Endlich ist dieses hervorragende Buch auch bei Amazon erhältlich.
Ich habe es vor 10 Jahren in Thailand gekauft, dürfte im wesentlichen unverändert sein.
Giovanolis didaktisches Konzept ist ideal an die speziellen Schwierigkeiten der thailändischen Sprache angepaßt. Für uns Deutsch(sprechend)e gibt es eigentlich nur zwei Probleme:
1. die Intonation
in diesem Buch sind zur Verdeutlichung der Töne (mittel/hoch/tief/fallend/steigend) in der Umschrift nicht zu übersehende Pfeile angebracht. Und dies konsequent in Texten und Wörterlisten, deutlicher geht es nicht. Eine derart unmittelbar verständliche, überhaupt konsequent und fehlerlos angewandte Zeichensetzung ist leider in den Thai-Sprachbüchern eine absolute Seltenheit.
2. die Thaischrift
Nicht jeder kann und will sich die Mühe machen, die doch relativ umständliche Thaischrift zu lernen, auch wenn das den klaren Vorteil hätte, daß sich die komplizierte Intonation aus der Schrift erklärt, abgesehen vom ästhetisch ansprechenden Schriftbild.
Giovanoli arbeitet hier in mustergültiger Weise zweigleisig:
Neben einer (perfekt und mühelos lesbaren) Umschrift bietet er stets auch die Thaischrift mit an. Man muß sie nicht lernen, aber man kann, wenn man will. Freilich erfordert das für den allerersten Anfang weiteres Lehrmaterial (bitte nicht das Buch von Gero Fischer) und einige extra "Malstunden".
Sobald man sich entsprechend gewappnet fühlt, kann man zu jeder beliebigen Zeit von der Umschrift auf die Thaischrift umsteigen.
Weiterer Vorteil: man kann sich die Texte von Thailändern vorlesen lassen (mit jeglicher Umschrift könnten sie absolut nichts anfangen!)
Das war's auch schon, was diese ach-so-schwere-Sprache an wirklichen Hürden aufzuweisen hat. In vielen Touristenführern und Lehrbüchern finden sich "Warnungen", die die Sprache schwerer machen als sie ist. Mit Schuld ist eine meist katastrophale Umsetzung der phonetischen Eigenarten. Auf Tonhöhenangaben verzichten viele Lehrbücher ganz, nach dem Motto "für Europäer ohnehin nicht lernbar", und bei der Umschrift der Vokale (+Diphthonge/Triphthonge) orientieren sich viele an den im englischen Sprachbereich - und leider auch in Thailand - weit verbreiteten, aber völliges Durcheinander verursachenden Schreibweisen: Wenn ein gesprochenes "ii" (langes i) als "ee" umschrieben wird (weil's sich für Englischsprechende grad so anbietet), wie soll man dann das gesprochene "ee" (langes e) schreiben?! Spätestens bei ö und ü müssen alle englischen Versuche ohnehin passen, und beim gar nicht seltenen "öi" oder gar "üei" wird's nur noch kriminell. Warum es auch im deutschen Sprachbereich so wenige Verfasser gibt, die sich von diesem englisch-amerikanischen Nonsense freimachen, ist mir ein Rätsel (vermutlich weil es voraussetzt, daß die Verfasser die Sprache selber beherrschen. Mit Abschreiben ist es dann nicht mehr getan).
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Ich kann noch mehr Mut machen, sich mit dieser Sprache zu beschäftigen: Es gibt keine Grammatik, die man lernen müßte! Keine Konjugation (also auch keine Zeiten), keine Deklination (Fälle), Artikel, Geschlechter, Einzahl/Mehrzahl (darum haben es die Thais mit Deutsch so schwer...). Man braucht schlicht nur Wörter zu lernen (naja, daran führt natürlich kein Weg vorbei), und kann mit ein wenig Gefühl für die Satzstellung sofort richtige Sätze bilden. Dieses Gefühl stellt sich beim Durcharbeiten dieses Buches von Giovanoli ganz von alleine ein.
Wer sich auf den Reiz dieser Sprache einlassen will, braucht für den Anfang nur zwei Bücher (plus Begleit-CDs):
1. Kauderwelsch Thai
auch hier eine perfekte Umschrift; das simple Konzept des Wort-für-Wort Lernens ist für diese Sprache ideal geeignet. Es gibt keinen besseren Einstieg.
2. Giovanoli, Grundkurs Thailändisch
perfekte Umschrift, Satzbildung exzellent erklärt, nach und nach anspruchsvollere Texte, möglicher Einstieg in die Schrift.
Ich wünsche allen interessierten viel Erfolg!