Das Geheimnis des "kleinen Medicus" ist ganz einfach: in einer Zeit, in der immer mehr Repetitoren und leider gelegentlich auch Professoren die Examensangst schüren und die Studierenden dem Trugschluß erliegen, sie müßten 7000 Spezialprobleme kennen, scheitern die meisten nach wie vor an den Grundlagen.
Doch nur, wer die Grundlagen beherrscht und auch auf unbekannte Fälle anwenden kann, kann überhaupt Fälle lösen. Es nutzt der schönste auswendiggelernte "Rückerwerb vom Nichtberechtigten" nichts, wenn der Kandidat die einfachen Voraussetzungen des gutgläubigen Erwerbs nicht durchprüfen kann. Mehr noch: die Studierenden wissen noch nicht einmal, was sie da eigentlich auswendig lernen und warum sich Spezialprobleme lösen, wie sie sich lösen, solange die Grundlagen nicht verstanden sind.
Diesen Zusammenhang hat Dieter Medicus erkannt. Sein Konzept, das Grundwissen in kompakter Form zu veröffentlichen, ist also ein nicht zu unterschätzendes Entgegenkommen an die Studierenden, das Systemverständnis überhaupt erst ermöglicht. Wer die Grundlagen versteht, kann auch mit "Spezialproblemen" umgehen. Insofern ist der "kleine Medicus" eben nicht nur Anfängern, sondern gerade auch Examenskandidaten zu empfehlen: erst mit dem "kleinen Medicus" die Grundlagen verstehen, und dann mit dem "großen Medicus" die Spezialprobleme vertiefen. Wenn der Verfasser behauptet, daß damit alle examensrelevanten Probleme abgedeckt sind, kann ich das nur bestätigen.