Es handelt sich um eine umfassende Definition von Design, welche mir neue Sichtweisen in vielen Arbeitsprozessen geboten hat. Besonders hervorzuheben ist die Ausarbeitung von erfolgskritischen Einflussfaktoren in gemeinschaftlichen Arbeitsprozessen (Gruppendynamik, Rollen in Teams, Skills, soziokulturelle Werte), deren Komplexität aus eigener Erfahrung im Agenturgeschäft häufig nicht auf den Grund gegangen wird. Hier halte ich es für sehr gut, dass auch ethische Themen im Buch aufgegriffen werden, um Entwicklungsprozesse in Design-Projekten effektiv umzusetzen.
Leider führen Nachteile im Aufbau, sowie der Verlust an Fokussierung in wichtigen Fragestellungen zu einem mittelmäßigen Gesamteindruck:
- Kapitel "Management im Überblick" ruft nur Erinnerungen an vergangene Semester hervor und zahlt auch nicht besonders auf spätere Kapitel ein.
- Die Häufung von Entwicklungsprojekten und sozialen Programmen als Praxisbeispiele zeugt nicht von Repräsentativität für die unternehmerische Branchenstruktur und erleichtert auch nicht unbedingt den Wissenstransfer in die Praxis.
- Kernaussagen bleiben in bestimmten Kapiteln unerschlossen, weil Inhalte nicht optimal aufeinander abgestimmt sind, und nicht sauber differenziert werden. Beispiel: Kapitel "Designmanagement in Großunternehmen" und "Designmanagement in kleinen und mittleren Unternehmen" werden offensichtlich verglichen. Während in ersterem Kapitel noch 10 Persönlichkeitstypen in Großunternehmen aufgezeigt werden, wird bei kleinen und mittleren Unternehmen kein Wort zu Persönlichkeitstypen erwähnt. In kleinen und mittleren Unternehmen werden die vier Stärken des Designs vorgestellt, auf die wiederum bei großen Unternehmen nicht explizit in der selben Form eingegangen wird. Der sachliche Vergleich ist somit nicht möglich.
Mein Fazit:
+ Lesenswert im Thema Teambildung und Sensibiliserung für Einflüsse in deren effektiven Arbeitsprozessen.
- Weniger brauchbar für den operativen Einsatz im Bereich Marketing und Gestaltung.