Diese CD ist großartig, wenn man a. drei Songs wegätzt und b. nicht eine Weiterentwicklung der Talking Heads erwartet. Es sind nahezu klassische, vitalisierende Lieder, die sich Byrne ausgedacht hat oder von Lambchop covert. "Pirates" meine ich beispielsweise - das ist Songwriting auf einer ziemlich hohen Qualitätsstufe. Die Streisand oder die Minelli könnten das eine oder andere in ihr Programm übernehmen, und selbst jemand wie Rufus Wainwright, der ja nun wirklich keine Nachhilfe braucht, könnte ohne Reputationsverlust "Tiny Apocalypse" oder "Empire" in einer eigenen Version darbieten. Doch ich sprach von drei miesen Stücken: Die beiden französischen Ausflüge ins Fach "Ernste Musik" sind gut gemeinte Opernmimikry und wären besser auf einem Privatalbum in 100er-Auflage aufgehoben. Und dann der überlange letzte "Bonustrack" am Schluss, der eigentlich kein Song ist, sondern ein uninspiriertes Gehoppse, natürlich in Überlänge. Weder "Song" noch "writing", ein unwürdiges Finale.