Es ist immer wieder witzig, wie Produkte auf den Markt finden, obwohl sie da schon längst sind. Bei Büchern habe ich mich schon daran gewöhnt, dass ich eins aufschlage und erkenne: "Diese Geschichte habe ich schon einmal gelesen!" Anderer Titel, anderes Cover und manchmal sogar auch ein anderer Author !!! und das bei gleichem Inhalt und Wortlaut.
Diesen Film hier habe ich schon als "Männer auf Bewährung" oder im Original als
"Gettin' Squer" gesehen. Er ist von 2003 und einer der besten Filme, die ich kenne. Leider hat es fast 8 Jahre gedauert, bis ich ihn schließlich doch entdeckte.
Die Geschichte besitzt einen ernsten Hintergrund, die Storyführung (Chris Nyst) und die Regie (Jonathan Teplitzky) sind brillant und die Besetzung der Charaktere, einschließlich aller Nebenrollen, ist perfekt.
Leider ist es der deutsche Synchron nicht. Ich kann den Synchronstudios nur einmal eine Konsultation bei alten Synchronhasen wie z.B. Walter Niklaus empfehlen. Aber vielleicht reicht es auch aus, den Sprechern etwas mehr Zeit für ihre Arbeit zu geben.
Alle deutschen und amerikanischen "Pseudo-" Comedians (das sind die, die ihre Lacher vom Band bzw. vom gekauften Publikum brauchen) und auch jene, die dafür die schwachsinnigen Texte bzw. Drehbücher schreiben, sollten sich u.a. (z.B. Love Actually, Blow Dry) auch diesen Film anschauen und feststellen, dass nachhaltiger Humor harte Arbeit, Handwerk und Intelligenz erfordert.
Ich habe mir den Film mehrmals angesehen und jedes Mal andere bemerkenswerte, meist winzige, Details gefunden, die mir vorher nicht aufgefallen sind. Jedes dieser Details, egal ob optisch oder akustisch, hat seine Funktion oder Symbolik.
Die Moral von der Geschichte: Fast jeder, der schon mal neu anfangen oder aus einer eingefahrenen Routine ausbrechen wollte, kennt das Gefühl, dass die Umwelt einen einfach nicht "(los)lässt". Wenn man das schaffen will, muss man konsquent und rücksichtslos um seine Ziele kämpfen und zwar mit den Mitteln, die man zur Verfügung hat. Man schafft es kaum allein und kann sich glücklich schätzen, wenn man Freunde hat, die selbstlos hinter einem stehen. UND
Man schlägt seinen Widersacher am besten mit seinen eigenen Waffen bzw.seinen eigenen Schwachstellen.
Für mich hatte der Film mehrere Nachwirkungen: Ich stehe jetzt auf Groove Armada, sehe Peter Pettigrew aus Harry Potter (Timothy Spall) von einem ganz anderen Blickwinkel und werde mich jetzt gezielt nach weiteren australischen Filmproduktionen umsehen.
Natürlich fand ich auch "Herr der Ringe" und "Avatar" gigantisch, doch die Geners sind einfach nicht zu vergleichen. Außerdem sind Faramir (David Wenham) und Jake Sully (Sam Worthington) nicht wirklich meine Helden (weil irgendwo in einer irrealen Welt); John Francis Spitieri und Barry Wirth sind es aber definitiv!