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Gruppenbild mit Dame [Broschiert]

Heinrich Böll
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Produktinformation

  • Broschiert: 480 Seiten
  • Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag; Auflage: N.-A. (1974)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3423009594
  • ISBN-13: 978-3423009591
  • Größe und/oder Gewicht: 19,2 x 12,1 x 2,7 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (12 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Buch der 1000 Bücher

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Gruppenbild mit Dame
OA 1971 Form Roman Epoche Moderne
Heinrich Bölls umfangreichster Roman Gruppenbild mit Dame gilt als sein bedeutendster. Die Erstauflage von 50 000 Exemplaren war bereits bei Erscheinen vergriffen, eine zweite Auflage in gleicher Höhe wurde sofort nachgedruckt. Die Geschichte einer illegalen Liebe ist durchdrungen von politischen Aspekten und variiert Motive aus Bölls früheren Werken.
Inhalt: Ein Erzähler, der sich selbst als »Verf.« bezeichnet, recherchiert die Lebensgeschichte der 48-jährigen Leni, die jede gesellschaftliche Anpassung ablehnt und den Hass der konsum-, leistungs- und gewinnorientierten Umwelt auf sich zieht. Helene Maria Pfeiffer (Leni), 1922 als Tochter des Bauunternehmers Gruyten geboren, wurde in einer Klosterschule erzogen, war Mitglied beim Bund deutscher Mädel und heiratete nach einer flüchtigen Liebesbeziehung den Unteroffizier Alois Pfeiffer, der bald an der Ostfront starb. Leni wurde als Kranzbinderin in einer Friedhofsgärtnerei dienstverpflichtet, wo sie sich in den russischen Kriegsgefangenen Boris Koltowski verliebte. Nach dem Krieg kam er – von Leni mit einem gefälschten deutschen Militärpass ausgestattet – in französische Gefangenschaft und starb bei einem Bergwerksunglück in Lothringen. Ihren gemeinsamen Sohn Lev erzog Leni zu einem Menschen, der sich jeglicher Art von Profitdenken entgegenstellt. Nun sitzt der 23-jährige Müllmann wegen Urkundenfälschung für drei Monate im Gefängnis. Er wollte seiner Mutter helfen, die vor der Zwangsräumung ihrer Wohnung steht, weil sie sich der Angleichung ihrer Miete an die Marktpreise verweigert. Eine Straßenblockade durch Wagen der Müllabfuhr und ein extra gegründetes Hilfskomitee, dem zuletzt auch der »Verf.« beigetreten ist, verhindert, dass Leni ihr Elternhaus räumen muss.
Aufbau: Die vom fiktiven Verfasser gesammelten und montierten fiktiven und authentischen Protokolle, Briefe, Schriftstücke und Zeugenaussagen werden u. a. im Original wiedergegeben, zitiert oder nacherzählt. Hinzu kommen die bei der Befragung der 51 Auskunftspersonen zu Tage tretenden persönlichen und politischen Erlebnisse, so dass sich in 14 Kapiteln ein Panorama von Schicksalen quer durch die deutsche Geschichte von 1922 bis 1970 entfaltet. Mit dem Leser plaudernd, kommentiert der Verfasser häufig ironisch und mit trockenem Humor die Ergebnisse seiner Recherche, womit er zum Kritiker der geschilderten gesellschaftlichen Verhältnisse wird. Auch verlässt er zunehmend die durch den nachgeahmten juristisch-dokumentarischen Tonfall vermeintlich vorgegebene Ebene objektiver Berichterstattung und wird selbst Teil der Erzählung.
Wirkung: Kritik und Forschung widmeten sich insbesondere der Form des Romans. Neben dem häufig geäußerten Vorwurf der willkürlichen Anordnung des Materials gab es vielfältige Versuche, das Kompositionsprinzip zu verstehen. Die Struktur wurde u. a. mit dem Ablauf eines Gerichtsprozesses und mit einer Seligsprechung verglichen, da Leni mehrfach mit der Mutter Gottes in Beziehung gesetzt wird. Ein Jahr nach Erscheinen seines kontrovers diskutierten Romans erhielt Böll den Literaturnobelpreis.

Pressestimmen

»Noch nie war bei Böll eine solche Fülle der Motive und Milieus, der Fakten und Figuren, der Stoffe und Schauplätze zu finden. In manchen Kapiteln jagt förmlich ein Einfall den nächsten. Ein Erzähler, dessen Beobachtungsgabe kaum zu übertreffen ist und dessen Sensibilität und Phantasie keine Grenzen kennt, schöpft aus dem vollen.«
Marcel Reich-Ranicki, Die Zeit

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Kundenrezensionen

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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Broschiert
Heinrich Böll hat in einem Interview angegeben, daß er lediglich die Geschichte einer Frau nachzeichnen wollte, die "die ganze Last dieser Geschichte (von 1890 bis etwa 1970) mit und auf sich genommen hat". Ein etwas schwerfälliger und ironischer "Verf." erzählt die Geschichte der Helene Maria Pfeiffer Gruyten, an der sich die ganze Unmenschlichkeit der Gesellschaft vor, während und nach dem zweiten Weltkrieg widerspiegelt. Das Personal des Romans ist ungeheuer vielfältig. Zahlreiche Motive (z. B. weibliche Trinität, das "Abfällige", die Unmenschlichkeit der Gesellschaft im allgemeinen), die schon aus vorherigen Erzählungen Bölls bekannt sind, finden hier ihren Niederschlag. An der Person der Leni Pfeiffer und der Gruppe, die sich langsam um sie formiert, wird die deutsche Geschichte unserer Epoche mehrfach ironisch gebrochen. Das "Gruppenbild" ist dann auch ein Querschnitt durch die Gesellschaft: Kriegsgewinnler, Konformisten, Nonkonformisten, ausländische Müllfahrer, Beamte und - nicht zu vergessen - der Herr "Hochgestellt" geben ein glaubwürdiges Bild der dargestellten Zeitspanne ab. Böll ist mit seinem umfassendsten Werk ein eindrucksvolles Porträt deutscher Zeitgeschichte gelungen. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Broschiert
Der als Verf. bezeichnete Erzähler rekonstruiert das Leben der Leni Pfeiffer. Der Roman ist dargestellt als Dokumentation. „Ich habe versucht, das Schicksal einer deutschen Frau von etwa Ende Vierzig zu beschreiben oder zu schreiben, die die ganze Last dieser Geschichte zwischen 1922 und 1970 mit und auf sich genommen hat." sagte Böll selbst zu seinem Werk.
Leni Pfeiffer ist intelligent, gutherzig aber ungebildet. Ihre Familie ist wohlhabend, verliert nach Ausbruch des Weltkrieges durch mehrere Schicksalsschläge sowohl materiell als auch menschlich sehr viel. Die letzten Jahre des Krieges arbeitet sie in einer Kranzbinderei und lernt dort einen sowjetischen Kriegsgefangenen kennen, Boris, mit dem sie eine Liebe und schliesslich ein Sohn verbindet. Tragischerweise stirbt ihr Geliebter in den letzten Kriegstagen in französischer Gefangenschaft. In der zweiten Romanhälfte geht es dann vorwiegend um die Nachkriegszeit und Lenis Schwierigkeiten, sich den gängigen gesellschaftlichen Konventionen unter zu ordnen. Ihr sind ihre humanitären Massstäbe nach wie vor wichtiger als die Meinung der anderen. So gerät sie und ihr Sohn Lev in mehrere Schwierigkeiten, aus denen sie aber mit Hilfe ihrer Freunde herausfindet.
Ich war sowohl von der Geschichte, als auch von der Erzähltechnik ungeheuer beeindruckt und glaube, dass ich nie einen besseren Roman von Heinrich Böll gelesen habe. Das Buch ist voll von packenden Kriegs- und Nachkriegsschicksalen und uneingeschränkt empfehlenswert!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Broschiert
Heinrich Bölls Roman »Gruppenbild mit Dame« erschien 1971 und gilt als sein gelungenster Roman. Der Roman ist eine Böll-typische Erzählung, die inhaltlich den Bogen von der Kriegs-, über die Nachkriegs bis in die Wohlstandszeit schlägt.

Böll selbst sagte im Juni 1971 zu seinem Roman über die Last des Schickals: "Die Idee zu diesem Buch hat mich schon sehr lange beschäftigt, wahrscheinlich schon bei den meisten Romanen und Erzählungen, die ich bisher geschrieben habe. Ich habe versucht, das Schicksal einer deutschen Frau von etwa Ende Vierzig zu beschreiben oder zu schreiben, die die ganze Last dieser Geschichte zwischen 1922 und 1970 mit und auf sich genommen hat."

»Gruppenbild mit Dame« ist eine Erzählung über das Leben der Leni Pfeiffer. Er erzählt die Geschichte der 48-jährigen Leni Pfeiffer, die 1922 geboren wurde. Diese Leni Pfeiffer ist eine intelligente und gutherzige, aber ungebildete Frau. Ihre Familie zählt zu Beginn der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten zu den Gewinnern dieser Zeit. Nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges wird ihre Familie von mehreren Schicksalsschlägen getroffen, und Leni ist schließlich fast auf sich selbst gestellt.

Gegen Ende des Krieges arbeitet sie in einer Kranz- und Blumenbinderei und lernt dort den sowjetischen Kriegsgefangenen Boris Koltowski kennen. Die beiden beginnen, obwohl dies verboten und außerordentlich gefährlich ist, eine Liebesbeziehung, und Leni gebiert kurz vor Ende des Krieges ein Kind von Boris. Boris, der von den Amerikanern gefangen genommen wurde, kommt bei einem Unglück in einer Kohlengrube um. Selbst der Sohn, den Leni von Boris hat, sitzt im Gefängnis.

Das "Gruppenbild" entsteht, als Böll um sich die Person der Leni Pfeiffer langsam eine Gruppe formiert. An der Person der Leni Pfeiffer und der Gruppe, die sich langsam um sie formiert, wird die deutsche Geschichte unserer Epoche mehrfach ironisch gebrochen. Das "Gruppenbild" ist dann auch ein Querschnitt durch die Gesellschaft: Kriegsgewinnler, Konformisten, Nonkonformisten, ausländische Müllfahrer, Beamte und - nicht zu vergessen - der Herr "Hochgestellt" geben ein glaubwürdiges Bild der dargestellten Zeitspanne ab. Böll ist mit seinem umfassendsten Werk ein eindrucksvolles Porträt deutscher Zeitgeschichte gelungen.

Böll zeichnet ein Sittenbild der Gesellschaft und ihm ist ein eindrucksvolles Porträt deutscher Nachkriegs- und Zeitgeschichte gelungen. Dieser Roman ist dabei sowohl eine dokumentarische Widmung als auch eine Art poetische Dokumentation.
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Einzigartig
Heinrich Bölls Roman "Gruppenbild mit Dame" erschien 1971. Er erzählt die Geschichte der 48-jährigen Leni Pfeiffer, die 1922 geboren wurde. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 5. Mai 2004 von "wiebke_1985"
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Veröffentlicht am 28. März 2003 von riosadjoe
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Am 13. November 2000 veröffentlicht
Beste, menschenmoegliche Kunst
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Am 28. Juli 2000 veröffentlicht
Auf die Dauer anstrengend
Nach der Lektüre so grossartiger Bücher Bölls wie "Ansichten eines Clowns" und "Haus ohne Hüter" muss "Gruppenbild mit Dame"... Lesen Sie weiter...
Am 6. Juli 2000 veröffentlicht
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