Nach 3 Wochen mit dem Grundig 46VLE8160 ein _überarbeiteter_ Erfahrungsbericht mit ein paar Tipps:
Zum Design
Dieses Gerät gibts in 3 "Geschmacksrichtungen": der Kunststoffrahmen wahlweise in Piano-Schwarz, Piano-Weiss, oder mattem Silber. Ich bin kein Fan von "Piano-irgendwas" und glänzenden Bildschirmen. So reduzierte sich für mich die nahezu unüberschaubare Auswahl an 46 Zöllern erheblich und wurde mein Interesse auf die (ehemalige deutsche Traditions-)Marke Grundig gelenkt.
Deren teurere Fine Arts Serie wäre von der Idee her optisch sogar noch etwas edler, mit einem Rahmen aus gebürstetem Alu; aber nicht aus einem Stück, sondern irgendwie zusammengeschraubt. Das macht sich im Designer-Wohnzimmer nicht besonders, find ich, und überzeugte mich weder bei den Fotos auf Amazon.de noch im Elektromarkt.
Der gute Ton
Im Wohnzimmer stand zuvor einen Sony Trinitron 32" aus dem Jahre 1999 - damals ziemlich High-End. Von dessen Ton war ich - im Gegensatz zu anderen - nie begeistert. Über LCD-Fernseher hört man gerüchtehalber, dass besonders beim Ton "gespart" werde. Hier wurde ich von Grundig sehr angenehm überrascht. Vorteilhaft gegenüber anderen Modellen/Marken: der Grundig strahlt nach den Ton weitgehend nach vorne ab, sagt der Verkäufer. Ein Soundbar zieht sich unten über die ganze Breite des Schirms.
Irritierend waren anfangs gelegentliche kurze Tonausfälle beim TV-Betrieb - an manchen Tagen "fehlte" rund 3x pro Stunde eine halbe Silbe. Im WWW hab ich dazu diesen Tip gefunden: Unter Toneinstellungen/ Audioausgangseinstellungen "Optic Out" auf "Auto" stellen. Seither praktisch keine Aussetzer mehr:)
Die Bildqualität
ist sogar bei den nicht HD-Signalen (mit einer - beim Senderwechsel jeweils kurz angezeigten - Auflösung von 576i) bei einem Sitzabstand von 3,50m für mich meist sehr gut bis ausgezeichnet. "Krieg der Sterne" (die digital aufgemotzte Version) auf Pro7 kam fast wie im Kino - sensationell!
Bei Fussballspielen, Schirennen und -springen keine Beanstandungen oder unerwünschte Effekte, (ausser einem vielleicht etwas fragwürdigem Grasgrün - da muss ich noch an den Einstellungen arbeiten). Blu Ray ("Rio" Zeichentrick) Darstellung: am Vorführer wie auf meinem eigenen Gerät schlicht sensationell! Dafür sind diese LCD-TV wie geschaffen.
Allerdings gibts im komplett dunklen Wohnzimmer - deutlich sichtbar beim Senderumschalten/ "Schwarzblende", und insbesondere bei Spielfilmen (wenn sie noch "breitformatiger" sind als der Fernseher) - helle "Einstrahlungen" aus allen Ecken in die schwarzen Balken oben und unten. Der Fachbegriff dazu ist "Flashlighting" bzw Taschenlampeneffekt. Dafür ein Stern Abzug - obwohl das Phänomen auch bei anderen, teureren Geräten anderer Marken nicht unbekannt, angeblich sogar "bauartbedingt" sein soll - und je größer der Schirm, desto ärger, sagt mein Ingenieur-Kumpel.
Manche meinen, dass man mit LED-Leisten, die es zeitweise sogar beim Discounter gibt und jedenfalls im schwedischen Möbelhaus, selbst eine Art Ambilight-Effekt erzielen könnte, wofür man bei Philips-Geräten teuer bezahlen muss. Für Bastler: "Atmolight" ist ein guter Suchbegriff zu diesem Thema!
TIPPS
Ich hab mir dort jedenfalls mal eine Klemmleuchte und eine LED-Leiste besorgt. Kostet beides jeweils keine 10 Euro und macht sich gut als "Hintergrundbeleuchtung", die vom Flashlight-Effekt "ablenkt". Letzendlich hab ich mich dann für die LED-Leiste als "permanente Lösung" entschieden und sie mit dem weissen doppelseitigen Klebeband hinten auf den Fernseher geklebt. Leider ist Zuleitung sehr kurz; aber wofür gibt es Lüsterklemmen und zB dicke Lautsprecherkabel;)
Die Fernbedienung
"TP7" läuft mit 3 AAA Batterien. Sie ist mit 240mm x 45mm x 17mm ziemlich schmal, flach und liegt gut in der Hand, finde ich. Die runde Taste mit dem zusätzlichen Punkt in der Mitte ("Steuerkreuz", schreibt ein anderer Rezensent) ist für halbwegs große Daumen etwas gewöhnungsbedürftig.
Für andere 46-Zöller aus dem Hause Grundig ("Fine Arts" und die "Cityline"-Modelle Rom und Hamburg) soll es "fortschrittlichere" Fernbedienungen geben ("TP8" und zusätzlich eine abgespeckte "Comfort Remote"). Diese Modelle bekommt man jedoch nur beim Fachhändler, mit 3 statt 2 Jahren Garantie, inklusive 3D-Brillen, Beratung und erheblich teurer.
Automatischer Sendersuchlauf
ging zu meiner Überraschung extrem schnell. Signalquelle bei mir eine Hausgemeinschaftsanlage, die Sat- & DVB-T-Signale nach DBV-C konvertiert. Nur werden die Sender von vornherein nie so angeordnet, wie man sie selber haben wollte. (Einzige) Lösung: Es gibt 4 Favoriten"listen", in welche die einzelnen Kanäle sortiert und dabei ungewünschte Kanäle (zB Home Shopping) übersprungen werden können. Dabei wäre auch eine Mehrfachauswahl möglich, so dass Kanäle in mehr als einer Liste gespeichert werden. Ich hab zB Radioprogramme, HD-TV-Programme, sowie (optisch inakzeptable) analoge Signale in jeweils eine Liste zusammengefasst.
Leider erscheinen, wie bereits in einer anderen Rezension kritisiert wurde, beim Zugriff auf den EPG aus der Favoritenliste heraus die Kanäle nicht in dieser selbstgewählten Sortierung - man quält sich stattdessen durch die ganze Latte an verfügbaren Programmen, inklusive Schrottsender. Hoffentlich wirds da irgendwann ein Software-Update dazu geben.
Teletext (bzw Videotext)
wird im Normalfall extrem und bis zur Unlesbarkeit in die Breite gezerrt:( Abhilfe schafft (nur) eine der mehrfach belegten Fernbedienungs-Tasten. Dann nimmt der Text die rechte Hälfte des Bildes ein, während das laufende TV-Bild auf der linken Seite (gequetscht) gezeigt wird. Das find ich einen guten Kompromiss.
Fuss des Geräts / TIPPS
kann ich nix zu sagen - hab mir via Amazon um weniger als 30 Euro eine Wandhalterung von Ricoo angeschafft - dafür in meiner Rezension eine absolute Kaufempfehlung! Im Elektromarkt kann man locker das 3fache für eine ähnliche Qualität ablegen.
Negative Erfahrungen
- das bereits erwähnte Flashlighting: Lichteinstrahlungen in allen 4 Ecken
- intuitiv bedienbar erscheint mir das Teil im Vergleich zur Sony Röhre nicht. Dafür kann es vielleicht schon zuviel, und verlangt somit auch eine Mehrfach-Belegungen der FB-Tasten.
- beim Anschluss an die bei Amazon georderte Sony "Heimkino-Anlage" BDV-E380 ist mir die Tonausgabe nur nach viel Trial & Error gelungen. Von den 4 HDMI-Ausgängen kann (nur?) der HDMI 2 das mit dem Audio-Rückkanal(ARC). In den Toneinstellungen gut versteckt: In Audioausgang erscheint beim Auswählen ein OK, das man bestätigen muss, um im nun zugänglichen Sub-Menü ARC ein/ausschalten zu können. Schliesst man zusätzlich ein Toslink-Kabel an, kann man sogar ARC auf "aus" belassen und damit den Ton parallel über TV-Lautsprecher und Heimkinoanlage hören. Der Effekt (Hall) spricht aber eher dagegen.
- Senderwechsel geht halbwegs flott - man hat sich da durch Kabel- & Sat-Empfang schon an einiges gewöhnt. Einschalten (aus dem Standby - ganz abschalten geht nicht!) dauert hingegen endlos. Manchmal passiert auch trotz Tastendrucks weiter nichts, ausser einem leichtem Aufblinken des blauen LED in der "Lautsprecherleiste" und/oder des weissen Grundig Logos am dunklen Schirm.
- Das "Handbuch" hat Fotokopie-"Qualität" und erklärt auf rund 40 Seiten A5 eigentlich nichts, was man nicht selber auch durch Trial and Error herausfinden könnte.
- meine bessere Hälfte sagt, die Augen würden beim längeren Filmschauen (zu) sehr angestrengt. Gabs bei der Sony-Röhre oder im Kino nie. Rund 1% der Bevölkerung sei nicht LCD-kompatibel, hab ich irgendwo gelesen. Keine Ahnung, ob das zutrifft und/oder für alle LCD-Geräte gilt.
- vor/bei Kaufentscheidung fiel es mir schwer herauszufinden und abzuwägen, was man heutzutage wirklich an Anschlüssen, Tuner-Varianten und Gimmicks wie Apps, HbbTV, Internet-Connection und anderem braucht und ohne große Verrenkungen tatsächlich (schon) verwenden kann.
Die Auswahl wird einem angesichts des kaum überschaubaren Angebots von keinem Hersteller leicht gemacht. Überdies scheinen sich manche Modelle nur in klein(st)en Details (oder gar nicht!) von anderen der selben Marke zu unterscheiden.
Der Grundig 46VLE7130BF wäre für mich auch in Frage gekommen, augenfälliger Unterschied: der hat keinen Tuner für den Empfang von DVB-S und kann kein 3D. Beim FineArts 46FLE9170 sind hingegen zwei 3D-Brillen dabei, und der Rahmen aus gebürstetem Alu, wie bereits erwähnt.
Für Großmärkte und Online-Versandhäuser werden von manchen Herstellern großteils identische Geräte mit anderen Bezeichnungen versehen, die den Vergleich und die Bewertung anhand von Testberichten nahezu unmöglich machen (sollen). Für den 46VLE8160 habe ich auf den bekannten Test-Sites leider keine Vergleichstests gefunden.
Bei Grundig will man offenbar vom (traditionell) guten Markennamen profitieren und hat für den Fachhandel zusätzlich die Cityline-Varianten kreiert.
WLAN hab ich noch nicht versucht, denn Netzwerkkabel und Switch (für den gleichzeitgen Anschluss der Heimkinoanlage) sind erheblich billiger als der Grundig Dongle!
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