Klappentext
"Es liegt aber auch in der Sprache selbst ein unabänderlicher Dualismus, und alles Sprechen ist auf Anrede und Erwiderung gestellt." Wilhelm von Humboldt.Dieses Buch vereinigt in sich drei für die philosophische wie systematische Sprachkonzeption Wilhelm von Humboldts gleichermaßen wichtige Texte: Der Essai sur les langues du nouveau continent - in seiner Bedeutung nicht hoch genug zu veranschlagen - ist Humboldts erste systematischeDarstellung seines philosophischen Begriffs von Sprache. Der kategoriale Rahmen ist hier bereits voll entfaltet, und da der Text - gedacht für eine Anthologie über die Neue Welt - in französischer Sprache verfaßt ist, erlaubt er einen bis in die Terminologie hineinreichenden Vergleich mit der Sprachkonzeption F. de Saussures. Die Grundzüge des allgemeinen Sprachtypus sind zweifellos der in systematischer Hinsicht wichtigste Text Humboldts, der die Darstellung der philosophischen "Sprachansicht" abbildet auf die sprachsystemischen Ebenen des "Tonsystems" - Humboldts Phonologie -, des "Wörtervorraths" und der "Redeverbindung". Hier liegt eine Philosophie der Grammatik vor, die Humboldts Sprachphilosophie im engeren Sinne materialiter ausformuliert. Erst von diesem Text her werden spätere Theoreme wie die des sprachlichen "Urtypus" oder die der "inneren Sprachform" zugänglich. Über den grammatischen Bau der chinesischen Sprache ergänzt diese Darstellung durch den Blick auf einen "Sprachbau", der für Humboldts Verständnis sprachlicher Formen eigentlich einen Skandal darstellte und dessen Deutung darum dieses "formale" Sprachverständnis besonders zu erhellen vermag.