...und schon sitzt einem die Stimme von Emily Haynes im Gehörgang und will da gar nicht wieder raus. Ich bin in letzter Zeit überrascht, immer wieder Liedern, die ich zufällig aufschnappe, nachzugehen und festzustellen: Das kommt aus Kanada! Wenn dann hinter einem Song noch ein geniales Album steckt, wie es hier der Fall ist, dann kommt Freude auf. Auch wenn Metrics Grow up and blow away schon zehn Jahre alt ist.
Dabei ist dieses Album für mich Metrics Masterpiece. Die später folgenden Produktionen verzaubern, meiner Meinung nach, nicht mit diesem verspielten Rock-Indie-Sound, der von Emily Haynes Stimme so perfekt transportiert wird. Auf der CD entwickelt die Gruppe aus Toronto eine erstaunliche Bandbreite. Egal, ob Haynes in Rock me now einen Sprechgesang wie Laurie Anderson zu ihren besten Zeiten anstimmt, Grow up and blow away mit einem starken Popsound daherkommt, oder White Gold in einer undefinierbaren Barmusik/Balladen-Mischung erklingt.
Synthezizer, Klavier, Percussion und Gitarren, Metric setzt alles ein, was Klänge produziert. Dazu begleiten saubere, einfallsreiche Background-Gesänge und Haynes facettenreiche Stimme jeden Ton, der das Instrument verlässt.
Grow up and blow away ist ein zeitloses Stück Musik. Wer die Scheibe nicht kennt, wird sie keinem Produktionsjahr zuordnen können. Für Freunde interessanter Rock- und Indiemusik ein absolutes Muss, da mal ein Ohr reinzuhalten. Mit ein bisschen Glück werden sie davon genau so begeistert sein wie ich. Anspieltipps: Grow up and blow away, Rock me now, On the sly, White Gold und Soft Rock Star. Viel Spaß dabei.