Passionen - da denkt man zuerst an Bach, aber kaum an noch lebende Komponisten, vermutlich nur selten an eine Frau. Doch dieses Werk einer Russin, die mittlerweile in Deutschland lebt, verdient es gehört zu werden - neben Bach und anderen großen Komponisten. Tiefste russische Seele erklingt in den Chören und Soli. Glocken der Auferstehung wehen bereits in den erste Takte der gerade beginnenden Leidensgeschichte, sie begleiten das ganze Werk. Musik, die das Leiden Christi in das gemarterte 20. Jahrhundert stimmgewaltig hereinnimmt, aber dennoch die Hoffnung auf die erlöste Welt von morgen immer wieder aufkeimen lässt. Das Werk wirkt umso erstaunlicher, wenn man weiß, dass strenge Orthodoxie eine Vertonung verbietet.