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Grunewaldsee: Roman
 
 
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Grunewaldsee: Roman [Gebundene Ausgabe]

Hans-Ulrich Treichel
4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 237 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: 2 (15. März 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518421360
  • ISBN-13: 978-3518421369
  • Größe und/oder Gewicht: 20,4 x 13 x 2,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 305.684 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Hans-Ulrich Treichel
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»In der Beschreibung seiner Milieus, sei es Pauls Braunschweiger Heimat oder sei es der Kreuzberger Kiez, ist Treichel ein Meister wie eh und je. In ihnen spiegelt sich das Deutschland der Bonner Republik in all seinen Facetten, in all seiner Beengtheit und Beschränktheit einerseits, aber auch in all seinem Charme und seiner wenig selbstbewussten Genügsamkeit.«

(Christoph Schröder Frankfurter Rundschau )

»Wohl nur Treichel kann mit solch großer Sympathie und gleichzeitigem Augenzwinkern so anschaulich über Verlierer schreiben, ohne sie der Lächerlichkeit preiszugeben.«

(Peter Mohr Eßlinger Zeitung )

»... In der Beschreibung seíner Milieus, sei es Pauls Braunschweiger Heimat oder sei es der Kreuzberger Kiez, ist Treichel ein Meister wie eh und je. In ihnen spiegelt sich das Deutschland der Bonner Republik in all seinen Facetten...«

(Bücher, über die man spricht (Goethe Institut) )

»... Treichel hat mit Grunewaldsee einen Roman voller Melancholie und Leichtigkeit vorgelegt, den zu lesen viel Vergnügen verspricht.«

(Susanna Gilbert-Sättele )

»Treichel erzählt die Geschichte seines melancholischen Helden in der ihm eigenen liebevoll-lakonischen Weise. Dabei wechselt er kunstvoll Ebenen und Zeiten. Flicht wie nebenbei Gelehrtes und Gelehrsames ein, parliert auf diese unnachahmliche Art, die sich wie ein Plauderton gebärdet, aber äußerst genau und bodenständig ist. Von der Tragikomödie des Lebens erzählt niemand so schön wie Hans-Ulrich Treichel.«

(Jeanette Stickler Hamburger Abendblatt )

»Selten hat Treichel eine Hauptfigur mit solcher Empathie gezeichnet und einen derart dichten Teppich miteinander verwobener Motive und Verweise geknüpft. … einer der schönsten Romane Treichels …«

(Thomas Schaefer Badische Zeitung )

»In Grunewaldsee erweist sich Hans-Ulrich Treichel einmal mehr als Meister in der Kunst der lakonischen Entzauberung. Wie schon in seinen bisherigen Büchern baut er ständig neue Träume auf, um sie nur zwei Sätze weiter zu zerstören. Mit heiterer Melancholie, in der immer ein Hauch Nostalgie mitschwingt, beschreibt der Autor die inzwischen ausgestorbene Spezies Westberliner Akademiker.«

(Marion Lühe Die Märkische )

»Beiläufig melancholisch und humorvoll umkreist der meisterliche Erzähler Treichel Pauls Liebesleid und entwirft das treffliche Porträt eines durchschnittlichen Intellektuellen vor dem Hintergrund von West-Berlin. Treichel … zoomt sich an die Details im Kleinen heran. Dabei schildert er so wunderbar lakonisch, dass seine Figuren dem Leser fast wie alte Bekannte erscheinen.«

(Claudia Ihlefeld Heilbronner Stimme )

Kurzbeschreibung

Paul liebt Berlin, vor allem Westberlin, sofern man Westberlin lieben kann, wenn man in einer dunklen Hinterhofwohnung in Kreuzberg lebt. Und er liebt Maria, die Spanierin mit den graugrünen Augen und der Motorradjacke. Die beiden lernen sich in Málaga kennen, wo er als Sprachlehrer jobbt, während er auf eine Referendariatsstelle wartet. Maria, die angehende Ärztin, wird für ihn zur Liebe seines Lebens, und doch muß er sie bald verlassen: Sie ist verheiratet und erwartet ein Kind. Aber bei seinem Abschied aus Spanien ruft sie ihm nach: »Permanecemos juntos!« - »Wir bleiben zusammen!« Marias Versprechen soll kein leeres bleiben: Sie sehen sich wieder, in Deutschland. Von der Lobby des Münchner Hotels Vier Jahreszeiten aus brechen sie auf zu einer Reise, die freilich nur einen halben Tag dauert ... Auf einem olivenbestandenen Grundstück hoch über dem Meer in Südspanien und an den mit Hunde-Urin verseuchten Stränden rund um den Grunewaldsee verwickelt Bestsellerautor Hans-Ulrich Treichel seinen Helden in eine Liebesgeschichte, wie sie nur dieser Meister der heiteren Melancholie und des lakonischen Spotts erzählen kann: voller Abstürze und in höchstem Maß vergnüglich.

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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Heiter, humorvoll und melancholisch: ein Meisterstück!, 22. März 2010
Rezension bezieht sich auf: Grunewaldsee: Roman (Gebundene Ausgabe)
Held des neuen Romans von Hans-Ulrich Treichel ist der liebenswerte Paul, arbeitsloser Historiker, der in Berlin-Kreuzberg wohnt. Er wandert gerne mit seiner Freundin um den Grunewaldsee. Der Uringestank der herumtollenden Hunde kann ihr gemeinsames Glück nicht trüben.

Paul dümpelt durchs Leben,weil er noch lange auf eine Referendariatsstelle fürs Lehramt warten muss.

Zur Überbrückung verschlägt es ihn als Deutschlehrer nach Malaga in Spanien. Dort wird die schöne Maria zur großen Liebe seines Lebens, allerdings einer Liebe mit Hindernissen.

Zu Paul mit seiner treuherzigen und liebenswerten Ausstrahlung entwickelt man spontan herzliche Zuneigung. Er ist drollig, lakonisch und immer auf der Suche nach dem Glück, das sich nicht recht einstellen will.

Im Hause von Marias Onkel findet er ein preiswertes Unterkommen. Leider war der Onkel, was Paul nicht wusste, Mitglied der Guardia Civil, einer faschistischen Truppe unter Spaniens Francoregime. Das passt ihm nun gar nicht! Schließlich stammt Paul aus einer alten SPD Familie und ist selber Mitglied der Lehrergewerkschaft. So wandelt sich Glück bei ihm häufig in Ungemach. Er steht dann ratlos vor Tatsachen, denen er mit seinem weichen und eher entschlusslosen Gemüt ausgeliefert ist.

Hans-Ulrich Treichel verknüpft sein Gesellschaftsbild mit dem Schicksal seines Helden, und ihm entschlüpft so manch'' passendes Bonmot zur Gegenwart. Die Gedanken seines Protagonisten reihen sich frei assoziierend aneinander und führen ihn durch den Tag mit allen Glücksmomenten und Unbilden, die es im Leben so gibt. Umwerfend ist die Beschreibung einer Szene in Kreuzberg, in dem Proleten, Studenten und Türken in freundlicher Gemeinschaft zusammenleben; in seinen Fantasien meckern die Ziegen aus Anatolien im Hinterhof .....,doch dann folgt der Bruch: während einer Seminararbeit über das Mittelalter dröhnt türkische Musik herüber und die Idylle bekommt einen Knick.

Treichel bringt das schöne Beispiel, dass es Denker gibt, die selber denken, und jene, die nur Vorgedachtes wiedergeben können. Sein Held gehört zu letzteren!

Paul spielt die Hauptrolle und gibt in seiner naiven, erwartungsfrohen Haltung einen leicht zu beeindruckenden Toren, der mit Ironie und Selbstironie ausgestattet ist.

Unterhaltsam und gewitzt nimmt die Erzählung ihren Lauf und führt zu Einsichten und alltäglichen Bedrückungen, die zutiefst erheiternd sind. Der lakonische und etwas makabere Humor, mit dem es u.a. um Tod, Beerdigungen und eine verwitwete Mutter geht, die Paul mit zunehmender Distanz betrachtet und seine urkomischen Beobachtungen anstellt, bieten nur einen Teil dieses Heldenstücks, in der es rund um die Fragen des Lebens und am Ende um alles und vor allem um die Liebe geht.

Der Roman ist intelligent, witzig, humorvoll und ernst zugleich. Man kann ihm nur das höchste Lob zollen!
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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Vom Leben auf der Warteliste, 13. April 2010
Von 
Rezension bezieht sich auf: Grunewaldsee: Roman (Gebundene Ausgabe)
Paul ist ein typischer Neu-Kreuzberger im eingemauerten Westberlin der achtziger Jahre: Zugezogen aus tiefer norddeutscher Provinz um in Berlin zu studieren ("Geschichte auf Lehramt"), im Kreuzberger Kiez gelandet wegen der kleinen Mieten und des guten Gefühls bewusster Weltoffenheit und Toleranz. Diese Toleranz gilt es gerade dann zu beweisen, wenn laute türkische Musik die Konzentration für die Seminararbeit verhindert und der penetrante Backofengeruch aus dem vorschriftswidrigen Abluftrohr der türkischen Bäckerei einem den Atem nimmt. Aber zu protestieren wäre Spießertum und politisch unkorrekt, da geht man lieber joggen, wenn die Wohnung gerade unbewohnbar ist. (Es gab viele solche Jogger in Berlin.)

Auch sonst ist Paul kein Macher, keiner, der energisch seinen Weg geht. Es ist vielmehr ein sich treiben lassen, das sein Leben prägt. Nach dem entspannt-absolvierten Geschichtsstudium, das immer genug Zeit lies für ausgedehnte Spaziergänge am Grunewaldsee und für Besuche von Pauls Berliner Lieblingsort, der Pfaueninsel, bewirbt er sich halbherzig um ein Referendariat im Berliner Schuldienst. Die Anzahl der Bewerber ist enorm, so dass sich Paul auf einer jahrelangen (!) Warteliste wiederfindet. Dieses unbestimmte Warten wird zum Kern seines Lebens.

Die Frauen in seinem Leben sind meist in ähnlichen Situationen: unbestimmte Zukunft und Geldsorgen. Man lehnt sich aneinander an. Die Beziehungen, Freundschaften und Bekanntschaften enden jedoch im Allgemeinen, sobald sich für die jeweilige Frau eine berufliche oder persönliche Perspektive ergibt. Für Paul ist dann meist kein Platz mehr: traurige Empirie.

Einzig mit Maria scheint es anders zu sein. Paul lernt Maria in Malaga kennen, wo er einen schlecht-bezahlten Job als Deutschdozent angenommen hat. Maria ist lebenslustig und unkompliziert und Paul verliebt sich heftig. Er verbringt mit Maria völlig unbeschwerte Zeiten. Die Unbeschwertheit ist jedoch nicht von Dauer: Maria ist verheiratet und erwartet ein Kind von ihrem Mann. Aus diesem Grunde will sie ihre kriselnde Ehe retten und kehrt zu ihrem Mann zurück. Beim Abschied von Paul verspricht sie ihm: wir bleiben zusammen. Wieder wartet Paul auf unbestimmte Zeit auf ein sinnverheißendes Ereignis.

Als sie sich dann endlich wiedersehen ist alles anders, als von Paul erträumt (aber doch irgendwie wie immer).

Grunewaldsee ist ein gelungener Roman: Die Figur des Protagonisten ist vielschichtig, glaubwürdig und stimmig. Das Westberliner-Vorwende-Lebensgefühl kenne ich aus eigener Erfahrung und Treichel hat es für mich nachfühlbar eingefangen.

Diese Stimmung "melancholischer Behaglichkeit" im "freien", chaotischen und gleichzeitig - wenige Straßen weiter - kleinbürgerlichen Westberlin, das aber immer fester Bestandteil der provinziellen, wohlgeordneten Bundesrepublik war.

Immer wieder blitzen in Treichels Roman skurrile aphoristische Sternschnuppen auf ("Zinnteller hatten keine primären Geschlechtsmerkmale"), die der melancholischen Grundstimmung des Romans eine heitere Seite hinzufügen: diese Mischung erzeugt einen "Lesesog", dem ich mich nicht entziehen konnte.

Treichels Humor ist dabei liebenswert-skurril, nicht vordergründig auf Wirkung zielend, wie beispielsweise im thematisch verwandten "Herr Lehmann".

Der Roman ist konventionell geschrieben im besten Sinne, nämlich im Sinne von gekonnt, ausgereift und spielerisch-leicht.

Da ich die fünf Sterne für mich für die wenigen absolut herausragenden Leseerfahrungen reserviert habe, denen man nur selten begegnet, zögere ich hier kurz. Aber bei aller selbstauferlegten Restriktion: vier Sterne wären hier einfach zu wenig!

Eine klare Leseempfehlung.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen Wo ist die Handlung?, 8. September 2010
Rezension bezieht sich auf: Grunewaldsee: Roman (Gebundene Ausgabe)
Vorweg: Ich habe mich sehr auf die Lektüre dieses Buches gefreut - weil ich sehr viele positive Rezensionen gelesen hatte. Diese Vorfreude war auch noch vorhanden, als ich das Buch aus dem amazon-Päckchen fischte. Der Umschlag ist sehr gelungen! Leider hörte der gute Eindruck auf, als ich den Deckel aufschlug und die ersten Seiten las.

Das größte Manko an diesem Buch ist die Figurenzeichnung. Der Protagonist war mir zwar noch relativ gut vor Augen, aber schon bei seiner "großen Liebe" war das nicht mehr der Fall. Maria spricht meist in kurzen, spanischen Satzfetzen, sie handelt kaum. Meist existiert sie nur in der Vorstellung von Paul, sie schwebt quasi als "guter Geist" durch das Buch. Doch warum hat sich Paul in sie verliebt? Als Gründe werden ihre Lockenpracht, ihr Hüftschwung und ihre grünen Augen genannt. Das ist zu wenig, um die Intensität von Pauls Gefühlen wirklich nachzuvollziehen. Es geht schließlich um eine Liebesbeziehung, die sich über mehrere Jahre erstreckt.

Überhaupt tritt Paul eher als sexgesteuerter Unsympath auf. Er definiert Frauen meist nur über ihre Brüste, Schenkel und ihre Klamotten. Von "heiterer Melancholie" spüre ich da eher wenig. Eher von einem sehr pubertären Verständnis vom Verhältnis zwischen Mann und Frau. Diese Oberflächlichkeit zieht sich übrigens bis in die Zeichnung der Nebenfiguren.

Grunewaldsee ist daher kein wirklicher Liebesroman. Ein Berlinroman ist es jedoch auch nicht, dazu erfährt man viel zu wenig darüber, wie es sich anfühlte, im Westberlin der 80er Jahre zu leben.Man könnte sogar darüber diskutieren, ob dieses Buch überhaupt formale Kriterien eines Romans erfüllt. Der Protagonist entwickelt sich im Laufe des Buches kaum weiter, genauso wie seine Liebschaft Maria.

Damit wäre auch schon alles zum Unterhaltungswert dieses Buches gesagt. Niemals kommt die Handlung wirklich in Gang. Der Text liest sich dahinfließend, auch wenn Treichels Beschreibungen manchmal sprachlich durchaus treffend sind. Darüber hinaus gibt es auch keinen emotionalen Spannungsbogen, dafür sind die Figuren viel zu stumpf.

Ein Stern für dieses Buch. Es war so spannend wie das Telefonbuch von Fulda.
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