Es wird wohl auf immer ein erlauchter Kreis bleiben, der mit der Musik der Van Der Graaf Generator etwas anzufangen weiß. Und selbst jene, die glaubten alles zu kennen, werden auf die alten Tage dieser Gruppe eines Besseren belehrt. Keine ausschweifenden Songgebilde, keine Endloskompositionen und kein David Jackson. Gut, letzteres ist keine Überraschung mehr, aber sonst ist doch vieles ungewöhnlich an A Grounding In Numbers.
Nach dem Abgang von David Jackson musste die Band ihr Repertoire überarbeiten und neu arrangieren, nachdem man sich dazu entschlossen hatte, als Trio weiter zu bestehen. Mit diesem Album, das letztlich in aller Stille erschienen ist, haben Van Der Graaf Generator neue Ausdrucksformen gewählt, um ihre Musik zu verbreiten.
Your time starts now / without a question / without a clue / your response will attest / to suggestion's power / so strong and growing stronger / with self-belief / you've pulled through but you belong here no longer...lauten die ersten Verse der neuen Platte und es hört sich etwas nach Neubeginn an. Die Band destilliert ihre 13 Songs dieser Platte auf das Wesentliche, verdichtet Hammills kryptische Lyrik zu prägnanter Rockmusik. Nach dem eher sanften Beginn geht bei Song Nr. 3, Highly Strung, plötzlich richtig die Post ab, um bei dem Percussionstück Red Baron gleich wieder eine andere Richtung einzuschlagen. Trotzdem klingt alles schlüssig und durchdacht.
Ich finde, man hört diese Musik ganz anders, wenn man weiß, dass die Aufnahmen im April 2010 gerade mal 6 Tage benötigt haben und dabei solche Songs wie Bunsho und Snake Oil herausgekommen sind, die die erste Seite der Vinylscheibe beschließen.
Seite 2 startet mit Splink, einem improvisiert klingenden Instrumental, dem gleich der zweite waschechte Rocksong Embarrassing Kid nachgeschoben wird. An Kontrasten und überraschenden Wendungen fehlt es dem Album wirklich nicht. Der plötzliche Schluss des Songs wird dann ohne Pause von Medusa abgelöst, dem fließend Mr. Sands folgt, einem von nur vier Titeln, die länger als 5 Minuten dauern.
Auch der Rest des Albums wirkt wie ein großes Meddley und man muss aufpassen, um die Übergänge zum nächsten Song nicht zu verpassen. Da sind dann noch Smoke, 5533 und schließlich All Over The Place, das mit seinen 6 Minuten eine außergewöhnliche Kraft ausstrahlt. Der Sound der Platte ist ausgezeichnet und transparent, das Schlagzeug druckvoll und Peter Hammills Stimme klingt gesund und klar.
Ich will in meiner Bewertung keine Vergleiche zu vergangenen Großtaten dieser Band anstellen, die teilweise 35 oder 40 Jahre zurück liegen. Ich will zum Eröffnungssong dieser Platte zurück kehren...Your Time Starts Now...mir gefällt dieses Album außerordentlich gut. Nein, es ist in Wirklichkeit noch besser als das...