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Großmama packt aus: Roman
 
 

Großmama packt aus: Roman (Taschenbuch)

von Irene Dische (Autor), Reinhard Kaiser (Übersetzer)
3.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (64 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 384 Seiten
  • Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (1. Dezember 2006)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3423135212
  • ISBN-13: 978-3423135214
  • Größe und/oder Gewicht: 19 x 12 x 2,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (64 Kundenrezensionen)
  • Amazon.de Verkaufsrang: Nr. 3.853 in Bücher (Die Bestseller Bücher)

Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Irenes Mutter hat zwei Fehler. Schon bei der Geburt werden sie offenkundig. Zum einen ähnelt das Neugeborene Irenes Großmama nicht in jenen Dingen, auf die es ankommt: „Es hatte Carls riesige dunkle Augen, seine Nase und außerdem ganz von allein -- ich weiß nicht, woher sie kamen -- rote wulstige Lippen“. Zum anderen, und das ist der größte Schock: Irenes Mutter ist ein Mädchen! „Es war schlimm genug, dass ich ein Mädchen war und kein Offizier und Kriegsheld werden sollte“, sagt Irenes Großmama. Kein allzu guter Start ins Leben.

Aber auch Irenes Großmama ist anders als ihre Brüder und Schwestern. „Otto badete immer nackt, aber ich sollte die Unterhose anbehalten, damit man nichts sah. Ich zog sie trotzdem aus“, heißt es in Irene Disches unglaublich komischen, aber auch traurig-schönen Roman. „Meine Schwestern waren immer schon nach fünf Minuten wieder aus dem Beichtstuhl. Ich nicht.“ So geht es weiter in Großmama packt aus, ein Buch über die unkeusche Katholikin Elisabeth Rother aus dem Rheinland, die wirklich viel zu beichten hat. Und dabei munter drauflos plappert, über den lieben Gott, Juden und Nazis, und vor allem über ihre eigene Familie, mit allen Vorurteilen, die ihr in die Wiege gelegt worden sind. Wie Dische es trotzdem schafft, dass einem diese Frau doch so sehr ans Herz wächst, ist schon ein kleines Meisterstück.

Dass Irene Dische im klassischen Sinn gut erzählen kann, das hat sie mit Büchern wie dem Überraschungsbestseller Fromme Lügen (1989), Der Doktor braucht ein Heim (1990), Ein fremdes Gefühl (1993) oder Ein Job (2000) hinlänglich bewiesen. Dass sie mit Großmama packt aus -- einer stark autobiographisch angehauchten Geschichte -- sogar noch besser hätte werden können, konnte keiner erwarten. So aber ist es tatsächlich. Großmama packt aus ist bunt wie das Leben. Und hat vielleicht sogar das Zeug, zu einem kleinen Klassiker zu werden. --Stefan Kellerer -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .



Amazon.de Hörbuchrezension

Als der Roman im Jahr 2005 erschien, waren die Stimmen der Kritik doch eher gespalten. Priesen die einen, wie tieftragisch und zugleich hochkomisch hier eine jüdische Familiengeschichte über ein Jahrhundert hinweg von der auspackenden Großmutter erzählt wird, fanden andere ausgerechnet diesen "Quasselton" der allwissenden Großmama, die sogar aus dem Jenseits noch weitererzählt, auf die Dauer doch enervierend und den Roman am Ende nicht mehr als eine mehr oder weniger amüsante Ansammlung von Anekdoten. Worüber es aber wenig zu diskutieren gibt: Hannelore Hoger macht ihre Sache ausgezeichnet und gibt dieser Großmutter eine Stimme, die man nicht so schnell vergisst. --Christian Stahl

Spieldauer: ca. 606 Minuten, 8 CDs, gekürzte Lesung -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.


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46 von 48 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Geheult wird, wenn der Kopf ab ist!, 24. August 2006
Von zeilensprung - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 10 REVIEWER)   
Diese Rezension stammt von: Großmama packt aus (Gebundene Ausgabe)
Was auch immer sich der Leser unter dem Titel "Großmama packt aus" vorstellen mag -- die Lektüre wird ihn doch überraschen! Denn Irene Dische ist ein ganz ungewöhnlicher autobiographischer Bericht gelungen, in dem sie ihre Großmutter literarisch wieder auferstehen lässt und die Familiengeschichte aus ihrer Sicht erzählt.


Diese Großmutter, aus dem rheinischen Niederadel stammend, hatte stets ihren eigenen Kopf! Sie schert sich nicht um gesellschaftliche Konventionen und heiratet ihre große Liebe, den jüdischen, ihr zuliebe konvertierten Chirurgen Carl Rother und folgt ihm in die schlesische Provinz. Dort freilich führt sie ihr distinguiertes Leben weiter, bis die Nazis ihrem Mann so zusetzen, das er schließlich in die Staaten auswandert. Sie selber folgt nach dem Abitur ihrer Tochter Renate und es gelingt der Familie, wieder eine neue Existenz aufzubauen. Renate hat den Dickschädel ihrer Mutter geerbt, heiratet ebenfalls unstandesgemäß und bekommt ihrerseits zwei Kinder, eines davon ist Irene. Die steht ihren weiblichen Vorfahren in Eigensinn nichts nach und macht es damit ihrer noch immer urkatholischen und preußisch korrekten Großmama schwer!

Irene Dische hat in diesem Buch sehr gut die Mentalität der heutigen Urgroßmutter-Generation, die das ganze zwanzigste Jahrhundert durchlebt und durchlitten hat, eingefangen. Sie paart Mutterwitz mit einem ganz eigenen Pragmatismus, der Durchhaltewillen und die Eigenschaft, aus nichts etwas zu machen verbindet. Getreu der Devise "Geheult wird, wenn der Kopf ab ist" geht die Oma in jeder Beziehung beherzt und wenig zimperlich mit den großen und kleinen Schwierigkeiten des Lebens um. Manchmal bleibt das Lachen wirklich im Halse stecken und doch ist diese Elisabeth Rother so eine starke literarische Figur, dass man sie beim Lesen nicht nur vor Augen hat sondern auch so schnell nicht vergessen wird!
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21 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Die Langeweile kann einpacken, 7. Oktober 2007
Von Thomas Reuter (Düsseldorf) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REVIEWER)   
Es ist ein großartig unterhaltender Roman, den Irene Dische unter dem Titel ,Großmama packt aus' hier vorstellt. Der Titel ist Programm. Was kann eine Großmutter nicht alles aus dem Nähkästchen plaudern über dunkle Familiengeheimnisse, Großvaters kleine Leidenschaften und der grenzenlosen Disziplinlosigkeit des Enkelkindes, das übrigens Irene Dische heißt, im Roman aber nur eine Nebenrolle einnimmt!
In einem drei Generationen überspannenden Roman erzählt die Großmutter frei von der Schnauze weg die Geschichte ihrer Familie. Es ist eine Familienchronik in dunklen Zeiten, aber mit Heiterkeit und Altfrauenweisheit erzählt. Es ist die Geschichte eines verschwundenen Europas, mit all seinen verstockten und liebenswerten Formen, all seinen Vorurteilen und seinem Gräuel, aber auch die Geschichte eines so vollkommen anderen und dabei so ähnlichen Amerikas. Es ist eine Familiengeschichte aus dem 20. Jahrhundert.
Sie beginnt in Deutschland zur Zeit des Nationalsozialismus. Die erzählende Großmutter, eine geborene Gierlich aus streng katholischem Hause, gutes gehobenes Bürgertum, ist mit dem Chirurgen Carl Rother, einem Juden, verheiratet. Mit latenter Ironie und Witz erzählt Großmama von den schrecklichen Jahren im Nazideutschland in einem großbürgerlichen Ton, der sich die althergebrachte Opferhaltung verbittet. Die Familie reist letztendlich mit ihrer einzigen Tochter Renate nach Amerika aus. Dort beginnt ein neues Leben, das weiterhin in der oberen Gesellschaftsschicht angesiedelt ist. Renate lernt den schrecklichen Dische kennen, heiratet ihn und zeugt mit ihm die völlig verzogene Enkeltochter Irene. Deren Geschichte wird bis in die 80er Jahre erzählt, wobei die wilden Zeiten der 60er-Revolte besonders lesenswert sind, beschreiben sie doch aus der Perspektive der Oma eine an den Wahnsinn grenzende Entgrenzung, in der alle Werte, die Familie, Tradition und Kultur ausmachen, aufgehoben scheinen.
Es ist eine vollkommen tragische Geschichte, die aber an Komik kaum zu überbieten ist. Es ist die ganz normale Familienkatastrophe, zu der die historischen Verwerfungen nur die Hintergrundsmusik spielen. Ein überaus lesenswerter Genuss.

Thomas Reuter
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55 von 60 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Die ganz besondere Art, eine Autobiographie zu schreiben, 5. Dezember 2005
Von Carl-heinrich Bock "Literatur- und Kinofan" (Bad Nenndorf) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 50 REVIEWER)    (REAL NAME)   
Diese Rezension stammt von: Großmama packt aus (Gebundene Ausgabe)
Irene Dische hat 1989 mit ihrem Erzählband Fromme Lügen für erhebliches Aufsehen gesorgt. es folgten Erzählungen, Romane, Kinderbücher. Und jetzt, in so jungen Jahren, versucht sie sich an ihrer Autobiografie. Ein riskantes Unterfangen, wenn sie sich nicht einen genialen Trick ausgedacht hätte, denn sie lässt ihre Großmutter aus dem Jenseits sprechen. Und das heißt, diese Großmutter muss niemals einen literarischen Satz sprechen, die Autorin kann sich hinter der Großmutter verstecken, die kann sagen was sie will, muss niemals politisch korrekt sein. Und Großmama tut das in einem rasanten, frechen, schnellen, amüsanten Schnodder Ton, mit einer unbedeckten Nüchternheit und gezielten Ungehörigkeit,

Zum Inhalt: Großmama, eine streng katholische Bürgerstochter, heiratet Ende der zwanziger Jahre einen jüdischen Arzt aus Oberschlesien. Er konvertiert, bleibt aber für die Nationalsozialisten Jude. Er operiert, sterilisiert Kleinkriminelle und geistig Behinderte. Als er einmal eine Scheinoperation vornimmt, denunziert ihn die assistierende Krankenschwester, die ausgerechnet die beste Freundin von seiner Frau ist. Er begreift eigentlich nicht recht, was um ihn herum alles passiert, was die Massenmörder in Berlin vorhaben. Immer das gleiche alte Thema, die Fassungslosigkeit der Verfolgten angesichts der Verfolger. Großmama drängt ihn resolut zur Emigration nach Amerika. Ihr Bruder, der als Reichsrichter Karriere bei den Nazis gemacht hat, will verhindern, dass sie ihrem Mann nach Amerika folgt. Doch dann gelingt es ihr schließlich doch ein Schiff zu besteigen und mit ihrer Tochter nach Amerika zu entfliehen. Es folgt die Geschichte der Assimilation in Amerika. Die Tochter wird Leichenbeschauerin in New York, heiratet drei Mal nacheinander einen Juden. Der Vater verdrängt seine Herkunft, verdrängt seine ermordete Familie, will seinen einzigen Bruder nicht sehen, sagt, ich habe einen amerikanischen rhetorischen Freund, ich brauche keinen Bruder. Dieses Verdrängen hat sich fortgesetzt in der Tochter und der Enkeltochter, die Reisen macht, sich Todesdrohungen aussetzt, weil sie in Wahrheit eigentlich selber erst leben kann, nachdem sie überlebt hat.

Die Haushälterin Liesel, die der Familie überall hin folgt, ist eigentlich die großartigste Figur in dem ganzen Buch. Es sind übrigens ganz starke Frauen und ganz schwache Männer. Wobei Großmama voller Vorurteile gegenüber den Nazis ist, voller Aversion gegenüber Sex. Sie ist eine hochnäsige, blasierte, dünkelhafte Person, aber doch auch sehr authentische Person, die bei aller Verzweiflung und Trauer nach links und rechts austeilen kann, dass einem die Luft wegbleibt. Sie ist aber trotz allem auch recht amüsant und komisch. Bemerkenswert wie der Autorin die Gradwanderung gelingt, denn dieses Amüsement findet ja schließlich vor dem Hintergrund von Auschwitz statt.

Das Buch ist ein Doppelporträt von Zeit und Frau, das uns einerseits den Nationalsozialismus facettenreich zeigt, andererseits zeigt wie all dies von Großmama verarbeitet wird.

Das Buch ist so unglaublich rasant geschrieben, wobei sicher der erste Teil, der unter der unmittelbaren Bedrohung geschrieben ist, der stärkste ist. Die Autorin lebt von einer Stofffülle die frappierend und faszinierend ist, und obwohl es ja vornehmlich um Trauer und Verzweiflung geht, wird dies bewusst recht bedeckt unter der Decke gehalten.

Ein grandioses Buch, weil es eine maliziös einfühlsame Liebeserklärung der Autorin sowohl an ihre Mutter wie auch an ihre Großmutter ist. Große Literatur, unverständlich für mich, dass die Kritik nicht ganz so lobenswert mit dem Buch umgegangen ist.

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5.0 von 5 Sternen Unterhaltsamer Lesespaß für alle, die sich noch an die Gespräche mit Oma erinnern...!
Ein wundervolles Buch, das ich nicht mehr weglegen konnte - nicht zuletzt deshalb, weil mich viele Passagen so sehr an die Lebenseinstellung meiner eigene Großmutter erinnert... Lesen Sie weiter...
Vor 2 Monaten von Bücherhamster veröffentlicht

3.0 von 5 Sternen So toll ist es nicht...
Da dieses Buch überall so gelobt wurde, hab ich's auch gelesen...Die Idee der Geschichte ist grundsätzlich gut - trotzdem fand ich das Buch ein bißchen langatmig und zäh. Lesen Sie weiter...
Vor 3 Monaten von Nadja veröffentlicht

3.0 von 5 Sternen Großmama packt aus - und was nicht alles......
Die Großmutter von Irene Dische erzählt die deutsch-jüdische Familiengeschichte des 20. Jahrhunderts. Lesen Sie weiter...
Vor 4 Monaten von B. Kugler veröffentlicht

3.0 von 5 Sternen Durchwachsenener Eindruck
Während der erste Teil der Autobiographie, der sich mit der Großmutter der Authorin befasst, sehr gut geschrieben und interessant ist, ist der zweite Teil (also die eigentliche... Lesen Sie weiter...
Vor 6 Monaten von Claudia Corinth veröffentlicht

5.0 von 5 Sternen Überraschend gut!
Ein misslungener Titel, der irreführend wirkt, für ein durch und durch gelungenes, sehr gut geschriebenes Buch, das man in einem auslesen und sofort seinem besten Freund in die... Lesen Sie weiter...
Vor 6 Monaten von Maike veröffentlicht

5.0 von 5 Sternen absolut lesenswert
Die Erzählerin dieser Geschichte ist eine boshafte, engstirnige und schonungslose Frau. Wie aber aus ihrer Sicht die Geschichte einer teils jüdischen Familie zur Zeit des zweiten... Lesen Sie weiter...
Vor 7 Monaten von Margit Siegl veröffentlicht

1.0 von 5 Sternen Viel Lärm um wenig
Was diese Großmutter uns zu erzählen hat, kommt leider zu selten über reine Kaffeekränzchen-Prosa hinaus. Schade. Lesen Sie weiter...
Vor 8 Monaten von Rudolf Neiser veröffentlicht

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Ich habe das Buch mittlerweile gut bis zur Hälfte geschafft. Dann aber aufgegeben. Es ist zwar teilweise recht amüsant zu lesen, wie die spießige Großmutter ihr Leben beschreibt,... Lesen Sie weiter...
Vor 8 Monaten von O. Albers veröffentlicht

5.0 von 5 Sternen Gute Unterhaltung
Großmama packt aus von Irene Dische, gelesen von der hervorragenden Hannelore Hoger hat mir sehr gut gefallen. Lesen Sie weiter...
Vor 9 Monaten von soli veröffentlicht

1.0 von 5 Sternen zäh wie Kaugummi
Man kennt das ja, so Bissen irgendeines Essens im Mund, die durch jedes weitere kauen immer und immer mehr werden...? Genau so ist dieses Buch. Lesen Sie weiter...
Vor 10 Monaten von pfreni76 veröffentlicht

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