Klappentext
Ob der bevorstehende Wechsel vom 20. zum 21. Jahrhundert tatsächlich eine Epochenschwelle markiert oder nur ein rein kalendarisches Ereignis bleibt, ist schwer zu sagen. Auf jeden Fall regt dieser Wechsel zu Rück- und Ausblicken an, zu Bilanzen, Diagnosen und Prognosen: Wie wird/kann die Entwicklung der Länder des Südens voranschreiten? Wo liegen die Grundprobleme der einzelnen Regionen? Nach einem knappen Vorwort des Herausgebers Peter J. Opitz (Professor für Politische Wissenschaft, München) gliedert sich das vorliegende Buch in 13 Beiträge namhafter Expertinnen und Experten. Es geht um den Stellenwert der Menschenrechte in Entwicklungsländern (Sabine von Schorlemer), um die Ergebnisse und weiteren Aussichten der sogenannten "dritten Welle" der Demokratisierung in den Ländern des Südens (Rainer Tetzlaff), um weltweite kriegerische Konflikte seit Ende des Zweiten Weltkrieges und Wege der Friedenssicherung (Mir A. Ferdowsi), um das "Jahrhundert der Flüchtlinge" und Ursachen von Flucht und Migration (Peter J. Opitz), um die besondere Situation von Frauen in Entwicklungsländern und die "Feminisierung der Armut" (Sabine Gürtner), um die zu erwartende Entwicklung des Bevölkerungswachstums und die sich daraus ergebenden Konsequenzen für eine Bevölkerungspolitik (Rainer Münz und Ral Ulrich), um die Folgen der Urbanisierung und das Entstehen von Megastädten mit mehr als 1o Millionen Einwohnern vor allem in den Entwicklungsländern (Rüdiger Korff), um die ökologische Problematik der Entwicklungsländer und deren Position im Rahmen der internationalen Entwicklungspolitik (Manfred Wöhlcke), um das Verhältnis von Kultur/Zivilisation und Entwicklung (Manfred Pohl), um die Welternährungslage (Theodor Dams), um die Verschuldungssituation der Entwicklungsländer (Joachim Betz), um die Bedeutung des Welthandels als Devisenbringer (Fritz Franzmeyer) und um die Entwicklung regionaler Freihandelszonen (Stefan A. Schirm). Die Autoren decken damit nahezu alle grundlegenden Problembereiche ab, vor denen die Entwicklungspolitik im 21. Jahrhundert stehen wird. Aufgrund ihrer Vielzahl können die einzelnen Themen dabei nicht jeweils im Detail diskutiert werden; den Autoren geht es vielmehr um eine knappe Beschreibung des Ist-Zustandes und um grundsätzliche Überlegung und Prognosen für die zukünftige Entwicklung. Sie tun dies knapp, kompetent und verständlich und ermöglichen dem Leser so eine umfassende Orientierung über die Grundprobleme der Entwicklungsregionen an der Schwelle zum 2l. Jahrhundert.Das Buch zeichnet insgesamt ein eher düsteres Bild, doch lehnen die Autoren einen übertriebenen Pessimismus oder gar Resignation vor der Vielzahl der Probleme ab: "Beides ist im Auge zu behalten: die inzwischen erzielten Fortschritte, um so die Hoffnung auf weitere Verbesserungen wachzuhalten und Wege zu entdecken, auf denen sie erzielt werden können; aber auch die Defizite und Rückschläge, um sowohl für das bestehende Elend zu sensibilisieren wie auch auf die Probleme hinzuweisen, deren Lösung noch immer aussteht."