zu konfrontieren. Ein hartes Stück Arbeit, aber schließlich und endlich von Erfolg gekrönt, der Dank Guero bis heute andauert. Andreas Schultz
Becks neustes Werk macht hier keine Ausnahme. Nach dem eher stillen und für seine Verhältnisse untypisch harmonischen Album „Sea Change" findet der Tausendsassa auf „Guero" wieder zu alter Form zurück. Der Künstler greift hier einmal tief in die Wundertüte moderner Musik und bastelt daraus eine bunte und sehr kurzweilige Kollage. Im Vergleich mit früheren Alben sind die Songs jedoch deutlich durchgängiger, weniger zerhackt und teilweise sogar fast tanzbar, wie „Girl" (das mit dem Klingelton-Intro) oder der Riff-getragene Stampfer „E-Pro". Ansonsten finden sich wieder die gewohnten Zutaten Rap (von dem sich so mancher Möchtegernrapper mal eine Scheibe abschneiden könnte), Rock, ein Schuss Pop und diesmal eine gute Portion Lateinamerika. Alles in allem (mal wieder) sehr gelungen!
P.S.: Wer die Gelegenheit hat, ihn mal Live zu erleben, sollte sich das nicht entgehen lassen!
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