Ein dickes Lesevergnügen ist dieser Abenteuer-Roman von Fritz Mühlenweg. Die beiden zwölfjährigen Freunde Großer Tiger, ein Chinese, und der deutsche Christian, genannt Kompaß-Berg, wohnen in Peking. Was der eine in der Schule lernt, erzählt der andere seinem Freund, so dass beide in den Denkgewohnheiten des anderen zu Hause sind. Die beiden wollten nur einen Drachen steigen lassen, geraten jedoch in die Auseinandersetzungen der chinesischen Kriegsherren Ende der 20er Jahre. Sie erhalten den Auftrag, eine geheime Botschaft nach Urumtschi bringen. Mit dem "Wagen, der von selber geht", sollen sie die Wüste Gobi durchqueren. Als der Schurke den Lastwagen klaut, setzen sie die Reise auf Kamelen und Pferden fort. Unterwegs begegnen sie Räubern, Wüstenfürsten, einem heiligen Mann und einfachen Mongolen und müssen sich mit fremden Lebensweisen und Denkgewohnheiten auseinandersetzen. Die beiden erweisen sich als lernfähig und einfallsreich und so können sie ihren Auftrag trotz vieler Hindernisse und Verwicklungen schließlich ausführen. Fritz Mühlenweg hatte an der letzten großen Expedition Sven Hedins teilgenommen, erledigte die Rechnungsgeschäfte und meteorologische Aufgaben. Er hatte die mongolische Sprache gelernt. Was er seinen Kindern erzählte, liegt hier nun in einer ungekürzten Ausgabe vor; in anschaulicher Weise wird der jugendliche Leser in die fremde - und fast versunkene - Welt der Mongolen eingeführt. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)