Kurzbeschreibung
Dieser Band gibt einen zusammenfassenden Überblick über die Grundlagen des Kunstunterrichts. Die Abschnitte: Wahrnehmung, Ästhetik, gestalterische Grundlagen, Geschichte der Kunstpädagogik und Entwicklung der Kinderzeichnung behandeln das theoretische Umfeld und führen zum praxisbezogenen Teil, in dem die Autoren auf die Unterrichtssituation eingehen und die Ziele, Inhalte und Verfahren des Fachs behandeln.
Vorwort
Diese Arbeit ist eine übersichtliche Darstellung des Kunstunterrichts und seines wissenschaftlichen Umfeldes. Sie entstand als Grundlage und Begleitmaterial für Vorlesungen, Seminare und Prüfungen im Rahmen unserer Lehrtätigkeit an der Universität München und wertet praktische Erfahrungen aus allen Schulstufen aus. Sowohl Lehramtsstudenten als auch Lehrern bietet sie eine zusammenfassende Orientierungshilfe. Bei der Vorbereitung von Kunstunterricht hilft sie, Sachfragen zu beantworten und didaktische Positionen zu bestimmen.
Das Buch ist in zwei Bereiche gegliedert.
Der erste Teil befaßt sich mit dem Bezugsfeld unseres Faches und informiert über visuelle Wahrnehmung, gestalterische Grundlagen, Ästhetik, Geschichte der Kunstpädagogik und die Entwicklung des Gestaltungs- und Darstellungsvermögens.
Der zweite praxisbezogene Teil stellt die Ziele, Inhalte und Verfahren des Faches dar. Theorie und Praxis des Kunstunterrichts sind einem ständigen Wandel unterworfen. Die verschiedenen, teils gegensätzlichen Strömungen spiegeln sich in unterschiedlichen Fachbezeichnungen. Wir haben bewußt keinen Versuch unternommen, eine dieser Positionen aufzugreifen und verwenden den Begriff "Kunstunterricht" nicht in seinem historischen Sinne sondern als Bezeichnung für das Fach in seiner gegenwärtigen Form. In ihm verbindet sich Tradition der Kunsterziehung mit neuen kunstdidaktischen Erkenntnis.
Wir wollen dazu beitragen, den Kunstunterricht in seiner komplexen Struktur zu sehen. Kaum ein anderes Unterrichtsfach hat neben den objektiven Inhalten einen so hohen Anteil an subjektiver Meinung und kreativen Handlungsspielraum. Darin liegt einerseits die Problematik des Kunstunterrichts, andererseits aber auch die Chance, Menschen zu selbstbestimmtem, kritischem und tolerantem Verhalten zu erziehen.