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Großmama packt aus: Roman [Taschenbuch]

Irene Dische , Reinhard Kaiser
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (89 Kundenrezensionen)

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Kurzbeschreibung

1. Oktober 2011
»Irene Dische ist eine Meisterin der glaskalten Lakonie (…) Sie hat ein wunderbar unsentimentales Buch geschrieben, das auch eine Liebeserklärung ist an die Mutter, die Großmutter und ein wenig vielleicht sogar an sich selbst.« Gabriele von Arnim in der ›Literarischen Welt‹Wer über sein eigenes Leben schreiben will, verstrickt sich bekanntlich leicht in ein Lügenknäuel. Also erzählt nicht Irene Dische, sondern ihre Großmutter Elisabeth, genannt Mops, und die Enkelin setzt sich lustvoll deren süffisantem, gnadenlos vorurteilsbeladenem Blick aus. »Daß meine Enkelin so schwierig ist, hängt vor allem mit Carls geringer Spermiendichte zusammen« - ein Paukenschlag, mit dem das schlesisch-rheinische Familienensemble auf die Bühne gerufen ist. Jetzt packt Großmama aus und erzählt: vom Alltag in der Provinz, von Flucht und Neuanfang in Übersee, von der Schwäche der Männer und dem Eigensinn der Frauen bis zu Irene, ihrem furchtbaren Enkelkind …

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 384 Seiten
  • Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag; Auflage: Jubiläums-Edition. (1. Oktober 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3423195207
  • ISBN-13: 978-3423195201
  • Größe und/oder Gewicht: 17 x 11,2 x 2,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (89 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 462.427 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»Hinreißend erzählt. Tragisch, komisch, grotesk wie auch makaber. Zum Dahinschmelzen.«
Rainer Schmitz, Focus

»›Großmama packt aus‹ zeigt das Gesamtbild bürgerlicher Familienkatastrophen. Unbarmherzig, liebevoll, hinreißend.«
Michael Naumann, Die Zeit

»Ein entzückender Roman.«
Brigitte 06.06.2007

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Irene Dische wurde im »Vierten Reich«, einem deutsch-jüdischen Emigrantenviertel in New York City, geboren. Deutsch ist ihre Muttersprache. Ihr Vater, ein renommierter Wissenschaftler, stammt aus Galizien; ihre Mutter, 1939 aus Deutschland immigiert, war während der frühen sechziger Jahre Stellvertretende Obergerichtsmedizinerin von New York.

Irene Dische studierte in Harvard und lebt seit den achtziger Jahren vorwiegend ohne Aufenthaltserlaubnis in Berlin sowie in Rhinebeck/USA; ihr Antrag auf einen deutschen Pass ist vom Berliner Innenministerium zweimal abgelehnt worden. 1986 drehte sie den Dokumentarfilm ›Zacharias‹ über das Leben ihres Vaters. Von Hans Magnus Enzensberger entdeckt, veröffentlichte Irene Dische 1989 ihr literarisches Debüt, den Erzählungsband ›Fromme Lügen‹, der von der Kritik begeistert aufgenommen wurde. Es folgten zahlreiche Romane und Erzählungsbände.

»Irene Dische mustert unsere verrückte Welt mit einer eigenartig geschliffenen Linse, die immer wieder neue Details heranholt, schmerzhaft nah, schmerzhaft genau.« Martin Ebel in der ›Hannoverschen Allgemeinen Zeitung‹


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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
41 von 42 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wenn Oma Rother erzählt ... 6. Februar 2007
Von Karl-Heinz Heidtmann TOP 1000 REZENSENT
Format:Taschenbuch|Verifizierter Kauf
Dieses Buch ist mindestens in dreierlei Hinsicht lesenswert:

Inhalt: Wir halten Buch in den Händen, das uns, angefangen in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts über drei Generationen am Schicksal einer deutsch-jüdischen Familie teilnehmen lässt.

Stil: Der Erzählstil ist außergewöhnlich, weil Irene Dische ihre eigene Großmutter diese Familiengeschichte (in der sie selber meist nicht besonders gut wegkommt) von Anfang bis Ende, ja sogar noch im Himmel, erzählen lässt.

Man möge mir den Vergleich verzeihen, aber ein wenig habe ich mich an manchen Stellen an den phantastischen Erzählstil von Gabriel García Márquez ("100 Jahre Einsamkeit") erinnert gefühlt.

Humor: Großmama verliert beim Erzählen der Geschichte der Familie Rother auf über 350 Seiten nie ihren Humor - immer nach dem Motto "Es ging auch, als es nicht ging". Dabei nimmt sie sich auch selber "auf die Schippe" (so proklamiert sie zum Beispiel nahezu jedes Jahr dramatisch als ihr Todesjahr, wird aber letztendlich 96 Jahre alt).

Gelungen ist dieses Buch vor allem auch deshalb, weil es weder die Wiederholung einer Vertreibungsgeschichte ist, noch je in larmoyanten, nostalgischen oder gar abrechnenden Gefühlen wühlt.

Fazit: Lesenswert für Leser, die sich für Zeitgeschichte auf Basis von autobiographischen Zeitzeugnissen interessieren.
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67 von 71 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Carl-heinrich Bock HALL OF FAME REZENSENT TOP 500 REZENSENT VINE-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
Irene Dische hat 1989 mit ihrem Erzählband Fromme Lügen für erhebliches Aufsehen gesorgt. es folgten Erzählungen, Romane, Kinderbücher. Und jetzt, in so jungen Jahren, versucht sie sich an ihrer Autobiografie. Ein riskantes Unterfangen, wenn sie sich nicht einen genialen Trick ausgedacht hätte, denn sie lässt ihre Großmutter aus dem Jenseits sprechen. Und das heißt, diese Großmutter muss niemals einen literarischen Satz sprechen, die Autorin kann sich hinter der Großmutter verstecken, die kann sagen was sie will, muss niemals politisch korrekt sein. Und Großmama tut das in einem rasanten, frechen, schnellen, amüsanten Schnodder Ton, mit einer unbedeckten Nüchternheit und gezielten Ungehörigkeit,
Zum Inhalt: Großmama, eine streng katholische Bürgerstochter, heiratet Ende der zwanziger Jahre einen jüdischen Arzt aus Oberschlesien. Er konvertiert, bleibt aber für die Nationalsozialisten Jude. Er operiert, sterilisiert Kleinkriminelle und geistig Behinderte. Als er einmal eine Scheinoperation vornimmt, denunziert ihn die assistierende Krankenschwester, die ausgerechnet die beste Freundin von seiner Frau ist. Er begreift eigentlich nicht recht, was um ihn herum alles passiert, was die Massenmörder in Berlin vorhaben. Immer das gleiche alte Thema, die Fassungslosigkeit der Verfolgten angesichts der Verfolger. Großmama drängt ihn resolut zur Emigration nach Amerika. Ihr Bruder, der als Reichsrichter Karriere bei den Nazis gemacht hat, will verhindern, dass sie ihrem Mann nach Amerika folgt. Doch dann gelingt es ihr schließlich doch ein Schiff zu besteigen und mit ihrer Tochter nach Amerika zu entfliehen. Es folgt die Geschichte der Assimilation in Amerika.
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50 von 53 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Geheult wird, wenn der Kopf ab ist! 24. August 2006
Format:Gebundene Ausgabe
Was auch immer sich der Leser unter dem Titel "Großmama packt aus" vorstellen mag -- die Lektüre wird ihn doch überraschen! Denn Irene Dische ist ein ganz ungewöhnlicher autobiographischer Bericht gelungen, in dem sie ihre Großmutter literarisch wieder auferstehen lässt und die Familiengeschichte aus ihrer Sicht erzählt.

Diese Großmutter, aus dem rheinischen Niederadel stammend, hatte stets ihren eigenen Kopf! Sie schert sich nicht um gesellschaftliche Konventionen und heiratet ihre große Liebe, den jüdischen, ihr zuliebe konvertierten Chirurgen Carl Rother und folgt ihm in die schlesische Provinz. Dort freilich führt sie ihr distinguiertes Leben weiter, bis die Nazis ihrem Mann so zusetzen, das er schließlich in die Staaten auswandert. Sie selber folgt nach dem Abitur ihrer Tochter Renate und es gelingt der Familie, wieder eine neue Existenz aufzubauen. Renate hat den Dickschädel ihrer Mutter geerbt, heiratet ebenfalls unstandesgemäß und bekommt ihrerseits zwei Kinder, eines davon ist Irene. Die steht ihren weiblichen Vorfahren in Eigensinn nichts nach und macht es damit ihrer noch immer urkatholischen und preußisch korrekten Großmama schwer!

Irene Dische hat in diesem Buch sehr gut die Mentalität der heutigen Urgroßmutter-Generation, die das ganze zwanzigste Jahrhundert durchlebt und durchlitten hat, eingefangen. Sie paart Mutterwitz mit einem ganz eigenen Pragmatismus, der Durchhaltewillen und die Eigenschaft, aus nichts etwas zu machen verbindet. Getreu der Devise "Geheult wird, wenn der Kopf ab ist" geht die Oma in jeder Beziehung beherzt und wenig zimperlich mit den großen und kleinen Schwierigkeiten des Lebens um. Manchmal bleibt das Lachen wirklich im Halse stecken und doch ist diese Elisabeth Rother so eine starke literarische Figur, dass man sie beim Lesen nicht nur vor Augen hat sondern auch so schnell nicht vergessen wird!
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12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Besuch bei Oma 26. Januar 2007
Von tanjuscha
Format:Taschenbuch
Der eigentliche Aufhänger für das Buch ist das die Enkeltochter die Familienjuwelen verkauft und Großmama Dische sich so darüber aufregt das sie anhand der Familiengeschichte versucht aufzuzeigen warum die Tat so unmöglich war . Dafür muss sie sehr weit zurück gehen.

Die Familiengeschichte geht über mehrere Jahrzehnte von der Vor bzw Nachkriegszeit über die Hippie Zeit bis hin zu den späten 80ern.

Der Erzählstil ist humorvoll .

Sie springt schonmal gerne zeitlich hin und her ,besonders am anfang des Buches , oder vertröstet mit dem Satz : Davon später mehr.

Dadurch hat man das Gefühl ihr gegenüber zu sitzen und sie plaudert munter drauf los.

Wie das nunmal bei Großmüttern so ist, manchmal möchte man sie schütteln und dann auch wieder herzen.

Vorallem bei ihren Erziehungsmethoden hätte ich sie manchmal gerne angebrüllt : sowas tut man doch nicht .

Einsicht zeigt sie recht wenig aber gerade das macht ihren Charme aus .

Das Buch hat mich noch nachdem ich es aus hatte sehr beschäftigt,ich musste daran denken wie an einen Verwandten den man erst kürzlich besucht hat, und dafür muss es einfach 5 Sterne geben.
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5.0 von 5 Sternen toller Stil, nachhaltiger Effekt
Erst tat ich mich ein wenig schwer mit der Lektüre: was sind das für Leute, was sind das für Einstellungen? Lesen Sie weiter...
Vor 1 Monat von Milchbart veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Helle Freude
In einer Zeit, in der politische Korrektheit spontane Ausserungen nur allzu oft erstickt, klingt "Grossmama" himmlisch bissig und erfrischend ehrlich. Lesen Sie weiter...
Vor 8 Monaten von CAL veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Großmama packt aus
Turbulente Story in aufregender Erzählweise mit viel Selbstironie geschrieben und hintereinander weg gelesen!
Wurde schon wieder bestellt und verschenkt.... Lesen Sie weiter...
Vor 10 Monaten von archiNeur veröffentlicht
3.0 von 5 Sternen Anfangs originell, zunehmend schleppend...
Ein fulminanter Auftakt, witzig und interessant, der leider nur bis ungefähr zur Häfte des Buches in der Qualität fortgesetzt wurde. Lesen Sie weiter...
Vor 10 Monaten von Katzenliebe veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Hervorragend
Das Buch von Irene Dische kann ich nur jedem empfehlen. Es ist genial, und ich habe es schon oft verschenkt. Lesen Sie weiter...
Vor 13 Monaten von Theater49 veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Es sollte mehr solcher Bücher geben
Die Enkeltochter der auspackenden Großmama beneidet diese um das Leben, das sie geführt hat - und genau das Gefühl vermittelt Irene Disches Roman bis zur letzten... Lesen Sie weiter...
Vor 15 Monaten von Bücher-Fan veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Großmama packt aus. 8CDs
Ich habe die CDs sehr gern gehört. Der Inhalt und der Erzählstil haben mich gefesselt. Hannelore Hoger hat eine wunderbare
Erzählstimme.
Vor 18 Monaten von Edita veröffentlicht
3.0 von 5 Sternen Nur streckenweise fesselnd
Als ich mich vor dem Erstellen meiner Renzension hier mal umschaute, was andere schon geschrieben haben, überraschte mich die Zahl der Besprechungen und der hohe Anteil in der... Lesen Sie weiter...
Vor 19 Monaten von B. Gutleben veröffentlicht
4.0 von 5 Sternen Hörbuch
Die Hörbuchversion von "Großmama packt aus" wird auf 8 CDs von Hannelore Hoger gelesen. Es handelt sich um eine gekürzte Fassung und ich bin der Meinung, dass das... Lesen Sie weiter...
Vor 22 Monaten von Villette veröffentlicht
4.0 von 5 Sternen man hätte gerne, dass das Buch noch hunderte von Seiten hat
Irende Dische bedient sich des beliebten Stilmittels, eine Geschichte anhand dreier Frauengenerationen zu erzählen. Lesen Sie weiter...
Vor 22 Monaten von Bettina veröffentlicht
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