Schon bei den ersten Zeilen wird klar: Hier schreibt einer, der viel Erfahrung hat und der fundierte Detailkenntnisse besitzt. Und in der Tat ist das Büchlein nichts anderes als das Protokoll von Planung, Bau und ersten Erfahrungen des Lebens in einem eigenen "Passivhaus". Finanziell wird die Geschichte besonders günstig, weil gleich zwei (weitgehend) identische Häuser nebeneinander gebaut werden und weil die Mitarbeit des Bauherrn (= Planer = Bauüberwachung und Kontrolle) kaum je sonst gegeben ist. Alles beileibe kein Grund der Kritik; im Gegenteil: das Büchlein macht Mut, auch Unübliches zu denken. Beispiel: die eigentlich offene Feuerstelle eines Wodtke-Kamins (allerdings "raumluftunabhängig") als Ergänzungs-Energielieferant in einem vorher sozusagen luftdicht gemachten Wohnzimmer. Oder: auf die allerersten Energiespender, an die man bei einem solchen Bauwerk denken würde (nämlich Solartechnik, Photovoltaik) völlig zu verzichten. Warum?
Besonders gut gefällt mir - dies sei unterstrichen - die Praxisbezogenheit, welche auch vor der exakten Darstellung von Fehlern (Haustür) oder technischen Problemen (Kaminabdichtung, Mauerdurchbruch) nicht zurückschreckt.
Das Buch macht sich für jeden, der sich mit derartigen Problemen befaßt, bezahlt. Am meisten würde mich bei einer sicher zu erwartenden Neuauflage dann der Abschnitt interessieren, wie die weiteren Erfahrungen des Autors als "Bewohners des Passivhauses" sind. Und es würde natürlich auch interessieren, was denn nun das Ganze wirklich gekostet hat. In allen Einzelheiten. Selbst, wenn man nie alles 1:1 für etwaige eigene Überlegungen übernehmen kann.
Vielen Dank: die Lektüre hat Freude gemacht. Ich habe viel gelernt!