Inhaltlich sicher mit Mühe und nach gutem Gewissen zusammengetragen, die Aufmachung, die Darstellung des Textes, sein Aufbau, Illustrationen etc. erscheinen eher zusammengeschustert und unprofessionell. Man hätte sicher mehr daraus machen können, als eine bloße Ansammlung von Quellen. Dieses herausgegebene Buch (nicht sein Inhalt) hat etwas von Eigenproduktion, wofür wohl auch der Verlag spricht, der eher auf selbst-forcierte individuelle Veröffentlichungen ausgerichtet ist. Es gibt, um im gleichen Genre zu bleiben, Autoren und professionelle Herausgeber, die ihre Sache entschieden besser machen (Bsp. Hrsg. Michael Farin: der Sadist - Peter Kürten) Jeder, der publiziert oder sich Publizist nennt, ist dann auch Publizist? Dann bin ich auch einer, wenn man das hier "publiziert"...
Zum Inhalt: die Texte stehen für sich, es sind Zeitdokumente. Eine Beurteilung bzw. Begutachtung nach heutigem Wissensstand (soweit möglich) wäre interessant gewesen (Bsp. Die Haarmann-Protokolle, Hrsg. Christine Pozsár/Michael Farin). Ein einführender historischer Kontext, dh die politischen und gesellschaftlich-sozialen Umstände jener Zeit, fehlt komplett und wäre von einem "Historiker" (Buchrücken) zu erwarten gewesen und hätte das Buch qualitativ angehoben.