Bei Herrn Eibl-Eibesfeldt handelt es sich zweifelsohne um einen außergewöhnlichen Ethologen. Die Art und Weise der Präsentation des Stoffes, sowie die überzeugende Konsequenz seines Denkens, suchen auf diesem Gebiet ihresgleichen. Einige Theorien erscheinen vor dem Hintergrund jüngerer Forschungsdaten als naiv (z.B. die Überlegungen zur Homosexualität) und die philosophischen Reflexionen am Ende des Buches über die Möglichkeit eines dauerhaften friedlichen Zusammenlebens aller Menschen erinnern an den überschwenglichen Optimismus der Aufklärung. Das ist die einzige negative Kritik meinerseits an dem Buch. Die Freude aber, die mir das Lesen des Buches bereitet hat, überwiegt das wenig Negative voll und ganz. An dieser Stelle möchte ich bemerken, dass die verbreitete Behauptung, Herr Eibl-Eibesfeldt hätte, als Anhänger Lorenz' und so zu sagen als Kind seiner Zeit, eine rassistische Grundtendenz, absurd und völlig haltlos ist. Eine speziesistische Grundtendenz dagegen liegt wohl vor. Aber darum geht es nicht. Welche Weltanschauung Herr Eibl-Eibesfeldt auch vertreten mag, seine wissenschaftliche Kompetenz (die sich in diesem Buch zeigt) kann man ihm nicht absprechen.