Lesen, erleben und sich Gedanken machen.
Daniel wird von seinem Großvater nach den Ansichten des Dritten Reiches erzogen. Von ihm wird Daniel auch mit seinem 2. Vornamen gerufen, ein deutscher, kein jüdischer Name: Manfred. Der Junge macht sich keine Gedanken darüber. Noch kennt er die Geschichte nicht; seine Mutter hat keine Zeit, ihm die Zusammenhänge zu erklären und so wächst Daniel mit NS- Idealvorstellungen bei seinem Großvater auf. In der Schule weigert er sich schließlich, die Geschichte wahr zu haben, denn alles was für ihn zählt und aus dem seine Welt besteht, ist sein Großvater, denn der hat immer Recht und für alles eine logische Erklärung.
Wie selbstverständlich wächst auch der Leser mit hinein. Plötzlich ist alles logisch, man kann es sich ganz simpel erklären. Ein typisches schwarz/weiß Muster.
Wie aber auch Daniel wird der Leser sehr schnell wieder auf den Boden der Tatsachen geholt. Mit Daniels Reise nach Südafrika, wo die Apartheid herrscht, und wo er die Wahrheit über sich in Erfahrung bringt, bekommt er das Leben auf der anderen Seite des Systems zu spüren. Da er plötzlich auf der anderen/dunklen Seite der NS-Idealdarstellungen steht, bleibt einem nichts anderes, als zuzugeben, dass der Mensch doch sehr leicht zu manipulieren und zu täuschen ist. Zu gerne verschließt der Mensch seine Augen vor der Wirklichkeit um ja nicht auch die andere Seite der Medaille kennen lernen zu müssen.
Vielleicht wird so den jungen Menschen heute klarer, wie ein Mensch vor 65 Jahren ein ganzes Volk so leicht manipulieren konnte und lernt die Gedankengänge der Menschen von damals besser verstehen.